Johanniter-Hausnotruf: „Ich muss mir keine Sorgen mehr machen.“

Seit fast zwei Jahren haben Nico Hoffmanns Großeltern den Hausnotruf der Johanniter. Was Nico anfangs viel Überzeugungsarbeit kostete, ist heute aus ihrem Alltag nicht mehr wegzudenken. Warum der Hausnotruf nicht nur für seine Großeltern, sondern die ganze Familie eine Hilfe ist, erzählt er hier. 

Das erste Mal muss Nico Hoffmanns 82-jährige Großmutter den Alarm des Hausnotrufs auslösen, als ihrem Mann plötzlich die Beine wegsacken. „So etwas passiert leider immer öfter“, sagt Nico, „denn seit vier Jahren leidet mein Opa unter Demenz.“ Um ihren 84-jährigen Ehemann Herbert Klaas wieder hochzuheben, ist Elli Klaas jedoch zu schwach. Im Ernstfall verständigt sie über den Notruf die Zentrale der Johanniter. Diese benachrichtigt dann Nico, der umgehend hinfährt und hilft.

Für Enkel Nico und seine Familie war es anfangs schwer, mit der Situation zurechtzukommen. „Als Angehörige haben wir uns natürlich viele Gedanken gemacht. Dieses Gefühl der Ohnmacht war manchmal unerträglich.“ “ 

Wie nimmt man jemanden die Angst, zur Last zu fallen?    

Mittlerweile lebt der Berliner nur eine Querstraße von seinen Großeltern entfernt. „Ich wollte einfach in ihrer Nähe sein“, sagt der 38-Jährige. Die kleinen Stürze, die mit der Zeit immer mehr wurden, waren für die Familie auch der Grund, nach Hilfe zu schauen. „Die Gefahr war einfach zu groß, meine Oma in dieser Situation alleine zu lassen.“     

Der Hausnotruf der Johanniter empfahl ihm eine ehemalige Mitschülerin. Nico setzt sich daraufhin mit der Familie zusammen. Für kein Familienmitglied ist es einfach, die Eltern oder Großeltern auf ihre zunehmende Hilfebedürftigkeit aufmerksam zu machen. Darüber zu reden, fällt vielen schwer. Auch Nicos Oma sträubt sich anfangs gewaltig; zu groß ist ihre Angst, dass sie jemandem zur Last fallen könnte. Ihren Enkel kostet es einiges an Überzeugungsarbeit, sie doch dazu zu bewegen, den Hausnotruf wenigstens einmal auszuprobieren. Die Klaas‘ sind keine gewöhnlichen Hausnotrufkunden. Das Gerät selbst ist für den Opa bestimmt. Aber betätigen soll es die Oma, weil der Großvater dazu leider nicht mehr in der Lage ist. 

„Meine Hauptsorge war, ob meine Oma sich im Fall der Fälle auch wirklich dazu durchringt, den Notrufknopf zu drücken“, erzählt Nico. Wie viele Menschen dieser Generation ist auch seine Großmutter technikscheu und hat Hemmungen, um Hilfe zu bitten. Sein schlagendes Argument: „Schau mal, Oma, da sitzen Menschen Tag und Nacht in der Zentrale und sind immerzu darauf vorbereitet, über den Alarmknopf verständigt zu werden, um Euch helfen zu können.“ 

So funktioniert die „Helferkette“ 

Seit anderthalb Jahren besitzen die Großeltern nun schon das Hausnotrufgerät. „Es steht mittlerweile auf ihrer Fensterbank und ist aus unser aller Alltag nicht mehr wegzudenken“, sagt Nico. Das sieht seine Großmutter heute genauso. Als Nico die ersten Male über die Hausnotrufzentrale benachrichtigt wird und wenige Minuten später vor seiner Oma steht, macht sie noch große Augen und ist überrascht, ihn zu sehen. Sie denkt, dass sofort jemand von den Johannitern käme und nicht ihr Enkel. „Mittlerweile hat sie jedoch verstanden, wie unsere ‚Helferkette’ funktioniert“, sagt er. „Bei einem ernsten Zwischenfall wäre natürlich so schnell wie möglich der Rettungsdienst zur Stelle.“     

Welch gewichtige Rolle die Betreuung der Großeltern spielt, zeigt auch der Gruppenchat der Familie, der „Großeltern-Forum“ getauft wird. Dort tauscht sich die Familie um Herbert und Elli Klaas untereinander aus und bespricht Abläufe und Termine. Stolz zeigt Nico das Titelbild, auf dem seine Großeltern zu sehen sind. Der Hausnotruf ist für alle eine riesige Erleichterung. Wie den Hoffmans geht es vielen Familien, die sich Gedanken um einen pflegebedürftigen Angehörigen machen. „Durch den Hausnotruf der Johanniter muss ich mir einfach keine Sorgen mehr machen“, sagt er. 

 Weitere Geschichten rund um den den Johanniter-Hausnotruf finden Sie hier