Geschichte

Die Johanniter in Baden Württemberg

 

1185    In Heimbach in der Pfalz entsteht die erste südwestdeutsche Kommende des Johanniterordens. Es folgen

· in Baden

Rheinfelden (1212), Freiburg (vor 1237), Villingen (1253) Neuenburg (1257), Überlingen (1257), Bruchsal (vor 1272), Heitersheim (1297), Neckarelz (1300), Kenzingen (vor 1416);

· in Württemberg

Schwäbisch Hall (vor 1200), Mergentheim (1207), Hemmendorf (um 1250), Rohrdorf (nach 1250), Dätzingen (1263), Rexingen (vor 1275), Affaltrach (1278), Boxberg/Wölchingen (Ende 13.Jh.).

Alle Kommenden unterstehen dem Großpriorat Deutschland, das seinen Sitz ab 1428 in Freiburg und von 1505 an im benachbarten Heitersheim hat. Dort wird es 1548 zum geistlichen Reichsfürstentum erhoben.

1793    Prinz Friedrich von Württemberg, mütterlicherseits ein Neffe des Herrenmeisters der Balley Brandenburg, Prinz August Ferdinand von Preußen, wird in der Balleykirche zu Sonnenburg (Wartheland) zum rechtmässigen Ritter des Johanniterordens geschlagen. Er bleibt dem Orden auch als Herzog (1797-1803), Kurfürst (1803-1806) und König (1806-1816) verbunden.

Normalerweise steht die Balley nur Angehörigen des brandenburgisch-preußischen Adels offen.

1806    Mit der Aufhebung des Großpriorates Deutschland gelangen die badischen Kommenden an das Großherzogtum Baden und die württembergischen an das Königreich Württemberg.

Ein zwischen dem Großpriorat Deutschland und dem Königreich Württemberg ausgehandelter Vertrag, der das Fortbestehen der württembergischen Kommenden unter dem Protektorat des Königs sichern soll, bleibt außer Vollzug.

1858    Im Verbund mit der 1852 wieder errichteten und nun landsmannschaftlich strukturierten Balley Brandenburg wird die Württembergische Genossenschaft des Johanniterordens gegründet. Durch königlichen Hoheitsakt erhält sie die Rechtsform einer Juristischen Person (J-P.) mit dem Sitz in Stuttgart. 1906 erfolgt die Umbenennung in Württembergisch-Badensche Genossenschaft des Johanniterordens J.P. und 1978 in Baden-Württembergische Kommende des Johanniterordens e.V..

1864    Gründung des Johanniter-Krankenhauses Plochingen am Neckar, das 1906 einen Neubau am Ort bezieht. Es wird 1929 an die Amtskörperschaft (heute Landkreis) Esslingen verkauft und von dieser unter der Bezeichnung „Johanniter-Bezirkskrankenhaus“ weitergeführt. Seit 1990 befindet sich darin das Alten- und Pflegezentrum „Johanniterstift“ der Evang. Heimstiftung e.V., Stuttgart.

1885    Prinz Wilhelm von Württemberg, der spätere König Wilhelm II., wird als Ehrenritter in den Johanniterorden aufgenommen und bleibt dies trotz Abdankung bis zu seinem Tode im Jahre 1921.

1890    Gründung des Johanniter-Kinderkrankenhauses Schwäbisch Hall, das seit 1943 zum Evang. Diakonissenkrankenhaus (heute Diakoniezentrum) Schwäbisch Hall gehört.

1914    Aufstellung des Johanniter-Lazarettzuges A 3, mit dem in folgenden vier Kriegsjahren über 23 500 Verwundete von den Frontabschnitten im Westen und im Osten in die Heimat zurück transportiert werden.

1951   Gründung der Johanniter-Arbeitsgemeinschaft für

           Gegenwartsfragen mit seither über 200 Tagungen zu aktuellen

           Themen der Zeit.

1952   Gründung der Johanniter-Hilfsgemeinschaft mit heute 8 Bezirksgruppen:

Bodensee, Freiburg, Hohenbaden, Kurpfalz, Reutlingen, Stuttgart, Tübingen, Ulm.

Gründung der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V. mit dem Landesverband Baden-Württemberg und den heute 9 Regionalverbänden: Calw/Freudenstadt, Göppingen, Main-Tauber, Oberrhein, Oberschwaben/Bodensee, Ostalb/Ulm, Rems-Murr, Rhein-Neckar, Stuttgart.

1961    In den Großstädten Baden-Württembergs entstehen die ersten Johanniter-Subkommenden; heute sind es 9: Bodensee, Freiburg, Hohenbaden, Hohenstaufen, Kurpfalz, Stuttgart Nord, Stuttgart Süd, Tübingen, Ulm.

1978    Eröffnung des Johanniter-Museum in Krautheim a.d.Jagst, das neben dem Deutschordensmuseum in Bad Mergentheim das einzige Museum dieser Art in Deutschland ist. Träger des Museums sind die Stadt Krautheim und die Baden-Württembergische Kommende des Johanniterordens.

2001    Die Kommende und die Johanniter-Unfall-Hilfe gründen die „Johanniterhäuser Baden-Württemberg gGmbH“, eine gemeinnützige Betriebsgesellschaft für die Alten- und Pflegeheime in Ilvesheim und Ladenburg (Baden) sowie in Böbingen, Essingen, Heubach und Mögglingen (Württemberg).

2006    Erneuerung des Johanniter-Museums in Krautheim

2007    Übernahme der Trägerschaft der Arbeitsgemeinschaft Hospiz in Stuttgart zusammen mit

           - JOHANNITER-UNFALL-HILFE Regionalverband Stuttgart

           - Evangelische Gesellschaft Stuttgart

           - Evangelischer Kirchenkreis Stuttgart

           - Diakonie Stetten

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