Daten und Fakten

 

Der Ortsverband Eutin der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. ist im Kreis Ostholstein neben den für eine Hilfsorganisation üblichen Aufgabenbereichen Sanitäts- u.  Rettungs-dienst, Ausbildung und Katastrophenschutz auch mit einer Tauchergruppe vertreten.

 

Geschichtlicher Werdegang

Nachdem das Technische Hilfswerk Eutin aus verschiedenen Gründen die Taucherei Mitte 2004 aufgegeben hat, entschieden sich die Johanniter aus Eutin dazu, diesen Fachdienst zu übernehmen. Nachdem die gesamte Ausrüstung vom THW übernommen wurde begann die Aufbauphase. In unzähligen ehrenamtlichen Stunden wurden die Ausbildungen und Tauchgänge absolviert, das Boot restauriert und viele technische Dienste geleistet. Diese Phase konnte im September 2005 erfolgreich mit einer Prüfung abgeschlossen werden. Seither ist die Tauchergruppe der Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. einsatzbereit.

 

Technische Ausrüstung

Der Gruppe steht zur Wahrnehmung Ihrer Aufgaben ein „Gerätewagen Taucher“ (Funkrufname: „Akkon Ostholstein 67/58/1“) zur Verfügung. Auf diesem Fahrzeug des Typs Mercedes-Benz 508 D ist das gesamte Equipment untergebracht, das für einen Taucheinsatz benötigt wird. Das sind neben den Leichttauchgeräten, Neopren-Anzüge unterschiedlicher Größen und Ausführungen, das Zubehör wie Flossen, Schnorchel, Lampen etc. und Leinen, Schwimmwesten, Bojen und Werkzeug. Dieses Material ist  so sortiert und verlastet, das sich zwei Taucher während der Fahrt zum Einsatzort ausrüsten können.

 

Für die Arbeit auf dem Wasser steht ein offenes dreikieliges Rauwasserarbeitsboot zur Verfügung, das mit einem 70 PS starken Außenbordmotor ausgerüstet ist. Dieses Boot trägt die gleiche Lackierung wie die übrigen Einsatzfahrzeuge und ist auf einem Trailer ständig einsatzbereit. Der Bootsanhänger wird mit einem Mannschaftstransportwagen (Ford Transit) an die dem Einsatzort nächstgelegene Wasserungsmöglichkeit gebracht.

Zur Sicherstellung der eigenen notfallmedizinischen Versorgung rückt im Einsatz- und Übungsfall immer ein Krankentransport- oder Rettungswagen mit aus.

 

Je nach Notfallmeldung und Lage kann auf einen Gerätewagen (u.a. mit beheizbarem Zelt, Werkzeug und Beleuchtung), einen Einsatzleitwagen mit zwei Funkarbeitsplätzen sowie ein Führungsfahrzeug auf Ford Mondeo zurückgegriffen werden, die hauptsächlich für medizinische Großschadenslagen vorgehalten werden.

 

Personelle Besetzung

Die Tauchergruppe umfasst zur Zeit eine personelle Stärke von 14 aktiven Einsatzkräften, darunter eine Frau. Die Aus- und Fortbildungen, die Übungstauchgänge und die Einsätze sowie alle anderen Dienste werden rein ehrenamtlich und in der Freizeit geleistet. Die Gruppe untersteht dem Leiter des Tauchwesens und einem Taucheinsatzleiter, der die sogenannten Tauchtrupps führt. Ein Tauchtrupp besteht aus jeweils einem Einsatztaucher, einem Sicherungstaucher und einem Signalmann, der seinen Taucher beim Anlegen der Ausrüstung unterstützt und ihn während des Einsatzes per Sicherungsleine führt.

 

Aus- und Fortbildung

Alle Aktiven verfügen über eine qualifizierte und umfassende Ausbildung, die sich in unterschiedliche Schwerpunkte gliedert. So werden u. a. Kenntnisse in Technik, Recht und Tauchmedizin vermittelt. Die Ausbildung erfolgt nach der GUV-R 2101 und in Anlehnung an die Feuerwehrdienstvorschriften für das Tauchen. Des weiteren sind alle Kräfte auch im Sanitäts- und Rettungsdienst der Johanniter aktiv und haben daher eine Ausbildung zum Sanitätshelfer, Rettungssanitäter oder Rettungsassistent. Regelmäßige Übungstauchgänge und interne Fortbildungen sorgen für einen gleichbleibend hohen Qualitätsstandard der Arbeit.

 

Alarmierung

Die Tauchergruppe wird über die Rettungsleitstelle des Kreises Ostholstein alarmiert. Im Falle eines Notrufes über die Rufnummer 112, aus dem ersichtlich wird, das Taucher erforderlich sind, oder einer Anforderung aus einem anderen Kreisgebiet löst die Leitstelle eine Gruppenschleife von Funkmeldeempfängern aus. Dabei werden alle Einsatzkräfte zeitgleich über ein akustisches Signal und eine Durchsage über den neuen Einsatz informiert. Ähnlich einer freiwilligen Feuerwehr begeben sich daraufhin alle unverzüglich und schnellstmöglich auf den Weg in die Dienststelle. Dort angekommen wird die Einsatzkleidung angelegt und es wird mit Sonderrechten (Blaulicht und Martinshorn) zum Einsatz ausgerückt.

 

Einsatzablauf

Nach dem Eintreffen am Einsatzort nimmt der Taucheinsatzleiter Kontakt zu den bereits eingetroffenen Einsatzkräften, wie z. B. Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst auf und informiert sich bei dem jeweiligen Einsatzleiter über die Lage. Nachdem entschieden wurde wie vorgegangen werden soll, werden alle Einsatzkräfte entsprechend eingewiesen und beginnen mit Ihrer Arbeit. Das können neben einer Suche und Bergung von Gegenständen oder Personen auch technische Arbeiten unter Wasser sein. Wenn der Einsatz abgearbeitet ist und alle Fahrzeuge wieder am Standort zurück sind, wird die Ausrüstung überprüft und gepflegt und die Einsatzbereitschaft wieder hergestellt. Für alle beteiligten Kräfte findet dann eine Nachbesprechung statt.