Trauer gehört zum Leben

Trauer und Traurigkeit sind uns nicht fremd:

  • Trauer über verpasste Chancen im Leben
  • Trauer über den Verlust der Jugend
  • Trauer über den Tod eines geliebten Menschen


So ragen Tod und Abschied immer wieder in unser Leben hinein, doch meist sind wir nur Zuschauer. Wenn es uns dann ganz persönlich trifft, ist das eine dramatische Erfahrung. Wir werden bis in die Grundfeste unserer Existenz erschüttert, unser Leben wird völlig auf den Kopf gestellt und nur schwer ist eine Neuorientierung vorzustellen.


Wir erfahren plötzlich den Tod und damit in gewisser Weise die Vorwegnahme unseres eigenen Todes. Mit dem geliebten Menschen stirbt auch ein Teil von uns, vieles geht für immer verloren.


Bei Angehörigen vermischen sich Sterbe- und Trauerprozess. Wir müssen erfahren, dass vieles in uns selber stirbt, lehnen uns dagegen auf, wollen noch retten, was zu retten ist, fallen schließlich in tiefe Traurigkeit.


Das Gefühl, das uns hilft, diese bitteren Erfahrungen zu bewältigen, ist die Trauer.

  • Trauer gehört zu unserem Leben
  • Trauer ist keine Krankheit
  • Trauer ist eine lebenswichtige Reaktion
  • Trauer ist eine spontane, natürliche, normale Reaktion unserer ganzen Person auf Verlust, Abschied und Trennung
  • Trauer ist die Möglichkeit, gesund Abschied zu nehmen 
  • Trauer erfasst den ganzen Menschen und berührt alle seine   Lebensbereiche
  • Trauer wird individuell ganz unterschiedlich erlebt und gestaltet
  • Trauer hat viele Gesichter

Mögliche Gefühle, Gedanken und körperliche Reaktionen während eines Trauerprozesses

Gefühle, die bei Trauernden auftreten können

Angst, Schock, Hilflosigkeit, Abgestumpftheit, Betäubung, Wut, Sehnsucht, Kummer, Schuldgefühle, Verzweiflung, Aggression, Lachen, Zorn, Befreiung, Gleichgültigkeit, Selbstmitleid, Freude, Einsamkeit, Hass, Liebe, Leere, Dankbarkeit, Schmerz.


Körperliche Empfindungen, die bei Trauernden auftreten können

Müdigkeit, Leeregefühl im Magen, Zittern, Herzklopfen, Herzrasen, Beklemmung im Brustbereich, Kurzatmigkeit, zugeschnürte Kehle, Appetitmangel, Überempfindlichkeit, Muskelschwäche, Schwächeattacken, Überaktivität, verändertes Zeitempfinden.


Gedanken und Phantasien, die bei Trauernden auftreten können

Der Verstorbene wird gesucht, gerufen, gesehen, gerochen. Laute Selbstgespräche, fehlende Zukunftsperspektiven, konfuse Gedanken, Verwirrtheit, Desinteresse, Wahnvorstellungen, Sprechen mit dem Verstorbenen, wirre Träume, Leben in einer Phantasiewelt mit dem Verstorbenen.

 

Trauer darf weder verdrängt noch versteckt werden. Jeder Mensch muss trauern können. Wir müssen die Trauer zulassen, Trauer muss erlebt und durchlebt werden. Denn nur dann, wenn die Trauer bewältigt wird, wenn ihr Zeit und Raum gegeben wird, kann aus der Trauer heraus neuer Lebensmut entstehen.