Notfälle bei Kindern

Bis zu einem Viertel der Notfallpatienten des Rettungshubschraubers „Christoph 4" sind Kinder bis zu 16 Jahren – eine hohe Zahl gegenüber anderen Rettungsdienstsparten und gegenüber einem Anteil von 15 Prozent an der allgemeinen Bevölkerung in der Region Hannover.

Typische Erkrankungen oder Verletzungen bei Kindern, zum Beispiel im Bereich der oberen Atemwege, bekannte Krampfanfälle oder unkomplizierte Stürze können oft direkt vor Ort von den Notärzten behandelt werden und das Kind kann bei der Familie bleiben. Bei plötzlichen, schweren Erkrankungen oder situationsbedingten Unfällen wie Vergiftungen, Verbrennungen, Verätzungen des Mund- und Rachenraums durch Verschlucken ätzender Stoffe, Ertrinken oder anderen schweren Verletzungen ist jedoch immer die Behandlung in der Klinik erforderlich. Die kleinen Patienten werden ob der gebotenen Eile, häufig größeren Entfernung zur Kinderklinik und schonender Transportmöglichkeit sehr oft im Hubschrauber transportiert.

Eine erhebliche Herausforderung für die Crew stellt hierbei die emotional hoch angespannte Situation an der Einsatzstelle dar: Die Eltern sorgen sich um das kranke oder verletzte Kind, müssen es oft hilflos dem Rettungshubschrauber-Team übergeben, ohne es selbst begleiten zu können und kämpfen mit Selbstvorwürfen. Für die Crew kommt das drängende Bedürfnis hinzu, für den jungen Patienten 150% geben zu wollen; jedem ist klar, dass die Sekunden doppelt zählen: Kinder haben spürbar weniger körperliche Reserven als Erwachsene.

Besondere Kompetenzen gefragt

Bei solchen Einsätzen ist die psychische Belastung aller Beteiligten enorm und erfordert neben der perfekten fachlichen Leistung eine immense menschliche Kompetenz, sehr viel Einfühlungsvermögen für die Situation der Familie und äußerst fein abgestimmte Arbeitsabläufe, bei denen keine Sekunde ungenutzt verstreicht.

Ein Schwerpunkt unseres Projektes liegt daher auf Trainingssituationen für Notfälle bei Kindern. Dabei geht es nicht nur um die Besonderheiten im Detail, wie Dosierungen oder spezielle medizinische Maßnahmen, sondern auch und gerade um die Bewältigung der Gesamtsituation einschließlich der persönlichen Stressfaktoren unter starkem Zeitdruck.