Grundsatz

Wenn jede Minute zählt, sind Rettungshubschrauber wie der "Christoph 4" bei der Rettung und Versorgung schwer Verletzter oder Erkrankter nahezu unschlagbar.

Der in Hannover stationierte "Christoph 4" wird von der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. betrieben und ist Kernbestandteil des Unfall- und Rettungszentrums an der Medizinischen Hochschule Hannover und des regionalen und überregionalen Rettungssystems.

Auf über 70.000 Einsätze kann der seit 1972 stationierte Hubschrauber mittlerweile verweisen. Fortschritte in der medizinischen wie technischen Entwicklung und unzählige Erfahrungen haben in den vergangenen Jahren dazu geführt, dass die Zeit bis zum Eintreffen am Patienten und bis zu der Einlieferung in die Klinik zunehmend kürzer wurde und das Sterberisiko der Patienten während und nach den Einsätzen zunehmend gesunken ist. Darüber hinaus wirkt sich die immer weiter verbesserte Notfallrettung sogar auf die anschließende Genesungs- und Rehabilitationsphase positiv aus.

Ausbildung für Luftrettungsteams

Das spezielle ACRM-Teamtraining für Luftrettungsteams (Notarzt und Rettungsassistent als HEMS-Crewmember) ist für die Weiterentwicklung und Optimierung des Luftrettungssystems extrem wichtig. Hierfür wurde das Konzept der gemeinsamen Ausbildung der Rettungshubschraubercrew in einem realistischen, hubschraubertypischen Simulationsgerät entwickelt. Dabei spielt der "Faktor Mensch" in Extremsituationen und der Umgang mit Fehlern und Zwischenfällen eine herausragende Rolle. Das Konzept wurde 2012 als ausgewählter Ort im "Land der Ideen" prämiert.Das Schulungskonzept des "Christoph Life" basiert auf dem originalgetreuen Nachbau einer Rettungshubschrauberkabine auf einer Motion-Plattform, mit Möglichkeit zur Videoanalyse sowie mehreren, mit modernster Technik ausgestatteten, Patientensimulationssystemen für die Darstellung diverser Notfallsituationen in verschiedenen Altersgruppen.Der Luftrettungssimulator ist mit einem Regieraum durch Funk- und Videotechnik vernetzt und in die speziell dafür ausgerüstete SAN-Arena der Johanniter-Akademie in Hannover eingebunden. Dort können Fallsimulationen an der Einsatzstelle, auf dem Flug und bei der Übergabe in Notaufnahme oder Rettungswagen durchgespielt werden.Die Schulungen werden durch Trainer der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin sowie der Unfallchirurgischen Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) moderiert, der Betrieb erfolgt durch die Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover.

Das Projekt wurde gemeinsam von Traumastiftung und JUH initiiert. Eine wissenschaftliche Begleitung des Trainings erfolgt durch die MHH, der Betrieb durch die Johanniter-Akademie Bildungsinstitut Hannover.