Wie alterstauglich ist Ihre Wohnung?

Ist die Wohnung ohne Stufen und Schwellen zu erreichen? Sind Teppiche und Fußmatten rutschfest verlegt? Ist die Badewanne mit Haltegriffen ausgestattet? Welche Faktoren in einer altersgerechten Wohnung berücksichtigt werden sollten, zeigt unsere Checkliste. 

Im Alter, bei einer Krankheit oder einer Behinderung birgt so mancher Haushalt potenzielle Gefahrenquellen. Wer lange – und vor allem eigenständig – in der eigenen Wohnung leben möchte, kommt an einem Umbau jedoch oft nicht vorbei. Das aber kann richtig teuer werden. Damit Sie sicher, selbstständig und bequem in den eigenen vier Wänden leben können, haben wir einige Empfehlungen zusammengestellt, für die garantiert keine Renovierung notwendig ist: 

#1 Hauseingang

Ein Bewegungsmelder garantiert, dass das Licht angeschaltet bleibt, solange sich jemand draußen aufhält. Für die Stufen am Hauseingang kann Ihnen eine Rampe den Weg erleichtern, und hinausragende Handläufe am Anfang und am Ende der Treppe leiten Sie bis zur Haustür. 

Wenn es an der Wohnungstür klingelt? In einer solchen Situation sind Gegensprechanlagen oder Türöffner, die vom Sessel oder Bett aus bedienbar sind, besonders hilfreich, um nicht bei jedem Klingeln aufstehen zu müssen. Gut hörbare Klingeln mit Zweiton-Gong oder Lichtsignal helfen, damit die Klingel nicht überhört wird.

Tipp von den Johannitern: Kleine Hindernisse wie Türschwellen können übrigens leicht bodengleich gemacht werden, indem Sie Keilrampen und Steckrampensysteme anbringen. Die zusammensteckbaren Rampen und Erhöhungen können im Fachhandel gekauft werden 

#2 Treppenhaus

An Treppen sorgen vollständige Handläufe auf beiden Seiten für einen guten Griff und die nötige Portion Sicherheit, weil man sich mit beiden Händen festhalten kann. Die Stufen lassen sich problemlos mit einem rutschhemmenden Belag versehen, und Trittkanten können durch bunte Markierungen besser sichtbar gemacht werden. Wem das Treppensteigen zu große Probleme bereitet, der sollte über einen Treppenlift nachdenken. 

#3 Schlafzimmer

Wenn Sie Schwierigkeiten haben, ins Bett hinein- und daraus wieder herauszukommen, hilft es meistens schon, die Betthöhe anzupassen. Alternativ erleichtern Bettenroste mit einem elektrisch verstellbaren Kopf- und Fußteil das Aufstehen und Zubettgehen. Hier können auch sogenannte Aufstehhilfen oder ein Pflegebett behilflich sein. Achten Sie außerdem darauf, dass genügend Platz um das Bett herum ist, damit Sie sich frei bewegen können. Damit Sie sich immer überall gut abstützen können, müssen die Ablageflächen rund ums Bett standsicher sein. 

Nachts ist es wichtig, dass der Lichtschalter bequem vom Bett aus erreichbar ist. Ein Nacht- oder Notlicht kann den Weg ins Badezimmer weisen. Damit Sie ruhig schlafen können, ist der Johanniter-Rauchwarnmelder eine gute Idee. Der funktioniert in Kombination mit dem Johanniter-Hausnotruf und sendet einen Alarm an die Zentrale, wenn sich Rauch entwickelt. 

#4 Wohnzimmer

Sicher kann so bequem sein: Standsichere Möbel, die idealerweise zusätzliche Armstützen haben, erleichtern es ungemein, sich hinzusetzen und wieder aufzustehen. Sofas und Sessel können körperlichen Beschwerden angepasst werden, indem Sie Arm- und Nackenstützen sowie Keilkissen anbringen, die den Rücken entlasten. Wichtig ist auch eine gut erreichbare Ablagefläche. Lesen Sie gerne in Ihrem Lieblingssessel, lohnt es sich, eine flexible Leselampe zu kaufen. Teppiche und Läufer lassen sich ganz einfach rutschfest befestigen, indem man eine Unterlage aus Gummi unter den Teppich legt.

Tipp von den Johannitern: Vorsicht bei losen Kabeln! Die können zur Stolperfalle werden. Falls nötig, können Sie zusätzliche Steckdosen anbringen lassen. 

#5 Küche

Hier können Sie Ihre Hängeschränke tiefer anbringen lassen, damit sie besser erreichbar sind und Sie sich nicht auf wackelige Tritthocker stellen müssen. Und auch Arbeitsflächen und Sitzmöbel lassen sich ganz einfach höher- oder tieferstellen. Pluspunkt: Stehhilfen und ein rutschhemmender Bodenbelag garantieren außerdem, dass Sie beim Kochen und Abwaschen sicher stehen können und – falls Sie müde werden – im Sitzen weiterarbeiten können.  

#6 Badezimmer

Damit Sie nicht ausrutschen, ist auch hier ein rutschhemmender Bodenbelag besonders praktisch. In der Badewanne und Dusche sind Halte- und Einstiegsgriffe wichtig. Aufkleber am Wannenboden senken zusätzlich die Rutschgefahr. Sie können nicht so lange in der Dusche stehen? Kein Problem! Hier hilft ein Duschhocker. Falls Sie nicht selbstständig in die Badewanne einsteigen können, ist ein Wannenlift eine gute Lösung. Äußerst praktisch sind außerdem sichere und leicht bedienbare Armaturen wie Einhebelmischer, die man mit einer Hand betätigen kann und die Sie zudem davor schützen, sich zu verbrühen. 

Das WC lässt sich leicht mit einem Toilettenaufsatz ausstatten, der auch eine integrierte Armstütze hat. Alternativ können Sie auch einfach zusätzliche Haltegriffe an die Wand anbringen.

Tipp von den Johannitern: Wem langes Stehen Probleme bereitet, dem kann ein Spiegel in Sitzhöhe alltägliche Aufgaben wie Zähneputzen und Zurechtmachen erleichtern.

Gut zu wissen:

  • Sie haben keine eigene Wohnung, sondern leben in einer Mietwohnung? Keine Sorge: Kleine Veränderungen können beim Eigentümer angefragt werden. 
  • Sie suchen nach Fördermöglichkeiten? Für Umbaumaßnahmen von Gefahrenquellen im Haushalt gibt es je nach Pflegegrad auch Unterstützung. Pflegekassen unterstützen barrierefreie Maßnahmen mit bis zu 4.000 Euro. Beratung zu Finanzierung und Beantragung von Fördermitteln bieten regionale Wohnberatungsstellen. Einfach hier  nachfragen! 
  • Sie interessieren sich für den Johanniter-Hausnotruf? Weitere Informationen finden Sie hier