Laudatio für Bischof Ryszard Bogusz durch den Herrenmeister auf dem Winterkapitel 2018

Breslau, 17. März 2018

Lieber Bischof Bogusz,für alle, die Sie heute Morgen in Ihrer wunderbaren Kirche begrüßt haben, danke ich Ihnen und allen Beteiligten. Von Ihnen so in den Tag geführt, hatten wir eine gehaltvolle Sitzung und intensive Gespräche; darauf kam es uns an, weil wir uns auch mit der Zukunft unseres Ordens beschäftigten. Vielen Dank!Das soll aber nicht der einzige Grund für Dank sein. - Seit den frühen 80iger Jahren haben Sie Kontakt zu den Johannitern insbesondere zu den Mitgliedern der Schlesischen und der Pommerschen Genossenschaft. Es herrschten damals Kriegsrecht und eine heute schwer vorstellbare, wirtschaftliche Krise in Polen. Hilfe war erforderlich und wurde geleistet, denn es fehlte an fast allem: Medikamente, Nahrung, Kleidung und viele Haushaltsgegenstände.
In diesen 10 Jahren wurden von den Schlesiern über 600 Versorgungsfahrten ab-gewickelt; über die Umstände, z.B. beim Einfahren und wieder beim Verlassen der DDR erlebten unsere Fahrer Erniedrigungen, die sie im Ergebnis nur weiter begeisterten, in Schlesien den Christenmenschen und anderen zu helfen.
Ziel musste es sein, dass die Spenden tatsächlich die wirklich Bedürftigen erreichen, und dafür muss man einen verlässlichen, engagierten Partner haben, und das waren und sind Sie. Mit Ihrer Hilfe, lieber Bischof Bogusz, war die erfolgreiche Abwicklung der Transporte erst möglich. Auch unsere Fahrer und Helfer mussten ermutigt werden, hier bei Ihnen fanden sie immer ein offenes Haus.
Man kann sich nicht vorstellen, wie es möglich war, die Transporte zu organisieren, die alle Ostgenossenschaften damals durchführten. Im ganzen Bundesgebiet wurden Güter gesammelt, dann aber gezielt für die Gemeinden zusammengestellt, Transportfahrzeuge und Fahrer mussten beschafft und eingewiesen werden und, und, und. Ich habe auch heute noch großen Respekt vor dieser Leistung, die, da wir nun einmal in Schlesien sind, mit dem Namen Christian v. Loesch besonders verbunden ist. Und hier vor Ort waren Sie, Bischof Bogusz, für den Erfolg besonders wichtig.
Zum Glück und mit Gottes Hilfe waren diese Zeiten auch einmal überstanden. Wir konnten weiter mit Ihnen zusammenarbeiten. Die Hilfe hat sich auf Basis der entstandenen Kontakte verändert. Heute sind es die Sozial- und Verleihstationen, die zusammen mit den Kirchengemeinden betrieben werden. In vielen Gemeinden werden Initiativen besonders für die Jugendarbeit unterstützt. Natürlich entstand 1996 die 1. Sozialstation in dieser, Ihrer Gemeinde, hier in Breslau und war Vorbild für die 4 weiteren, die in Niederschlesien bestehen.
Ganz im Sinne unseres Leitbildes wird in den Stationen Menschen in Not geholfen ohne Rücksicht auf ihre Nationalität, Rasse oder Konfession. Mit unserer Unterstützung dient damit die Kirche den Menschen. Es unterstreicht die Bedeutung der Diakonie. Ohne Diakonie wären der Orden und die Kirche ohne Herz, sie ist der Beweis unseres Glaubens.
Hand in Hand können wir für die Bedürftigen wirken und auch zukünftige Aufgaben angehen. Sie haben dafür gesorgt, dass diese Zusammenarbeit von einem positiven Geist getragen wird und allen Beteiligten Freude bereitet. Mögen Sie uns noch lange zur Seite stehen. Wir jedenfalls, und da spreche ich besonders für die Schlesier, wollen mit Ihnen weiter zusammen arbeiten.
Ich freue mich, Ihnen in Anerkennung von all dem, was Sie über Jahrzehnte für den Johanniterorden geleistet haben, das Ehrenkreuz des Johanniterordens zu verleihen.
Herrenmeister
Dr. Oskar Prinz v. Preußen