Bundesjugendversammlung in Halle

Halle (Saale), 20. Oktober 2019

Hand in Hand setzte die Bundesjugendversammlung in Halle ein Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt - wir sind #unteilbar. (Foto: Moritz Röver)

Die Vertreter*innen aller Johanniter-Jugendlichen haben sich vom 18. bis 20. Oktober 2019 zur zweiten Bundesjugendversammlung (BJV) im 40. Jubiläumsjahr der Johanniter-Jugend in Halle an der Saale getroffen. Bereits am Freitagnachmittag konnten sich Interessierte beim Format "BJV+" über den Prozess des neuen Markenauftritts der Johanniter-Unfall-Hilfe informieren, den Daniela Schiefner aus dem Bereich Marketing/Kommunikation der Bundesgeschäftsstelle vorstellte. Am Abend stellten sich Kandidat*innen für freie Ämter auf Bundesebene vor und die Themen der Sitzung wurden in Schreibgesprächen vordiskutiert.

Zu Beginn der Versammlung erinnerte Bundesjugendleiter Moritz Röver vor dem Hintergrund des vermutlich rechtsextremistisch motivierten Anschlags mit zwei Toten in der vorausgegangenen Woche daran, wie wichtig das Einstehen für eine vielfältige und demokratische Gesellschaft sei.

Anschließende Grußworte sprachen Marion Bretschneider, Vorstandsmitglied im gastgebenden Regionalverband Sachsen-Anhalt/Südost, die die nachhaltige Jugendarbeit vor Ort hervorhob, sowie Andreas Weigel, Mitglied im Landesvorstand Sachsen-Anhalt/Thüringen. Dieser betonte, dass es - besonders nach den schlimmen Ereignissen in Halle - wichtig sei, "dass sich junge Menschen Gedanken machen über die Veränderungen in unserem Land."

Haltung zu zeigen forderte auch Bundesvorstandsmitglied Jörg Lüssem, der in seinem Grußwort daran erinnerte, in welchem Werteverständnis wir bei den Johannitern zusammenkommen. Schließlich freute sich Dr. Oliver Seligmann, Beauftragter des Präsidiums für die Jugend, darüber, dass die Jugend mit guten Beispielen wie dem Projekt "Demokratieretter" voranginge.

Ganz im Sinne Luthers wurden Thesen zur Entwicklung der Jugendarbeit vor Ort formuliert und "angeschlagen". (Foto: Timo Runde)

Die Berichte der Jugendleitungen, die passend zum Tagungsort Halle symbolisch in Form von zugespitzten Thesen formuliert wurden, enthielten spannende Entwicklungen der Arbeit vor Ort und ließen Erkenntnisse auf die positive Entwicklung des Verbandslebens zu. Die Themen nachhaltige Personalpolitik im Ehren- und Hauptamt sowie die Positionierung in gesellschaftspolitischen Debatten sind dabei schwerpunktmäßig hervorzuheben.

Die Diskussion von insgesamt 15 Anträgen, die sowohl von Landesjugendleitungen als auch der Bundesjugendleitung an die Versammlung gestellt wurden, bestimmten den Samstagnachmittag. Kontrovers wurde hier zur ökologischen Weiterentwicklung und zur Förderung nachhaltigen Engagements im Gesamtverband debattiert. Die Versammlung beschloss, dass die Johanniter-Jugend sich künftig - noch stärker als bisher - in der Johanniter-Unfall-Hilfe für gesamtverbandliche Positionen zu gesellschaftlichen und politischen Grundsatzfragen einsetzen solle.

Den Debatten vorangegangen war ein spannender Impulsvortrag zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz: Referent Sebastian Krug, Klimaschutzmanager einer norddeutschen Kommune und langjähriger Helfer beim Kirchentag und beim Bundespfingstzeltlager, berichtete aus wissenschaftlicher Sicht über Möglichkeiten des Klimaschutzes in Organisationen und verdeutlichte ebenso, wie schon einzelne Personen einen sinnvollen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten können.

Angesichts der schrecklichen Ereignisse in Halle, die sich rund eine Woche vor der Veranstaltung ereigneten, fanden sich die Johanniter-Jugendlichen am Samstagabend am Mahnmal der alten hallischen Synagoge ein und nahmen Anteil am Schicksal der Opfer, Angehörigen und Zeug*innen und erinnerten zugleich an die Zerstörung der Synagoge in der Reichspogromnacht 1938. Sie setzten damit ein Zeichen für Vielfalt, interkulturelle Verständigung und gemeinschaftlichen Zusammenhalt.

JUH-Präsident Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise bestärkte die Johanniter-Jugendlichen in seiner Ansprache in ihrem Handeln. (Foto: Timo Runde)

Am Sonntag besuchte Dr. h.c. Frank-Jürgen Weise, Präsident der JUH, die Versammlung und bemerkte, dass die Johanniter-Jugend in Halle ein Zeichen setze für die Liebe zum Menschen - und das in all ihrem Facettenreichtum von Klimaschutz bis gesellschaftlicher Wertschätzung.

Neben der Beschlussfassung zu den Anträgen standen am Sonntagvormittag ebenfalls Wahlen auf der Tagesordnung: Hierbei wurden Carolin Ulrich (LV Bayern) und Matthias Niersmann (LV Nordrhein-Westfalen) zu Delegierten in der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in Deutschland (aej) gewählt. Sie vertreten die nächsten fünf Jahre die Interessen der Johanniter-Jugend in den jugendpolitischen Gremien des Dachverbands.

Für die Nachwahl zur Bundesjugendleitung gab es diesmal keine Kandidat*innen. Weiterhin sind daher zwei Posten als stellvertretende Bundesjugendleiter*innen offen, die bei der kommenden Bundesjugendversammlung im März 2020 nachbesetzt werden sollen.

Die Bundesjugendversammlung ist das höchste beschlussfassende Gremium der Johanniter-Jugend und besteht aus der Bundesjugendleitung, den Landesjugendleitungen, den Vorsitzenden der Fachausschüsse der Johanniter-Jugend auf Bundesebene und Delegierten für einzelne Themenbereiche, hinzu kommen Gäste. Insgesamt sind 47 Delegierte, Fachleute und Gäste angereist, um die Mitglieder unseres Jugendverbands in ganz Deutschland demokratisch zu vertreten und sich aktiv an der Gestaltung der Johanniter-Jugend zu beteiligen.

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