Sommerlager 2016

„Und der rechts von dir ist unser Lagerpfarrer Udo“ lachend wendete sich die Dame, von der wir das Pfadfinderlager Lilienwald in Karben-Petterweil gezeigt bekamen, an den Mann neben mir. Er sieht herzlich und fröhlich aus, so wie die anderen. Spätestens jetzt wusste ich, dass diese Woche etwas Besonderes werden würde.

Das jährlich stattfindende Johanniter Sommerlager wird im Rahmen christlicher Nächstenliebe von vielen freiwilligen Helferngetragen. Eine große Bandbreite an Menschen verschiedener Altersklasse kümmerte sich engagiert und liebevolleine Woche lang um 24 behinderte Jugendliche und Erwachsene. Das diesjährige Lager unter dem Motto „Wer glaubt, kann vertrauen“ wurde geleitet von Eric Molland, Valerie Gräfin von Waldburg-Zeil und Ludwig Prinz zu Waldeck und Pyrmont. Geistlicher Ansprechpartner war Udo Prinz zu Löwenstein, der uns zwischen den Mahlzeiten etwas zu Noah und der Arche erzählte und mit uns betete. Für köstliche Mahlzeiten sorgte das Küchenteam unter der Leitung von Antonia Rohde und Sophie Ringe.

Die Tage waren stets voll Abwechslung und Spaß. Es wurden verschiedene Workshops angeboten, bei denen nach Lust und Laune Blumentöpfe angemalt, Tellermasken gebastelt, Schuhkartons beklebt, Blumen gebastelt, Kerzen verziert, Seidentücher bemalt und Gläser dekoriert werden konnten. Auch konnte beim Bau des Altares geholfen werden, der dieses Jahr unter dem Motto „Noah und die Arche“ stand. Wer wollte konnte sich auch mit Mensch-ärger-dich-nicht, Memory oder anderen Gesellschaftsspielen die Zeit vertreiben, so kam auf keinen Fall Langeweile auf. Das Pfadfinderlager bietet zudem eine große Außenanlage, die zum Spazieren in Wald und Feld einlädt. Auf einer großen Wiese wurde auch Fußball, Federball oder sonstigen Sportlichen Aktivitäten nachgegangen. Als es besonders heiß wurde, tobten sich Gäste und Betreuer dort bei einer Wasserschlacht aus. Auch wurden verschiedene Ausflüge unternommen, wie zum Beispiel zum therapeutischen Reiten in Altenstadt, mit anschließendem Besuch bei Baron und Baronin von Erffa, oder in den Kinderfreizeitpark Lochmühle.

Zwischen all den Aktionen bekamen wir Besuch von der JUH Hundestaffel Gießen und der Feuerwehr aus Karben, einigen Mitarbeitern der Credit Suisse, einer kleinen Liveband von „Yehudi Menuhin – Live Music Now“, oder der Johanniter Unfall Hilfe aus Bad Nauheim, bei welcher man sich Wunden schminken lassen konnte. Für echte Wunden stand unser Lagerarzt Arndt Wichelmann immer zur Verfügung.

Wenn sich der Tag dem Ende neigte, war für alle noch lange nicht Schluss. Nach dem Abendessen gab es entweder die legendäre Lagerdisco in der Rotunde oder ein gemütliches Lagerfeuer, wo dank Gitarrenbegleitung fröhlich gesungen wurde. Abschließend wurden gemeinsam die schönsten Momente des Tages anhand von Fotos im Rahmen der sog. Tagesschau noch einmal erlebt Die Gäste schliefen mit Betreuern zusammen in festen, kleinen, gemütlichen Hütten auf dem Gelände oder in Zimmern im Haupthaus. Da einige Betreuer ganz in der Nähe wohnten, bestand für diese natürlich auch die Möglichkeit nach Hause zu fahren.

Am letzten Tag fand in der Rotunde der Abschlussgottesdienst statt, bei dem der selbst gebaute Altar präsentiert wurde. Zu diesem Gottesdienst kommen gerne Besucher, so beispielsweise der Kommendator Henn Riedesel Freiherr zu Eisenbach und Eltern der Gäste.

Das Sommerlager bietet eine tolle und einzigartige Möglichkeit, Menschen zu helfen und sich mit ihnen und ihrer ganz persönlichen Geschichte zu befassen. Es macht Spaß, ist erfüllend und man findet neue Freunde. Da vergisst man auch gerne mal, dass es anstrengend werden kann. An dieser Stelle möchten wir gerne explizit noch erwähnen, dass man schnell und herzlich aufgenommen wird, sich rasch einlebt und daher für Schüchternheit keine Zeit bleibt, so dass es auch Neuankömmlingen leicht gemacht wird, ihren Platz in diesem bunten und quirligen Haufen zu finden ;).