Dampfbügeleisen, Farbfernseher und andere Wirtschaftswunder

Hannover-Ricklingen, 13. August 2019

Auch zu diesem Erzählsalon im Johanniter-Stift Hannover-Ricklingen gab es einen zwanglosen und entspannten Einstieg mit Kaffee und Kuchen. Doch die Wortbeiträge zum Thema waren so angeregt und intensiv, dass sich zeitweise eine regelrechte „Arbeitsatmosphäre“ einstellte.

Es ging um technische Neuerungen, die das sogenannte „Wirtschaftswunder“ in den 1950er Jahren mit sich gebracht hat. Das Thema entpuppte sich als Zündstoff für so manche Lebensgeschichte, die weit über die Erinnerungen an die damaligen Erfindungen hinausgingen.

Stellvertretend für die vielen andren Haushaltshelfer und Geräte waren zwischen den Kaffeekannen und Kuchentellern aufgestellte Bügeleisen aus der Privatsammlung des Moderators verteilt, an denen man exemplarisch die technische Entwicklung eines Haushaltsgerätes ablesen konnte: sozusagen „Geschichte zum Anfassen“. Moderne Technik, wie Tablet und Internet kamen in der Erzählrunde zum Einsatz, um die technische Entwicklung des 20. Jahrhunderts zu dokumentierten und zu illustrierten.

Ein Gebrauchsgegenstand wie das alte Röhrenradio, das in jedem Wohnzimmer stand, weckte Erinnerungen an die noch Anfang der 1950er Jahre ausgestrahlten Suchmeldungen für Kriegsvermisste. Eine Bewohnerin berichtete von der „Danziger Gruppe“ (Bund der Danziger e.V.), in der sie als Betroffene aktiv war und deren Ziel es ist, durch Vertreibung „versprengt“ lebende Danziger kulturell und gesellschaftlich zu verbinden. Die persönliche Betroffenheit kam zum Ausdruck, als ihr bei den Erinnerungen die Tränen kamen.

Nicht immer waren die Erinnerungen an die Zeit so dramatisch, aber dennoch sehr lebendig, da gerade die vielen technischen Neuerungen den Teilnehmern lebhaft vor Augen standen. Jeder konnte eigene Erlebnisse mit Begriffen wie Käfer, Isetta Leukoplastbomber, Multimix oder der ersten revolutionären Waschmaschine von Miele in Verbindung bringen.

Nicht nur der Redebedarf erwies sich als sehr hoch, auch das Interesse der Teilnehmer untereinander wurde durch die vielen Erzählungen angeregt, wenn zum Beispiel Frau W. plötzlich, als eigentlich schon das Ende des Erzählsalons eingeläutet war, von einer anderen Teilnehmerin wissen wollte, wie sich die Ereignisse des Wirtschaftswunders in Hannover ausgewirkt haben. Nach einer kurzen Verlängerung wurde der Erzählsalon dann mit zufriedenen und dankbaren Teilnehmern zu Ende gebracht.

Ihr Ansprechpartner Johanniter-Stift Hannover-Ricklingen

Einrichtungsleiter Tim Geikowski

Kreipeweg 11
30459 Hannover

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