ILSE & KARL-RIECK-PREIS für „Horn tohoopen“

Bremen/Hannover, 31. Mai 2019

Der Sozialpreis für innovatives diakonisches Handeln wurde in Hannover verliehen. Angereist zur feierlichen Preisverleihung waren fünf Mitglieder aus dem Bremer „Horn tohoopen – Ehrenamtsteam“ sowie Begegnungsstättenleiter Hartwig Claus. Unter dem diesjährigen Motto „Dem Leben Raum geben“ stand auch die Bewerbungsvorgabe und der Juryentscheid.

Margret Marten, Mitglied der Jury des ILSE & KARL-RIECK-PREISES, lobte bei der Überreichung der Auszeichnung an „Horn tohoopen“ (hochdeutsch: „Horn zusammen“) die vorbildliche enge Kooperation zwischen zwei Kirchengemeinden und einer diakonischen Einrichtung der Johanniter – der Begegnungsstätte am Johanniterhaus Bremen. Hier wird die Nachfolge Jesu sehr konkret, wenn man sich ehrenamtlich um hilfebedürftige Menschen kümmert, so dass sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. „Durch die professionelle Art und Weise wird hier gelebte Diakonie deutlich: Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, selber zur Kirchengemeinde oder zur Begegnungsstätte zu kommen, werden mit einem Kleinbus von Zuhause abgeholt und anschließend wieder dorthin zurück gebracht“. „Ein vorbildliches Projekt für ein gelingendes Gemeinwesen, wie es in Horn-Lehe in Bremen, praktiziert wird“, so Marten.

Von links nach rechts: Tom Weber, Beauftragter der Diakoniegemeinschaft Stephansstift e.V., Wolfgang Willms (Horn tohoopen), Ingrid Korek (Horn tohoopen), Gerd Dahle (Vorstandsmitglied Diakoniegemeinschaft Stephansstift e.V), Klaus-Georg Tanneberg-Nullmeyer (Horn tohoopen), Hartwig Claus (knieend) (Leitung Begegnungsstätte), Habbo Stark (Horn tohoopen und Leitung im Kirchenvorstand der ev. Andreasgemeinde in Horn-Lehe), Henning Hofmann (Bezirksbürgermeister von Buchholz-Kleefeld und Jurymitglied) (knieend), Margret Marten (Jurymitglied) und Stefania Schrikker (Horn tohoopen). Foto: Jana Thiel

Die Verleihung des Preises fand im Rahmen der 150-Jahr-Feier der Diakoniegemeinschaft Stephansstift im Rahmen im Festgottesdienstes in der Kirche des Stephansstiftes in Hannover Kleefeld statt. Neben dem Bremer Projekt, das den 2. Preis erhielt und mit 300 Euro Preisgeld versehen war, wurden zwei Projekte aus Hannover ausgezeichnet: „Fresh up – ein diakonisches Projekt zur Hilfe von Drogenabhängigen (3. Platz) und das Projekt „Klangbad in der Jugendkirche Hannover“, dieses erhielt den 1. Platz von der Jury. Zur Jury zählte auch der Bezirksbürgermeister von Buchholz-Kleefeld (Hannover), Henning Hofmann. Hofmann sagte anlässlich der Verleihung zur Bremer Projekt: „Ältere Menschen am gemeinsamen Leben teilhaben zulassen ist so enorm wichtig. Einsamkeit macht krank!“, so der Hannoveraner SPD-Politiker.

Das Projekt „Horn tohoopen“ entstand vor einem Jahr unter der Prämisse, dass es viele Menschen in Horn-Lehe gibt, die ihr Haus nur noch schwer verlassen können. Damit diese Menschen öfters einmal wieder an gesellschaftlichen Veranstaltungen teilnehmen können, ist dieser ehrenamtliche Fahrdienst gegründet worden. Insgesamt durch 16 ehrenamtliche Menschen sowie mittels der Unterstützung des Horner Pastors Stephan Klimm und des Leiters der Begegnungsstätte, Hartwig Claus, wird der Kleinbus der Johanniter in Bewegung gehalten. Etwa ein Dutzend Mal im Monat bricht er zu ausgewählten Veranstaltungen der Kooperationspartner auf. Die Fahrten werden über die Gemeindebriefe sowie im Veranstaltungsprogramm der Begegnungsstätte ausgeschrieben. Außerdem gibt es im Stadtteilkurier / Weserkurier regelmäßig Hinweise zu Horn tohoopen, dazu kommen noch Flugblätter, in dem alle befahrenen Veranstaltungen aufgelistet sind. Auf Wunsch werden diese „Horn tohoopen-Veranstaltungsblätter“ auch per Post nach Hause geschickt. Mehr Informationen dazu werktags zwischen 10 und 18 Uhr unter 0421 2040-565.

Aktuell sucht die Projektgruppe noch weitere Freiwillige: Insbesondere werden aktuell Menschen gesucht, die den Kleinbus etwa zweimal im Monat fahren möchten. Bei den Fahrterminen werden immer die Wünsche der Fahrerinnen und Fahrer berücksichtigt. „Es ist ein sehr erfüllendes Projekt und vor allem bekommen wir von unseren Fahrgästen regelmäßig sehr motivierende Rückmeldungen“, so Claus. Aber auch für den Telefondienst und für die Fahrtenbegleitung werden ebenfalls noch Freiwillige gesucht. Wer Interesse hat, melde sich ebenfalls unter der Nummer 0421 2040-565.

Leitung: Hartwig Claus

Seiffertstr. 95
28359 Bremen