Warum !ACHTUNG?

Unser Konzept gegen (sexualisierte) Grenzüberschreitungen und Gewalt im Jugendverband heißt !ACHTUNG– und das verstehen wir in zweierlei Weise:

  • !ACHTUNG meint wir respektieren unser Gegenüber, die Anderen, und besonders die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen.
  • !ACHTUNG heißt aber auch, wir passen auf, lassen Dinge nicht einfach geschehen oder schauen gar weg

Die Jugendverbandsarbeit lebt durch vertrauensvolle Beziehungen von Menschen untereinander. Besonders Kinder und Jugendliche verlassen sich darauf, dass sie Orte finden, an denen sie ausprobieren, lernen und begreifen können. Sie brauchen dabei Hilfe, Schutz, Sicherheit und Unterstützung von älteren Jugendlichen und Erwachsenen.

Als Jugendverband der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. will die Johanniter-Jugend Kindern und Jugendlichen eine lebendige Gemeinschaft bieten. Sie will ihnen helfen, ihre Persönlichkeit und Fähigkeiten zu entwickeln, Freund*innen und Selbstvertrauen in einer freien Jugendarbeit zu finden. Sie will Kindern und Jugendlichen sichere Orte bieten und macht sich als Anwalt stark für ihre Rechte, Schutz und Wohl.

Weil uns der Kinderschutz so wichtig ist, ist er in der Präambel unserer Jugendordnung verankert. Wir haben bereits im Jahr 2006 unser Präventionskonzept !ACHTUNG entwickelt und umgesetzt.

 

Sexualisierte Gewalt - auch in unseren eigenen Reihen

Aus der Auseinandersetzung mit dem Thema und der Erfahrung wissen wir, dass Grenzverletzungen und sexuelle Übergriffe auch in unseren  Jugendgruppen, Schulsanitätsdiensten, Projekten und Aktionen vorkommen. Sexuelle Übergriffe  beginnen mit unbeabsichtigten und unüberlegten Handlungen und Äußerungen, die zu Scham oder Unwohlsein führen. Sie gehen bis hin zu massiven Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung.


Sexualisierte Gewalt wird von Männern und Frauen an Kindern und Jugendlichen verübt, kommt aber auch zwischen Gleichaltrigen jeden Alters vor. Täter*innen missbrauchen zum Teil bewusst die Werte und Strukturen unseres Verbandes, um sexuelle Übergriffe vorzubereiten und zu verüben. Sie täuschen
soziales Engagement vor, um sich unser Vertrauen zu erschleichen. Der Jugendverband selbst kann also Gefährdungsort für Mädchen und Jungen werden.

In unseren Jugendgruppen und Schulsanitätsdiensten sind auch Kinder und Jugendliche, die sexualisierte Gewalt in der Familie oder an anderen Orten erlebt haben. Das sagen uns allein die Zahlen zum Ausmaß:

Ungefähr jedes 7. Kind in Deutschland ist von sexualisierter Gewalt betroffen.

Ihr Ansprechpartner Malte Jansen

Lützowstraße 94
10785 Berlin