Bericht über die Schlesienhilfe auf dem Rittertag 2014

41. Mitteilungsblatt, 27. November 2014

Über die Aktivitäten der Sozialstationen berichtete Herr v. Rheinbaben, dass die Station Wang eine vom Gesundheitsdienst genehmigte Einrichtung betreibt. Diese kann  auch andere Stationen des Bezirks Niederschlesien einbeziehen und die Kosten abrechnen. In Waldenburg und Groß-Wartenberg laufen die Vorbereitungen, so dass deren Leistungen in Zukunft vergütet werden.

 

In Breslau entsteht neben der Hofkirche ein Sozialzentrum. Behinderten- und Jugendarbeit der Gemeinde soll hier konzentriert und ausgebaut werden. Auch die Sozialstation wird hier untergebracht, ob auch sie in den Verbund mit Wang kommt, wird noch geprüft und hängt davon ab, ob die Stadt Zuschüsse gewährt. Der Bischof hat gebeten, die neue Station - sie wird 2015 fertig sein - mit medizinischen Möbeln zu unterstützen.

 

Herr v. Lieres hat vor dem Rittertag die Verleihstationen zusammen mit Graf Rittberg und Herrn v. Gregory bereist. Herr v. Lieres berichtet von den Tätigkeiten der Verleihstation, die Pfarrer sind sehr dankbar, da mit der Tätigkeit eine Zunahme des Bekanntheitsgrades der Gemeinde und Akzeptanz in der Kommunalverwaltung verbunden ist. Der Pfarrer der Gemeinde Sosnowiec, Herr Adam Malina, hat gebeten, eine Verleihstation zu eröffnen. Die Gemeinde liegt nordwestlich von Kattowitz, im Oberschlesischen Bergbaugebiet.

 

Während die Ausstattung von Rollstühlen und Rollatoren ausreichend ist, wurde überall nach neuen Betten gefragt. In der Vergangenheit bekamen wir sie von Sanitätshäusern geschenkt, jetzt werden sie von polnischen Händlern aufgekauft, so dass der Markt leer ist. Der Herrenmeister wies daraufhin, einen Antrag bei der Johanniterstiftung zu stellen.

 

Ich besuchte die Sozialstation in Kattowitz, sie kann auf ein erfolgreiches 2. Jahr zurückblicken. Die Schwester betreut 15 – 20 Patienten und pflegt und berät weitere im Sozialzentrum „Sonnen-land“. Es wird sogar über die Anstellung einer weiteren Schwester nachgedacht. In einem Brief, der vorgelesen wurde, bedankt sich eine Patientin für die liebevolle Tätigkeit und bei der Genossenschaft, die dies ermöglicht hat.

 

Vor dem Rittertag fand ein Besuch von jungen Ritterbrüdern und einem Anwärter in Kattowitz und Teschen statt. Ziel war es, Informationen über kirchliche und diakonische Tätigkeit in den Gemeinden zu vermitteln und das Interesse für die Schlesienhilfe zu wecken. In anregenden Gesprächen mit den Pfarrern wurde dies möglich, wobei der Besuch von interessanten Gebäuden auch auf der Tagesordnung stand. Einen ausführlichen Bericht finden Sie auch in diesem Heft.

 

Besonderer Dank galt Dr. v. Struensee, der in den abgelaufenen 12 Monaten wieder 4 Transporte von Klinikmobiliar organisiert hat.

 

Dankbar dürfen wir der Firma Hartmann sein, die unsere Sozialstationen mit Material versorgt hat. Eine sehr umfangreiche Lieferung konnte nur durchgeführt werden, da Herr v. Kap-her eine Lagerhalle für die Zwischenlagerung zur Verfügung gestellt hat.

 

Umfangreich waren die Lieferungen aus der Schweiz. So bekam die evangelische Schule in Gleiwitz dringend benötigte Schulmöbel.

 

Besonders war die Lieferung von Kinderbekleidung und Kinderwagen nach Wirek. Nur mit Hilfe von Gemeindemitgliedern konnte alles bewältigt werden, was zu einer erfreulichen Belebung des Gemeindelebens geführt hat. Auch die Stadtverwaltung ist aufmerksam geworden und zeigt Gesprächs- und Unterstützungsbereitschaft.

 

Ein gemischter Transport ging nach Schweidnitz: Pflegebetten, Rollstühle, Rollatoren und Kartons mit Bettwäsche und sortierten Kleidern  wurden auf verschiedene Gemeinden verteilt, da die Lieferung auch hier sehr umfangreich war. Nicht vergessen darf ich die 150 Stühle für das neue Seminarhaus.

 

Aber auch für die Preußen konnten Möbel und in diesem Jahr Pflegebetten für ein Altenheim und Hospiz bereit gestellt werden. In Masuren ist die Armut in den Gemeinden besonders groß.

 

Ich bedauere, dass Herr Hug von der Schweizer Genossenschaft nicht an diesem Rittertag teilnehmen konnte, ohne ihn wäre das nicht möglich gewesen, ihm gebührt unser herzlicher Dank.

 

Besonders dankbar sind wir auch der Schweizer Genossenschaft, die die Transportkosten überwiegend getragen hat.

 

Das JDP setzte seine erfolgreiche Arbeit fort. Über 200 Schülerinnen und Schüler haben den Erste-Hilfe-Kurs absolviert und stehen für den Sanitätsdienst bereit. In regelmäßigen Treffen und Ferienlagern wird der Zusammenhalt gepflegt und Wissen vertieft.

 

Die Heise-Schule in Görlitz blickt auf ein 10jähriges Bestehen zurück und ist auf Expansionskurs. Es sollen weitere Klassen hinzukommen, die für den Ausbau zu einer Mittelschule erforderlich sind.

 

Die Teilnehmer des Rittertages schlossen sich dem Dank durch den Kommendator mit kräftigem Applaus an.

 

RR Babo Graf Harrach