Zur Geschichte

Die Gründung des «Ritterlichen Ordens St. Johannes vom Spital zu Jerusalem», Johanniterorden genannt, reicht ins Ende des 11.  Jahrhunderts zurück. Seine erste Aufgabe bestand im Schutz, der Betreuung und der Pflege der Kreuzfahrer und Pilger. Bis 1291 lag der Hauptsitz des Ordens im Heiligen Land, bis 1310 auf Zypern, bis 1522 in Rhodos und von 1530 bis 1798 auf der Insel Malta. Durch die Reformation ergab sich eine konfessionelle Trennung innerhalb des Ordens: Aus der Balley Brandenburg entwickelte sich der evangelische Johanniterorden, während der katholisch gebliebene Teil des Ordens sich nach seinem neuen Sitz Malteserorden nannte. Seitdem widmet sich der Johanniterorden ausschliesslich humanitären Aufgaben.

In der Schweiz entstanden seit dem späten 12. Jahrhundert insgesamt zwanzig Kommenden, wie die klosterartigen Niederlassungen genannt werden: Münchenbuchsee BE (1180), Hohenrain LU (1181/82), Bubikon ZH (1192/98), Thunstetten BE (um 1200), Basel BS (vor 1206), Rheinfelden AG (1212), Contone TI (1219), Fribourg FR (1224), Tobel TG (1229/28), Crausaz  VD (1228), Salgesch VS (um 1230), Leuggern AG (vor 1252), Klingnau AG (1251), Compésières GE (1270), Wädenswil ZH (1287), Reiden LU (um 1280), La Chaux VD (1315), Biberstein AG (1335), Küsnacht ZH (1358) und Biel BE (1454). Im  Zuge der Reformation, hauptsächlich jedoch erst im Nachgang zur Französischen Revolution und dem Kulturkampf wurden die Kommenden aufgelöst, als letzte jene von Fribourg FR (1825).

In den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts lebten auf dem Gebiet der Schweiz Johanniterritter sowohl schweizerischer wie deutscher Nationalität, die der Balley oder einer deutschen Genossenschaft angehörten. Um die Gemeinsamkeit zu fördern wurde im Jahre 1937 in der Grande Société in Bern die „Vereinigung der Johanniterritter in der Schweiz“ als Glied der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens Sankt Johannis vom Spital zu Jerusalem gegründet.

In den Jahren nach der Kapitulation Deutschlands 1945 stand das Fortbestehen des Johanniterordens auf Messers Schneide. Nicht zuletzt dank der diplomatischen Beziehungen zum britischen Militärattaché konnte die Schweiz die pauschalen Anschuldigungen gegen den Johanniterorden widerlegen. Ihr Engagement galt auch dem 1961 erfolgreichen Zusammenschluss der Johanniterorden in der Allianz.

Mit der Gründung des Hilfswerks 1962 und der Umwandlung der Genossenschaft in die heutige Form der Kommende im Jahr 1975 setzte Gang in die Moderne ein.

Bilderlegende

Seitenkopf: Johanniterkommende Bubikon ZH. Die älteste Darstellung zeigt die Komturei als Mischung von Wehranlage und Kloster. Zeichnung von 1530 in der Chronik von Heinrich Brennwald.
Bild: Zentralbibliothek Zürich.

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