Zehn Jahre Johanniter Hilfswerk Polen

41. Mitteilungsblatt, 27. November 2014

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens und erfolgreichen Wirkens des Johanniter-Hilfswerks in Polen (JDP) hatten sein Präsident und die Mitglieder des Vorstands am 08. November 2014 zu einer Feierstunde in das Bischofsschloss von Lidzbark Warmiński, früher Heilsberg, in Ermland-Masuren eingeladen.

 

Das Johanniter-Hilfs-werk in Polen wurde 2004 nach polnischem Recht als Werk des Johanniterordens gegründet und in enger Zusammenarbeit mit der Johanniter-Unfall-Hilfe in Deutschland und mit den Genossenschaften des Ordens, die bis 1945 östlich von Oder und Neiße ihre Heimat hatten, aufgebaut. Inzwischen ist das JDP als nichtstaatliche gemeinnützige Hilfsorganisation in Polen etabliert und nimmt im Angebot sozialer und diakonischer Dienste einen geachteten Platz ein. Dabei pflegt es traditionsgemäß die weiterhin enge Zusammenarbeit mit der deutschen Johanniter-Unfall-Hilfe. Vor allem sind hier die Kontakte des JDP-Regionalverbandes Lebuser Land zum Landesverband Berlin-Brandenburg der JUH und zu seinem Regionalverband Berlin herauszustellen. Die wechselseitige Teilnahme an Wettkämpfen mit herausragenden Leistungen der jeweiligen Gastmannschaften, die gemeinsamen Sommerlager mit der Johanniterjugend und die alljährliche Teilnahme polnischer Joannici an der sanitätsdienstlichen Absicherung des Berlin-Marathons, immer im Oktober, gehören zum weiten Spektrum deutsch-polnischer Kontakte. Deshalb verlieh der Präsident des JDP im Rahmen der Feierstunde am 08. November 2014 auch der Berliner Johanniter-Jugend einen Preis, gleichermaßen als Dank und Zeichen der Verbundenheit, der von ER Wolfgang Pellnitz, ehrenamtliches Mitglied im Vorstand des Regionalverbandes Berlin der JUH in Empfang genommen wurde.

 

Die Feierstunde wurde mit einem ökumenisch gestalteten Gottesdienst in der Schlosskapelle des Bischofssitzes eingeleitet. Aus der evangelischen Kirche Polens nahmen Bischof Jerzy Samiec, Leitender Bischof der Ev.-Augsb. Kirche in Polen, der Bischof der Mazurischen Diözese, Rudolf Baża-nowski, sowie weitere Geistliche teil. Pfarrer Pawel Rzosiński aus Olsztyn, früher Allenstein, vertrat die römisch-katholische Kirche. Die Liturgie wurde gemeinsam gestaltet, die Predigt hielt Bischof Samiec zu einem alttestamentlichen Jesaja-Text, in dem das gottesfürchtige Leben des Menschen zum Thema gemacht wird.

 

Anschließend versammelte sich die Festtagsgesellschaft zum Festakt im Großen  gotischen Refektorium des Bischofsschlosses. Pfarrer und Präses Giemza, Präsident des JDP, begrüßte die Gäste und zog eine Bilanz des zehnjährigen Bestehens des JDP. Rechtsritter Frhr. v. Dellingshausen, langjähriges Mitglied des Vorstands und gegenwärtig Angehöriger des Präsidiums, überbrachte  Grüße und Dank des Herrenmeisters, S.K.H. Dr. Oskar Prinz von Preußen für erfolgreiche Aufbauarbeit der Joannici. Grüße hatte er auch vom Regierenden Kommendator der Hannoverschen Genossenschaft, Dr. Joachim von Einem, auszurichten. Die Hannnoversche Genossenschaft selbst hatte sich in den vergangenen Jahren mit einem eigenen Werk  in der Ostpreußen-Hilfe und gegenüber dem JDP in besonderer Weise engagiert. Weitere Grußworte sprachen Vertreter der öffentlichen Verwaltung der Woiwodschaft Ermland-Masuren und der Region Lidzbarl Warmiński.

 

Im Mittelpunkt des Festaktes standen Übergabe und Weihe einer neu geschaffenen Fahne für das JDP. Ihre Segnung durch Geistliche beider Konfessionen fand in besonders feierlicher Weise statt. Den Abschluss bildete die Übergabe einer Geburtstagstorte, die auch unmittelbar danach von den Anwesenden verzehrt wurde.

 

Ein Mittagessen im Restaurant des Schloss-Hotels „Krasicki“, erst vor drei Jahren in einem Wohngebäudes aus der Barockzeit auf dem Gelände des Bischofsschlosses entstanden, rundete des festliche Zusammensein der Joannici mit Freunden aus nah und fern ab.

 

Katarzyna Janusz