Endlich in Breslau - Rittertag 2014

40. Mitteilungsblatt, 15. April 2014

Rittertag in Breslau - eine neue Erfahrung für Jung und Alt

Gut Ding braucht bekanntlich Weile und besonders gute Dinge brauchen besonders viel Weile. So gesehen muss unser Rittertag in Breslau einfach etwas Besonderes werden. Nicht weil er so lange dauern wird, sondern weil es so lange gedauert hat, bis wir zum ersten Mal nach dem zweiten Weltkrieg mit unserem Rittertag wieder nach Breslau gehen konnten. Die Überlegungen dazu sind ja schon alt, aber zunächst musste es in Breslau überhaupt Einrichtungen oder, wie man heute sagt, „locations“ für einen Rittertag geben mit passenden Tagungsräumen und ausreichend Unterkünften für die zu erwartende Flut von Teilnehmern. Daran fehlte es lange Zeit und dann ging plötzlich alles ganz schnell und jetzt ist es so weit, jetzt tagen wir in Breslau.

 

Die Blume Europas, mit diesem Namen haben Norman Davis und Roger Moorhouse ihr lesenswertes Werk über die mehr als tausendjährige Geschichte dieser Stadt betitelt, die zweimal verwüstet wurde - 1241 durch die Mongolen und 1945 als sie, zur Festung erklärt, lange Zeit schwer umkämpft war. Aber davon sieht man heute nichts mehr. Heute ist sogar das Schloss wieder aufgebaut und wird als Museum genutzt, mit einem Treppenhaus, das vollgehängt ist mit Portraits von Kommendatoren des Johanniterordens! Aber das alles wissen die meisten von Ihnen ja ohnehin schon, gibt es doch kaum ein Mitglied der Schlesischen Genossenschaft, das Breslau nicht schon des Öfteren besucht hätte. Und doch ist Breslau immer noch eine Reise wert und das besonders zu einem Rittertag.

 

Auf dem Rittertag werden wir uns natürlich passend zur Umgebung mit Schlesien befassen und Breslau erkunden. Zunächst am Freitagvormittag mit der evangelischen Kirche, über die Bischof Bogusz berichten, und mit unseren „neuen Nachbarn“, die uns Herr Dr. Zeitz, der deutsche Generalkonsul in Breslau, näherbringen wird. Dabei werden wir im Anschluss an beide Vorträge Zeit zur Aussprache und zwischendurch vielleicht auch Zeit für eine Tasse Kaffee finden. Am Nachmittag erkunden wir dann die Stadt, wobei wir für jeden etwas haben, eine Führung für diejenigen, die Breslau noch nicht so gut kennen oder ihre Bekanntschaft wieder auffrischen wollen, oder eine  zweite Führung, die auch Kennern dieser Stadt noch Neues bietet.

 

Der Samstag beginnt für die Johanniter-Ritter und die Anwärter unserer Genossenschaft mit der Ritterversammlung, dem eigentlichen Rittertag, auf der wir uns mit unserer Arbeit im letzten Jahr und mit den Plänen für unsere künftige Arbeit befassen, während unsere Damen und Gäste das „Stadtviertel der gegenseitigen Toleranz“ besuchen und sich über die gleichnamige ökumenische Initiative informieren lassen können. Nach einem gemeinsamen Mittagessen treffen wir uns dann wieder im Plenum, um von den Krankenschwestern unserer Sozialstationen in Groß-Wartenberg, Waldenburg und an der Kirche Wang aus erster Hand zu erfahren, wie die Arbeit dort aussieht und welche Strukturänderungen vorgesehen sind.

 

Wie immer klingt der Samstag mit einem festlichen Abendessen und hoffentlich lebhaften Gesprächen aus. Am Sonntag endet der Rittertag mit dem Festgottesdienst, nicht in einer der wunderschönen Innenstadtkirchen, der Christophorikirche oder der Hofkirche, die beide für uns einfach zu klein sind, dafür in der Gustav-Adolf-Gedächtnis-Kirche in Breslau-Zimpel, der Zweitkirche von Pastor Fober, die gerade einmal 80 Jahre alt geworden ist und auch ihren Charme hat. Und nach einem Kirchenkaffee können wir dann nach Hause aufbrechen oder – noch besser – noch ein paar Tage in Schlesien bleiben.

 

Auf Wiedersehen in Breslau

 

K Michael Prinz Biron von Curland