Kreative Aktionen zur Fachkräftegewinnung vor Ort

Köln-Finckenberg, 25. September 2018

Fast täglich können wir in der Presse hören und lesen, dass Deutschland unter einem akuten Fachkräftemangel in der Kranken- und Altenpflege leidet. In einer jüngst veröffentlichen Studie, geleitet von Prof. Michael Isfort, ist vom Fehlen von mehr als 17.000 Vollzeitpflegekräften die Rede.
Mit der großangelegten Fachkräfte-Kampagne „besser-für-alle“ gehen die Johanniter Seniorenhäuser dieses Problem aktiv an. Dabei sind vor Ort in den Einrichtungen kreative und ausgefallene Ideen gefragt.


Im Johanniter-Haus Köln-Finkenberg nutzt man die seit vielen Jahren bestehende Kooperation mit dem Familienzentrum Konrad-Adenauer-Straße. Jährlich sind mehrere gemeinsame Aktionen geplant. Was haben Kinder mit dem aktuellen Fachkräftemangel zu tun? Die Antwort ist einfach. Sie sind die möglichen „Pflegekräfte der Zukunft“. Hinzu kommt, dass viele Eltern aus genannter Einrichtung einen Migrationshintergrund haben und selbst nach Arbeitsmöglichkeiten in ihrem Wohnumfeld zu suchen.

Bei der ersten Aktion standen die „Hände“ als Symbol der Tatkraft und Individualität  im Vordergrund.
Gut gelaunt und voller Tatendrang besuchten uns die Kinder des Familienzentrums mit ihren Erzieherinnen. Im Flur des Untergeschosses war alles durch die Sozialdienstleitung Frau Noll und ihren Kollegen Herrn Husmann vorbereitet. Auch warteten bereits einige SeniorInnen und Pflegekräfte mit Pinsel und Farbe auf die Kinder. Die Aufgabe für alle Beteiligten bestand darin, sich die Handflächen großzügig mit Farbe zu bestreichen und einen Handabdruck auf der vom Haustechniker Herrn Engel frisch renovierten Wand zu hinterlassen. Wer an der Aktion mehr Spaß hatte war nicht auszumachen. Alle waren mit Begeisterung dabei und die tolle Zusammenarbeit brachte die Kinder, Senioren und Mitarbeiter des Johanniter Hauses sehr nahe. Bestrichen die Kinder doch ohne große Berührungsängste die Hände der Senioren und kamen darüber mit ihnen ins Erzählen. Das Gesamtkunstwerk gab dann sehr anschaulich das generationsübergreifende Miteinander zum Ausdruck. Im unteren Bereich sind die Kinderhände, darüber die Hände der Senioren und als Oberste die Hände der Pflegekräfte erkennbar. Unsere Hände sind in der Pflege unentbehrlich, die Hände der Kinder sind unsere Zukunft und die Hände der Senioren zeigen ein gelebtes Leben. Eine super Aktion, die im Untergeschoss des Johanniter-Hauses Köln-Finkenberg zu bestaunen ist.

Beim zweiten Treffen stand die gemeinsame Zubereitung von Essen und Getränken im Vordergrund. Für Menschen in Senioreneinrichtungen, beeinflussen schmackhaftes Essen und leckere Getränke das Wohlbefinden in nicht zu unterschätzendem Maße. Gemeinsam saßen Kinder, Senioren und Mitarbeiter an langen Tischen und schnibbelten Obst und Gemüse für gesunde Säfte, Dips und Wraps. Munter unterhielten sich die Kinder und Senioren miteinander und genauso fröhlich wurde anschließend das „Festmahl“ genossen.  

 Wie nachhaltig die Kooperationen  zwischen Kindergärten, Schulen und Senioreneinrichtungen ist, beweist die Tatsache, dass sich immer wieder junge Leute im Johanniter-Haus Köln-Finkenberg für Berufserkundungstage oder Praktika bewerben. Viele von ihnen berichten, dass sie schon als Kinder  in unserer Einrichtung waren und sich sehr wohl gefühlt haben.  
 
Text: Beate Dobbelstein, Ute Ehlers
Fotos: Torsten Husmann