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Wie trauern Kinder?

Kinder trauern anders als Erwachsene. Sie sind unter Umständen einem steten Wandel ihrer Gefühle ausgesetzt. Die unterschiedlichsten Gefühle stellen sich ein, wie z. B. Angst oder Schuldgefühle, Verzweiflung, Wut und Aggressionen, die sich in Vorwürfen an Eltern oder anderen ausdrücken, Mutlosigkeit, Resignation und Niedergeschlagenheit. Die Kinder können Phantasien der Wiedervereinigung durchleben. Das heißt,  sie erwarten den Verstorbenen wieder. Und es kann passieren, dass sie deshalb zum Beispiel ein Gedeck mehr am Tisch auflegen. Sie erleben Trennungsängste gerade nach dem Verlust eines Elternteils und es kann zur Regression in frühere Entwicklungsphasen kommen, so dass sich ein Kind wieder wie vor Jahren verhält und zum Beispiel einnässt.
Kinder sind den Gefühlen hilflos ausgeliefert. Sie können sie auch nicht artikulieren und benennen. Sie versuchen alles, was sie verunsichert, zu verdrängen und wollen möglichst normal sein.
Da Kinder in der Gegenwart leben, wird ihr Verhalten oft nicht richtig eingeordnet und missverstanden. Sie springen in ihre Trauer hinein und auch wieder schnell und sprunghaft hinaus. Daher kann es passieren, dass Kinder vor dem Sarg in der Aussegnungshalle auf dem Boden mit ihren Autos spielen, als würde sie die Beerdigung gar nichts angehen. Sie drücken ihre Trauer weniger über Sprache und Verstand wie Erwachsene aus, sondern mehr nonverbal über Spiel, Malen oder Rituale.  Dadurch wird es schwierig, klare Phasen der Trauer zu erkennen. Sie sind oft verwischt und überlappen sich.


Erfahrungen helfen bei der Bewältigung



Für uns Erwachsene ist es da hilfreich zu fragen, wie wir selbst mit dem Tod und der Trauer umgehen. Wie haben wir zum ersten Mal vom Tod erfahren? Wie sind unsere Eltern mit uns umgegangen? Wurde uns etwas verschwiegen, nicht zugemutet, oder ist damit offen und ehrlich umgegangen worden? Wurde uns die „Wahrheit“ zugemutet? Die meisten haben hier eher negative bzw. keine Erfahrungen. Dies ist aber deshalb verständlich, da Eltern ihre Kinder zuerst immer schützen wollen. Sie wollen vor der Gefahr bewahren, dass die Seele des Kindes Schaden nimmt. Das ist eine ganz natürliche Reaktion der Eltern. Doch Tod und Sterben, sowie die Trauer gehören zum Leben und richten keinen schlimmeren Schaden an.
In unserer Gesellschaft übersehen wir die Kinder. Sie werden als Trauernde nicht wahrgenommen und stören oft auch noch im Gefüge. Dabei können Kinder sehr wohl trauern. Sie haben oft ihren eigenen Weg. Sie trauern auf ihre Weise, nicht so wie Erwachsene. Für Kinder sind diese ersten Erfahrungen mit Tod und Trauer die wichtigsten und prägendsten. Sie kennen meist keine anderen Kinder, die trauern. Diese Erfahrungen prägen oft das Verhalten und die Vorstellung von Tod und Trauer bis ins Erwachsenenalter hinein