Preis für einzigartige Studie in der Luftrettung

Hannover, 29. Oktober 2019

Das Expertenteam um Dr. Christian Macke und PD Dr. Mohamed Omar von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) ist von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) mit dem Preis für Evidenzbasierte Medizin 2019 ausgezeichnet worden. Grund: Das Team des Christoph 4 hat erstmalig in einer prospektiv randomisierten Studie den hohen Patientennutzen der präklinischen videolaryngoskopisch gestützten Intubation in der Luftrettung nachgewiesen. Heißt: Bei Erstickungsgefahr wird der Atemweg gesichert, indem ein Plastikschlauch vom Mund aus in die Luftröhre geschoben wird und hierüber beatmet wird. Die Herausforderung dabei ist, die Luftröhre sicher zu treffen und nicht die Speiseröhre. Die Studie hat ergeben, dass das videogestützte Einbringen gegenüber der herkömmlichen Art im ersten Versuch erfolgreicher ist. 95 Prozent aller Erstversuche waren erfolgreich und es konnte umgehend beatmet werden, spätestens im zweiten Versuch war hier der Erfolg gegeben. Dem entgegen steht eine 80-prozentige Erfolgschance bei der herkömmlichen Methode ohne Videounterstützung im ersten Versuch, was den bisherigen bekannten Erkenntnissen aus der Klinik entspricht.

„Wir haben erstmalig die zwei Methoden außerhalb einer Klinik prospektiv verglichen und einen klaren Patientennutzen nachgewiesen“, sagt Dr. Christian Macke und freut sich über die Auszeichnung. In der Entscheidung der DGOU für die Auszeichnung wird dem Team der MHH bescheinigt, gute wissenschaftliche Arbeit erfolgreich in die Praxis überführt zu haben. So gut, dass aufgrund des belegten Nutzens, die Videolaryngoskopie nach Beendigung der Studie in Hannover nur noch eingesetzt wird. „Aufgrund der Studie halten wir den primären Einsatz der Videolaryngoskopie in der Präklinik für die Intubation für dringend empfehlenswert“, sagt Macke.

Insgesamt wurde die Studie im Zeittraum von April 2017 bis Januar 2019 durchgeführt.

 

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