Einzigartig Johanniterlich

Heubach, 06. August 2019

Foto: Johanniter

Was bedeutet „einzigartig johanniterlich“? Es geht unter Anderem darum, Bewohnerinnen und Bewohnern ganz besondere Wünsche zu erfüllen. Diese können materiell, immateriell, kulturell vor allem aber individuell sein. Zum Beispiel mal wieder in einem, vor Jahren oft besuchten, Restaurant ein Leibgericht zu genießen, das Grab eines Angehörigen zu besuchen oder einfach mal wieder ins Theater zu gehen. Wir erfüllen gerne kleine Wünsche die Großes bewirken, denn sie machen unsere Bewohner glücklich.

Unsere liebe und geschätzte Bewohnerin Hermine Reinold aus dem Johanniter-Pflegewohnhaus Haus Kielwein in Heubach hat vor 68 Jahren am 28.04.1951 in der Wallfahrtskirche St. Maria auf dem Hohenrechberg geheiratet. Sie hat in der Nähe des Rechbergs gewohnt und schon seit ihrer Kindheit regelmäßig diese Kirche besucht. Dabei war sie immer zu Fuß unterwegs und oft in Begleitung ihrer Freunde und Angehörige.

„Meine Liebe gehört dem Rechberg“ – diesen Satz hat Frau Reinold oft ausgesprochen und sie wünschte sich sehr einmal noch ihre geliebte Wallfahrtskirche am Hohenrechberg zu besuchen.

An einem sonnigen Dienstag Anfang August war dieser Moment endlich für Frau Reinold gekommen. Mit einem Johanniter-Auto, einer Sondergenehmigung für die Einfahrt auf den Hohenrechberg und in Begleitung ihrer Schwester Gertrud, sowie zwei Betreuungsassistenten aus dem Haus Kielwein in Heubach ging es los. Oben angekommen erwartete Frau Reinold noch eine große Überraschung. Ihre Tochter, ihre Enkelkinder und auch ihre zweite Schwester Emilie sind zu Fuß auf den Berg gewandert und haben Frau Reinold dort in Empfang genommen. Dies sorgte bei allen Beteiligten für große Freude.

Danach ging es zusammen in die Wallfahrtskirche, in der gemeinsam Marienlieder gesungen wurden. Erinnerungen an die Eheschließung und andere Ereignisse, die sowohl mit der Kirche als auch mit dem Berg in Verbindung standen wurden wach. Das Gefühl des Glücks mischt sich bei Frau Reinold mit dem Gefühl der Sehnsucht nach der längst vergangenen Zeit. Ein magischer Moment.

Anschließend wurde in einem Café in unmittelbarer Nähe der Kirche in geselliger Runde für das leibliche Wohl gesorgt. Geschichten wurden erzählt, es wurde gelacht und die Zeit einfach nur genossen. Als sich der Nachmittag dem Ende näherte hieß es auch für Frau Reinold Abschied von ihrem geliebten Rechberg zu nehmen. Sie sagte aber nur „Auf Wiedersehen“ und nicht „Lebewohl“, denn sie kommt nächstes Jahr wieder.