Marmor, Stein und Eisen bricht …

Bremen, 20. Juni 2015

Wie rochen die 60er Jahre? Wie fühlte sich ein Kleid von Coco Chanel auf der Haut an (… wenn man eine Frau war und es sich denn leisten konnte … ), und was war der erste große Hit der Beatgruppe „Die Yankees“ aus Bremen, wer machte die erste Ansage bei Radio Bremen zum Bremer Beat-Club?

Diesen Fragen wurde in einer Themenwoche „60er Jahre“ intensiv nachgegangen. Quizmaster Paul Betz startete mit seiner Ratequizshow und erfreute das Publikum mit Fragen zum diesem Jahrzehnt. Wissen Sie zum Beispiel, wie der Fußballspieler Horst-Dieter Höttges des Deutschen Meisters 1965 Werder Bremen auch genannt wurde? A. Tante Käte; B. Bleifuß; C. Eisenfuß oder D. Kugelblitz? (Antwort C ist richtig).

Der Borgward Club Bremen stattete in dieser Woche einen Besuch ab. Auch in den 60er wurden noch Borgward Modelle in Bremen gebaut. Mit den Besitzern dieser Oldtimer konnte fleißig gefachsimpelt und die glänzenden Modelle bestaunt werden. Im großen Saal fand währenddessen die Modenschau der 60er Jahre statt. Vier junge Damen warfen sich in Chic und Schale des Jahrzehnts und brachten mache Erinnerung zutage: „Diese Jacke habe ich auch getragen“, so eine Besucherin. Dazu wurden die edlen Düfte des Jahrzehnts von Imme Nullmeyer zum Riechen angeboten. Es war eine ganz eigene „Duftwelt“ damals, die zahlreiche Erinnerungen auslöste: „so roch meine Großmutter“, erzählte eine 85jährige. Ein Tanzpaar aus dem Bremer Grün-Gold Club rundete das Programm mit grazilen Bewegungen zu heißen Rhythmen am Nachmittag ab. 

Der Schulschiff Deutschland Chor war zu Gast und brachte das Publikum mit Shantys und Fragen zum Jahrzehnt in Schwung. Zu einem Schlagerrendezvous mit Liedern von Peter Alexander – zum Mitsingen und Mitsummen – lud Ingrid Slowak, die Leiterin des Johanniterchores ein.  Fehlen durfte auch nicht der Kulthit „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Er wurde auf der Gitarre vom Leiter der Begegnungsstätte, Hartwig Claus, intoniert. Einen Tag später legte Klaus Nullmeyer echte Schallplatten „ganz frisch“ auf. „It Never Rains in Southern California“, von Albert Hammond bis hin zu echten Rock Songs. Mit der Mischung der Lieder wurde Mut bewiesen, und dies wurde vom Publikum mit viel Applaus honoriert.

Foto: Wiemeyer

Höhepunkt der Woche war der Besuch von Miss Beat-Club „Uschi Nerke“ im Johanniterhaus. Mit gewohnt markanter Stimme führte Nerke durch ein spannendes Programm: Sie brachte Erinnerungen an die damalige Beat-Club Zeit, sie zitierte aus ihrem Buch und sie zeigte vor allem auch wichtige Filmausschnitte aus der Beat-Club Zeit. Es war spannend, dabei ihre Erlebnisse mit den Musikern zu hören; zum Teil pflegt sie nach nunmehr fünf Jahrzehnten immer noch einen freundschaftlichen Kontakt zu ihnen. Selbstverständlich konnten am Schluss der Veranstaltung handsignierte Bücher von Uschi Nerke mit nach Hause genommen werden.

Im Nachklang zur Themenwoche gab es noch eine Portion Literaturwissenschaft: Der Bremer Literaturpreis der 60er Jahre hatte es in sich, so Sigrid Liebig, die einen Fachvortrag dazu hielt.