Fragen an Torsten Behrmann

Fragen an Torsten Behrmann (43) 


Torsten Behrmann ist Leiter des Johanniter-Katastrophenschutzes in Eutin und Mitbegründer der Schnell-Einsatz-Gruppe vor 20 Jahren:


Was macht die Schnelleinsatzgruppe der Johanniter aus?
Die SEG ist eine kurzfristig einsatzbereite Einheit, die eine individuelle medizinische Versorgung einer größeren Zahl Betroffener ermöglicht. Sie kommt zum Einsatz, wenn der Rettungsdienst Unterstützung braucht. Etwa bei einem Großbrand, bei Unfällen mit vielen Autos, Bussen oder Schiffen, bei Evakuierungen oder Massenveranstaltungen. Für diese Aufgaben werden die ehrenamtlichen Helfer optimal ausgebildet.

Welche Situation hat Sie dazu bewegt, 1988 eine SEG in Eutin zu gründen?
Damals war unser Sanitätszug des Katastrophenschutzes ungenügend ausgerüstet. In den Abendstunden und nachts gab es in Eutin im Rettungsdienst lediglich einen Krankenwagen. Wir haben deshalb zwei alte Fahrzeuge für den Sanitätseinsatz ausgerüstet und Pieper angeschafft, über die eine kleine Teileinheit aus erfahrenen Helfern des Ortsverbandes schnell erreichbar sein sollte. Die SEG war geboren!

Wie hat sich Ihre SEG bewährt und weiterentwickelt?
In den Anfangsjahren wurde die SEG zu durchschnittlich drei Einsätzen im Jahr gerufen. Diese Zahl ist in den letzten fünf Jahren auf sechs bis zehn gestiegen, 2007 waren es acht. Vor 20 Jahren bestand die SEG noch aus etwa 15 Helfern und zwei Fahrzeugen. Heute sind es 45 Retter und zehn Einsatzwagen. Seit 2007 verfügen wir auch über einen selbst gebauten Materialanhänger mit Lichtmast, Zelt, Tragen und medizinischer Ausrüstung.

Was begeistert sie an der SEG und der Arbeit damit?
Die SEG bietet für jeden die Möglichkeit, nach seinen Stärken eingesetzt zu werden – von der technischen Helferin bis zum Rettungsassistenten. Dass jede Hand gebracht wird, motiviert meine Leute immer wieder, zu jeder Zeit bereit zu sein und sich im Notfall schnellstmöglich einsatzklar zu machen.

An welchen herausragenden Einsatz im Jahr 2007 erinnern Sie sich?
Zum Beispiel erinnere ich mich an einen Wohnungsbrand in einem fünfstöckigen Mehrfamilienhaus in Süsel am 24.Januar. Obwohl es ein früher Mittwochmorgen war, waren spontan 27 ehrenamtliche Helfer vor Ort. Mindestens sieben Verletzte mussten zeitgleich versorgt und in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden. Da war es wichtig, dass wir eine Fahrt übernommen und weitere Bewohner über das Treppenhaus und Leitern evakuiert und versorgt haben.

Wie finanziert sich die SEG?
Material und Ausstattung werden von den Beiträgen der fördernden Mitglieder getragen. Die Fahrzeuge stammen größtenteils aus dem Katastrophenschutz oder sind ausgesonderte Rettungsdienstfahrzeuge. Seit 2007 beteiligen sich auch die Krankenkassen an den Kosten für die SEG.

Was ist für die Zukunft geplant?
Das neue kreisweite SEG-Konzept sieht mit Hilfe der Unterstützung der Krankenkassen eine einheitliche Ausstattung der SEGs vor sowie eine verbesserte Alarmierung und eine organisationsübergreifende Ausbildung der Helfer. Daran arbeiten wir. 2008 wollen die Eutiner Helfer zudem einen fast 30 Jahre alten Einsatzleitwagen für die SEG erneuern.