Johanniter-Krankenhäuser haben Mut zu Transparenz und Qualitätswettbewerb

Berlin, 21. April 2010

Johanniter-Krankenhäuser haben Mut zu Transparenz und Qualitätswettbewerb

  • Johanniter-Krankenhäuser legen erstmals IQM-Qualitätsergebnisse offen
  • Ziel: Qualität der Behandlung verbessern und Transparenz für niedergelassene Ärzte und Patienten

 

Ab heute sind die Qualitätsergebnisse von zwölf Krankenhäusern im Johanniter-Verbund unter der Adresse www.johanniter-gmbh.de/iqm abrufbar. Hier lässt sich ablesen, wie erfolgreich die Johanniter-Kliniken die Patienten bei 30 wichtigen Krankheitsbildern und Operationen, wie etwa Schlaganfall oder Herzinfarkt, behandeln. Diese Ergebnisse sind Teil einer Datenauswertung gemeinsam mit 122 anderen Kliniken in Deutschland, die der Initiative Qualitätsmedizin (IQM) angehören. Patienten und niedergelassene Ärzte erhalten damit objektiv erhobene und umfassende Daten zur medizinischen Behandlungsqualität. Die Johanniter-Krankenhäuser nutzen das IQM-Verfahren für die laufende Qualitätskontrolle und um trägerübergreifend mit Experten anderer Kliniken Verbesserungen umzusetzen.

 

 „Ziel ist es, unseren Patienten die bestmögliche Qualität in der medizinischen Versorgung zukommen zu lassen“, so Dr. Jörg Blattmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Johanniter GmbH, „deshalb sind wir der trägerübergreifenden Initiative beigetreten. Die IQM-Werte belegen unsere Stärken, zeigen aber auch, wo Handlungsbedarf besteht.“

 

Die Johanniter-Krankenhäuser hinterfragen ihre Ergebnisse und führen bei Abweichungen von den Mittelwerten sogenannte Peer-Review-Verfahren durch. Das Peer-Review Verfahren setzt auf den Fachaustausch zwischen IQM -Mitgliedskliniken und ist ein effektives Instrument zur Verbesserung der Behandlungsergebnisse.

 

„Unsere verantwortlichen Chefärzte setzen sich mit den chefärztlichen Kollegen aus anderen IQM-Mitgliedskliniken zusammen, um gemeinsam kritische Patientenfälle auf mögliche Fehler in Abläufen und Strukturen zu analysieren. Damit werden die Schwachstellen identifiziert und Maßnahmen zur Beseitigung festgelegt“, erklärt Dr. Jörg Blattmann.

 

Wie dieser Expertenaustausch die Qualität verbessert, zeigte sich bereits Ende des Jahres 2009 in den Johanniter-Krankenhäusern in Stendal und Geesthacht. Im Johanniter-Krankenhaus Genthin-Stendal nahmen Experten der Bundesärztekammer sowie Ärzte der Johanniter, HELIOS und dem Uniklinikum Dresden anhand von Patientenakten die Kardiologie unter die Lupe – und auch im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht analysierten Mediziner ausgewählte Patientenakten zum Indikator „Todesfälle bei Hauptdiagnose Schlaganfall“. Die verantwortlichen Chefärzte in Geesthacht und Stendal, Dr. Frank Templin und Prof. Ulrich Nellessen, sind sich einig, dass mit dem Review eine neue Phase der Fehlerkultur in den Johanniter-Krankenhäusern beginnt.

„Als Gründungsmitglied der Initiative Qualitätsmedizin haben die Johanniter den Mut zu Transparenz und Qualitätswettbewerb  von Anfang an unterstützt“, erklärt Dr. Jörg Blattmann, „Mit der Veröffentlichung aller, und damit auch auffälliger Ergebnisse, übernehmen wir die Verantwortung für die beste medizinische Behandlungsqualität für unsere Patienten.“

 

Weitere Informationen zu den Ergebnissen der Johanniter-Kliniken und die Initiative Qualitätsmedizin finden Sie unter:

 

www.johanniter-gmbh.de/iqm

www.initiative-qualitaetsmedizin.de

 

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Die Johanniter GmbH

Die Johanniter GmbH, Gemeinnützige Gesellschaft für soziale Einrichtungen, ist ein Werk des Johanniterordens und verantwortet als zentrale Trägergesellschaft die Arbeit von rund 80 stationären Einrichtungen in Deutschland. Dazu zählen 15 Krankenhäuser, Fach- und Rehabilitationskliniken sowie Medizinische Versorgungszentren, Tageskliniken und derzeit 66 Altenpflegeeinrichtungen. Über 9.500 Mitarbeiter engagieren sich rund um die Versorgung der kranken und pflegebedürftigen Menschen. Die Johanniter-Einrichtungen haben im Jahr 2009 einen Gesamtumsatz von rund 575 Millionen Euro erwirtschaftet.

 

Die Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM)

Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammen geschlossen. Die Initiative mit Sitz in Berlin besteht deutschlandweit und ist offen für alle Trägergruppen. Gründungsinitiatoren sind die DAMP Gruppe, die Gesundheit Nordhessen Holding, die HELIOS Kliniken Gruppe, die Johanniter, die Medizinische Hochschule Hannover, die Malteser, die SRH Kliniken, das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden an der TU Dresden, die Vereinigung Berufsgenossenschaftlicher Kliniken und das Universitätsspital Basel, die Charité - Universitätsmedizin Berlin, das Klinikum Saarbrücken, das Klinikum St. Elisabeth Straubing und die Ludwig-Maximilians-Universität München.  

Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, in ihren derzeit insgesamt 122 Kliniken mit knapp 1,8 Million stationären und rund 4,8 ambulanten Patienten drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse auf einer trägerübergreifenden Plattform und die Durchführung von „Peer-Review-Verfahren“. Bei den Peer Reviews werden Behandlungsprozesse mit auffälligen Ergebnissen von internen und externen „Peers“, also ärztlichen Fachkollegen, auf mögliche Fehler in den Ergebnissen, Abläufen und Strukturen hin anhand der konkreten Fälle untersucht. Diese Erkenntnisse ermöglichen den Verantwortlichen vor Ort anschließend eine zielgenaue Vermeidung möglicher Qualitätsdefizite und der Verbesserung der Ergebnisqualität.

 

Qualitätssicherung auf Basis von Routinedaten

Das deutsche Fallpauschalensystem bietet die Möglichkeit, weitreichende Qualitätsinformationen aus den Abrechnungsdaten der Kliniken abzuleiten: Jede Leistung im Krankenhaus wird im Zuge der Abrechnung kodiert und in sog. ICD (International Classification of Diseases) bzw. OPS (Operationen- und Prozedurenschlüssel) abgebildet. Diese Routinedaten werden von den Kostenträgern überprüft, erfassen jeden behandelten Patienten und sind kurzfristig verfügbar. Die Qualitätsmessung über Qualitätsindikatoren auf Basis von Routinedaten bedeutet deshalb hohe Effizienz (kein zusätzlicher Dokumentationsaufwand in den Kliniken) und Objektivität (leichte Überprüfbarkeit).

 

Kontakt:

IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.

Friedrichstraße 166

D-10117 Berlin

www.initiative-qualitaetsmedizin.de

Ihr Ansprechpartner Andreas Reiter

Leitung Qualitätsmanagement / Qualitätssicherung

Finckensteinallee 111
12205 Berlin