Strassenpädagogen in Beuthen

Die Gruppe der Straßenpädagogen UNO, Projekt des Zentrums für Mission und Evangelisation der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Polen, existiert seit 2012. Unser Handlungsort ist die Bergbaustadt Beuthen. Das Stadtviertel, in dem wir aktuell arbeiten, heißt Bobrek. In 90-er Jahren hat man hier die Hütte geschlossen. Jetzt müssen die Einwohner (auch Kinder) gegen die hohe Arbeitslosigkeit, den schlechten Zustand der Gebäude, die Armut und den Alkoholismus kämpfen. Unsere Handlungen sind an die Kinder und Jugendliche gerichtet, die ihre Zeit im Stadtraum verbringen.

Das Hauptziel ist die Begrenzung von Risikofaktoren, die mit dem Familien- und gleichaltrigen Milieu verbunden ist, sowie:

1.) Verbesserung von der Selbsteinschätzung und Erhöhung des eigenen Wertes bei Kindern und Jugendlichen, die von der sozialen Ausgrenzung bedroht sind,

2.) Verbesserung von der sozialen Existenz der Kinder und Jugendlichen, die ihre Zeit vor allem auf der Straße verbringen,

3.) Anregung der sozial – kulturellen Aktivität der Kinder und Jugendlichen, die von der sozialen Ausgrenzung bedroht sind.

Unsere Handlungen haben wir in 2010 zusammen mit der lokalen Kirchengemeinde in Miecho -wice begonnen – ein Koordinator und ein Streetworker. Im November 2010 ist die erste Jungengruppe entstanden. Das erste Projekt mit der Gruppe waren Foto-Workshops, die mit der Fotoausstellung „Komm, ich erzähle dir von Bobrek“ beendet wurde. Das Projekt wird seit Januar 2017 betrieben und wurde inzwischen erweitert. Heute beinhaltet es folgende Tätigkeiten:

I. Prophylaktischerzieherisches Programm „Breite deine Flügel aus” für Kinder zwischen 11 und 16 Jahren.

Die Schutzbefohlenen kommen aus drei Beuthener Ortsteilen: - Bobrek - Rossberg (Rozbark) - Karf (Karb)

Jede Gruppe zählt 8 Personen, mit denen jeweils zwei Straßenpädagogen arbeiten (zusammen sind es 24 Schützlinge, deren Betreuung individuell gestaltet sein muss). Im Rahmen der Betreuung treffen sich die Gruppen in dem Sitz der Kirchengemeinde in Miechowitz (Miechowice), nehmen an verschiedenen Betätigungen in den Hinterhöfen ihrer Wohngegend teil, es werden für sie auch Ausflüge veranstaltet, z. B. ins Museum, in ein Kino, zum Theater, in die Oper, in ein denkmalgeschütztes Bergwerk, in ein Schwimmbad, in eine künstliche Kletteranlage und in einen Seilgarten.

Es fanden auch drei gemeinsame, größere Ausflüge statt: in die Westernstadt Twinpigs in Sohrau (Żory), in ein Saurierpark, so wie eine Kanutour.

2019 bereiten die Kinder eigene Miniprojekte vor, die sie bis zum Jahresende in ihrer Wohngegend bewerkstelligen werden. Mitarbeiter: 6 Straßenpädagogen, ein Psychologe, eine Soziotherapeutin.

II. Pädagogischerzieherisches Programm „Mobile Schule” für Kinder zwischen 6 und 16 Jahren.

Die Mobile Schule ist ein Anhänger, auf dem sich mehrere meist magnetische Schultafeln befinden. Ausgezogen hat sie eine Länge von ca 6 Metern und kann beidseitig benutzt werden.

Die Mobile Schule arbeitet vier mal in der Woche in den Ortsteilen:

- Bobrek (2 Hinterhöfe)

- Rossberg (ein Hinterhof)

- Karf (ein Hinterhof)

Zusammen nehmen 100 Schützlinge an diesem Programm teil, aber tatsächlich haben bereits über 300 Personen an den Veranstaltungen teilgenommen.

Mitarbeiter: 3 Straßenpädagogen, ehrenamtliche Helfer.

Die Mittel für die Projekte werden von der EU, der Stadt, Kirchengemeinden, verschiedene Sponsoren u.a. der Schlesischen Genossenschaft bereit gestellt. Die trotzdem vorhandene Unterdeckung wird vom CME ausgeglichen.

 

Text weitergeleitet vom Werkmeister EK Babo Graf Harrach