Erstes Integratives Sommerlager der Schlesischen Genossenschaft - 2 Teilnehmer und 1 Betreuerin berichten

43. Mitteilungsblatt, 11. Dezember 2015

Erstmals betreuten 25 Jugendliche eine Woche lang 18 behinderte Gäste aus den diakonischen Einrichtungen der Region im Kloster. 

 

In der ersten Septemberwoche wimmelte es somit im Kloster Volkenroda von roten T-Shirts mit weißem achtspitzigem Kreuz auf den Rücken. Im Rahmen des Kooperationsprojektes mit dem von RR Konstantin v. Eichborn geleiteten Klosterbetrieb und der Town&Country Stiftung betreuen 25 Jugendliche eine Woche lang 18 behinderte Gäste aus den diakonischen Einrichtungen der Region. Das Ergebnis: Die pure Lebensfreude auf allen Seiten! 

 

Am berührendsten war die Harmonie in der ganzen Gruppe. Die verwischten Grenzen zwischen Betreuern und Gästen. Wir können im direkten Umgang lernen, wie sehr wir trotz unterschiedlicher Begabungen alle gleichwertige Kinder Gottes bleiben. Und was für ein schönes Miteinander entsteht, wenn wir unsere Gaben in den Dienst unseres Nächsten stellen. Aber lesen Sie, wie Gäste und Betreuer selbst aus dieser Woche berichten:

 

Tagebuch Carola

Es war sehr schön. Wir haben uns zuerst vorgestellt und saßen am Lagerfeuer. Außerdem hatten wir an mehreren Abenden Disco. Da konnten wir zusammen tanzen und singen. Wir haben Taschen selbst gebastelt, im Erste-Hilfe-Kurs Arzt gespielt und Rührei und Pizza gemacht. Die Mitarbeiter haben uns gut unterstützt, und ich durfte auch viel in der Küche helfen. Jeden Abend hatten wir eine Andacht und konnten viel singen. Heute freuen wir uns noch auf die Abschieds­party und den Besuch bei der Feuerwehr.

Das Theater hat mir besonders viel Spaß gemacht, und ich habe viele neue Leute kennen gelernt. Ich durfte im Gottesdienst die Kerzen anzünden. Wenn es das Camp nächstes Jahr noch mal gibt, will ich gerne wieder kommen und viel singen und Spaß haben.

 

Tagebuch Stefan

Wir waren im Bauernhof und haben dort die Tiere gefüttert. Wir haben die Esel gekämmt und gestreichelt. Die Hühner haben Eier gelegt, die haben wir gebraten und Rührei daraus gemacht. Das hat Hammer! geschmeckt. Im Löschteich haben wir geschwommen. Das Wasser war halb-halb (es ging gut). 

Und nach dem Abendbrot war Disco. Da habe ich mit vielen Leuten getanzt. 

Draußen haben wir Wasserspiele gemacht. Ein Spiel war mit Wasserbomben zum Werfen mit einem Handtuch. Bei einem anderen war eine große Schüssel mit einem Apfel drin. In der Schüssel war Wasser drin. Ich musste die Hände nach hinten machen und dann in den Apfel beißen. Das war einfach. Und hat Spaß gemacht. Die nächste Station hieß: „Dosenwerfen“. Mit 4 Bällen musste ich die Dosen umschmeißen.

Dann haben wir Pizza gebacken. Zuerst habe ich 4 Packungen Mehl in die Schüssel geschüttet. Und dann kam Salz und dann Zucker und dann Speiseöl. Die Hefe fehlt. Die kam später und musste dann ausruhen. Dann haben wir gemengt, und die anderen haben mit Mehl ausgerollt. Die nächsten haben Tomaten, Käse, Salami und Thunfisch drauf gemacht.

Es war wunderschön hier. Und ist immer noch wunderschön. Und das Essen war gut.

 

Freda v. Wietersheim

Für mich als Betreuerin (es war mein erstes Lager) war es wunderschön mitzuerleben, wie viel Spaß unsere Gäste hatten. Jeder hat sich mit jedem gefreut, wenn etwas gut gelungen war. Wir haben uns schlapp gelacht, wenn mal wieder jemand etwas Komisches oder einen lustigen Spruch gemacht hat. Außerdem war es ein ganz besonderes Gefühl zu sehen, wie sich so manch ein Schützling Stück für Stück geöffnet hat.

Man gibt wahnsinnig viel, aber man bekommt mindestens genauso viel auch wieder zurück. Es war eine sehr erlebnisreiche, unvergessliche Woche, und ich freue mich schon aufs nächste Jahr, wo ich hoffentlich einige Teilnehmer wiedersehen werde.

 

RR Konstantin v. Eichborn