Valentinstag

Elze, 14. Februar 2020

Mit der Liebe verbindet man Jugend, erste Liebe, Kribbeln im Bauch und all die schönen Dinge, die halt dazu gehören. Und wenn sich die „richtigen“ Partner finden, kann die Liebe ein ganzes Leben halten.

Foto: Birgit Randt

Liebevoll lächelt Horst Höhn (85) sein "Lenchen" an, als er voller Stolz berichtet: "Am 13. Januar 1953 lernten wir uns beim Tanzkurs kennen." "Ja“, sagt seine Frau Helene Höhn (83), "aber gekannt haben wir uns schon von der Dorfschule. Damals war es ja so, dass die Klassen gemeinsam in einem Raum unterrichtet wurden."

Dann erzählen beide von der Zeit des Kennenlernens. Er, ein Flüchtling aus Niederschlesien. Sie eine Schuhmachers Tochter. Er ein Heide. Sie streng katholisch erzogen. Damit war der Ärger und Widerstand gegen diese Liebe vorprogrammiert. Lenchens Eltern hatten sich eine ganz andere Wahl gewünscht. Doch Horst und Lenchen setzten sich durch, weil sie wussten, dass sie füreinander bestimmt sind.

Am 6. Juni 1958 wurde die standesamtliche Ehe geschlossen, und am 7. Juni 1958 die kirchliche Trauung in der Sankt Marien-Kirche mit Gottes Segen in Mehle vollzogen. In diesem Jahr begehen Horst und Helene Höhn nun ihren 62. Hochzeitstag.

Den gemeinsamen Weg gehen sie bereits seit 67 Jahren. Viel haben sie erlebt in all den Jahren. Sie mussten Verluste hinnehmen, die sie nur noch fester zueinander stehen ließen. Dann endlich das große Glück, eine gesunde Tochter wurde geboren. 

Das Leben nahm seinen Lauf. Beide gingen ihrer Arbeit nach, was damals nicht selbstverständlich war. Helene Höhn wollte arbeiten. Horst Höhn wollte nicht, dass  seine Frau berufstätig war. "Kannst wohl deine Familie nicht ernähren", hieß es damals schnell und wurde als Schwäche des Mannes ausgelegt, erklärt Horst Höhn. Doch Lenchen habe sich durchgesetzt, berichtet er voller Stolz und sagt: "Sie hat es richtig gemacht und ich bin froh darüber!"

Ja, und eines Tages merkten sie, dass das Haus zu groß, die Arbeit zu viel wurde. Sie haben sich beide ganz bewusst vor vier Jahren dazu entschieden in ein Betreutes Wohnen zu ziehen.

Sie haben sich sehr genau umgeschaut. Ihre Wahl traf auf unser Johanniter-Stift Elze. Dann sagt Horst Höhn etwas, das uns alle sehr stolz macht: "Wir haben nicht einen einzigen Tag in diesem Haus bereut. Wir fühlen uns hier 'sauwohl'!"

Sie sehen sich während des Gespräches immer wieder an, lächeln. Manchmal wird die Stimme leiser und die Augen glitzern verdächtig. Ihre tiefe Verbundenheit ist spürbar und berührt.

"Wir sind dankbar für unser gemeinsames Leben und genießen jeden Tag", sagt Horst Höhn leise zum Abschied.

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Stift Elze

Einrichtungsleiterin Regina Sonnemeier

Sehlder Straße 6
31008 Elze

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