Genscherpreis für Nienburger Rettungskette und einen mutigen 15-Jährigen 

Am 26. April 2007 wurden im Hannover Congress Centrum die diesjährigen Träger des Hans-Dietrich-Genscher-Preises und des Johanniter-Juniorenpreises im Rahmen eines Festaktes bekannt gegeben. Die Entscheidung für den Preis fiel als Auszeichnung für eine "perfekte Rettungskette", der Juniorenpreis wurde einem 15-jährigen Schüler zugesprochen.

Aus den zahlreichen Bewerbern um den Johanniter-Juniorenpreis, der in diesem Jahr zum dritten Mal verliehen wird, ist die Wahl auf Dennis-Adrian Lorenc gefallen. Der 15-Jährige aus Wedel reagierte spontan richtig, als er einen 49-Jährigen bewusstlos auf der Straße zusammensacken sah. Dank seiner Ausbildung in Erster Hilfe wusste er, was zu tun war, drehte den nicht ansprechbaren Mann in die stabile Seitenlage und rief den Rettungsdienst, wobei er seine Handlungen nicht nur gegen den kleinen Dackel des Gestürzten, sondern auch gegenüber Passanten verteidigen musste. Die Notoperation eines Gehirntumors, die nach dem Eintreffen des Rettungswagens rasch in die Wege geleitet werden konnte, rettete dem Mann anschließend das Leben.

Eingerahmt von Beiträgen eines internationalen Musiker-Ensembles unter der Leitung von Prof. Andor Izsák, Hochschule für Musik und Theater Hannover und Leiter des Europäischen Zentrums für Jüdische Musik, wurde dem Schüler die Auszeichnung vom Präsidenten der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. (JUH), Hans-Peter von Kirchbach, feierlich übergeben. "Wir können stolz darauf sein, dass es Menschen wie unsere Preisträger gibt, die mutig zur Tat schreiten, wenn es gilt, anderen zu helfen. Schnell zu reagieren, die richtige Entscheidung zu treffen und auch durchzusetzen: Damit kann jeder, der die Grundlagen der Ersten Hilfe beherrscht, im Notfall dazu beitragen, Leben zu retten!", so der Präsident.

Bei der Auszeichnung des Hans-Dietrich-Genscher-Preises, der seit 1995 vergeben wird, entschied sich die Jury für die Anerkennung einer Teamarbeit im Landkreis Nienburg/Weser. Die Entscheidung des Rettungsleitstellen-Disponenten, der von einer Johanniter-Mitgliederversammlung in unmittelbarer Nähe des Ortes des Geschehens wusste und den dort stationierten Rettungswagen zuerst alarmierte, rettete dem Herzinfarkt-Patienten das Leben. Im gemeinsamen Zusammenwirken aller beteiligten Helfer und Hilfsorganisationen (ASB, DRK und JUH) vom Arzt auf der Feier über den Einsatz eines Defibrillators durch einen Rettungsassistenten bis zur Versorgung durch den regulären Rettungsdienst liegt die herausragende Leistung des durch den Einsatz zusammengefügten Teams, das sich den Preis teilt.

Die Preisträger des Genscherpreises 2007:
Disponent der Rettungsleitstelle in Nienburg: Torsten Meyer (Feuerwehr)
Unmittelbarer Beginn der Reanimation durch: Arzt Volkhart Kieper und DRK Helfer Roland Lucas

Fahrzeug Schnell-Einsatz-Gruppe der JUH Landesbergen (ehrenamtlich): RA André Schöne, RS Axel Sudmann und OP Fachschwester & RA-Azubi Tanja Friedmann
Rettungswagen DRK Rettungswache Steyerberg (hauptamtlicher Dienst): Frank Kaska, Roel Dolfing
Notarzt-Einsatz-Fahrzeug ASB Rettungswache Stolzenau: Dr. Dimitri Sitov, Rettungsassistentin Regina Mackeben

Den nach ihm benannten Preis übergab Hans-Dietrich Genscher persönlich. In anschließenden Grußworten sprachen Sponsor Bernd Sülzenfuhs von Buro Assecuranz und Bürgermeister Bernd Strauch den Geehrten ebenfalls ihren Glückwunsch aus.

Über die Preisverleihung entscheidet eine Jury, der JUH-Präsident Hans-Peter von Kirchbach, Prof. Dr. med. Dr. h. c. Horst Willms, Bundesarzt der JUH, Prof. Dr. med. Siegfried Piepenbrock, Gf. Direktor des Zentrums für Anästhesiologie der MHH und Landesarzt der JUH im Landesverband Niedersachsen/Bremen, Thomas Mähnert, Landesvorstand Niedersachsen/Bremen sowie Bernd Sülzenfuhs angehören.