Unsere päd. Konzeption

Offene Arbeit

Wir arbeiten nach dem Konzept der offenen Arbeit: Die Kinder können alle Möglichkeiten unseres Hauses und des Außengeländes selbstbestimmt nutzen. In jedem Bereich ist eine pädagogische Fachkraft zuständig, die Materialien zur Verfügung stellt, Techniken vermittelt und Erfahrungen und Erfolge ermöglicht.
Offene Arbeit ist mehr als ein pädagogisches Konzept: Sie ist eine Haltung und Grundeinstellung. Das bedeutet, ins Offene zu denken, und nicht am Gewohnten festzuhalten, sondern neue Blickwinkel und Perspektiven zu schaffen und anzuerkennen. Es geht um veränderte Beziehungen zwischen Kindern und Erwachsenen. Machtverhältnisse werden reflektiert und neu justiert.

Neugierde ausleben und mutig sein

Wir wollen den Fußspuren der Kinder folgen, ihren Impulsen vertrauen, mit ihnen arbeiten und sie nicht ausbremsen. Wir wollen den Kindern ein Haus geben, in dem sie forschen können, Abenteuer erleben und Lebensfreude erfahren. Wir möchten ihnen Möglichkeiten bieten, ihre Neugierde auszuleben, ihren Mut zu erproben und auf Erwachsene zu treffen, die für sie Zeit haben.

Es geht also nicht alleine um strukturelle Veränderungen wie das Öffnen von Gruppenräumen oder das Gruppen übergreifende Arbeiten. Vielmehr ist das zentrale Thema der Öffnungsprozesse, Kinder in ihrem Bestreben nach Selbständigkeit und Eigenverantwortung zu unterstützen. Dafür haben wir Räume geschaffen in denen Erfahrungen geübt und zunehmend gelingen können, um dann die Handlungsspielräume auszudehnen und sie in Abstimmung mit anderen Menschen verantwortlich zu nutzen.

Individuelle Stärken und Beziehung

Wir sind eine integrative Einrichtung, Kinder mit Behinderung und besonderem Förderbedarf werden bei uns aufgenommen. Alle Kinder leben und lernen miteinander und erfahren sich als Gemeinschaft.

In unserer täglichen Arbeit sehen wir jedes Kind als Individuum mit unterschiedlichen Stärken, Fähigkeiten und Eigenschaften. Im Alltag unterstützen wir die Kinder gemäß den Grundsätzen von Maria Montessori: “Hilf mir, es selbst zu tun“. Dies geschieht durch eine anregende Raumgestaltung und durch zugängliche, vielfältige und abwechslungsreiche Materialien. So lernt das Kind, sich zu einem beziehungsfähigen, werteorientierten und selbstverantwortlichen Menschen zu entwickeln.

Der Mensch im Mittelpunkt

Getreu dem Johanniter-Leitbild steht der Mensch im Mittelpunkt unseres Handelns, ihm begegnen wir mit Respekt. Wir möchten die Kinder stärken, sodass sie die Erfahrung der Selbstwirksamkeit machen. Das heißt: Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten setzen und die Zuversicht haben, dass das eigene Handeln etwas bewirkt.

Es ist unser Ziel, eine stabile und emotionale Bindung aufzubauen, die Sicherheit und Vertrauen vermittelt. Ein gesundes Selbstwertgefühl mit zu entwickeln, das mit den Erfahrung wächst, geliebt, geachtet und akzeptiert zu werden. Dies sehen wir als eines der wichtigsten Ressourcen des Menschen an, damit er auch in schwierigen Phasen des Lebens die Belastung als Herausforderung begreift und sie bewältigen kann.

Partizipation

Jede pädagogische Fachkraft unserer Einrichtung steht fest hinter den Grundsätzen der Partizipation und führt diese in der täglichen Arbeit mit den Kindern, Eltern und Kolleginnen durch. Im Frühjahr 2014 wurde das erste Kinderparlament der Tagesstätte gewählt. Damit wird die demokratische Entwicklung des Kindes zu gefördert.

Kinder lernen, Diskussionen zu führen, Regeln gemeinsam zu erarbeiten, Argumentationen zu entwickeln und einzubringen und kompromissfähig zu werden. All dieses sind Elemente, die Kinder in ihrem weiteren Leben benötigen, um eigenverantwortliche und gemeinschaftsfähige Persönlichkeiten zu werden. So werden sie zu Erwachsenen, die mit beiden Beinen im Leben stehen und die Welt mitgestalten.

Bildung

„Das Buch Kindes“ begleitet das Kind durch die gesamte Kindergartenzeit. Jedes Kind erhält zu Beginn seiner Kindergartenzeit seinen eigenen Ordner, den es am Ende mitnimmt. In diesem Ordner befinden sich Fotos, Spielgeschichten oder gemalte Bilder aus den verschiedenen Altersphasen. Sie beinhalten die unterschiedlichsten Lernprozesse des Kindes.

Immer wieder führen wir in unserer Einrichtung verschiedene Projekte zu unterschiedlichen Themen durch. Wir als Mitarbeitende greifen dabei Fragen und Interessen der Kinder auf und entwickeln gemeinsam mit ihnen das jeweilige Projekt. Dabei stehen die Wünsche der Kinder, die Selbstständigkeit und die Freude am eigenen Handeln im Vordergrund.

Projekte nach Interessen

Projektgruppen setzen sich individuell nach den Interessen und Fähigkeiten der Kinder zusammen. Einige Projekte sind fortwährend fester Bestandteil unserer Arbeit - dazu gehören z.B die Waldgruppe, die Verkehrserziehung oder der altershomogene Morgenkreis. Andere Projekte ergeben sich jedoch spontan und werden Gruppen übergreifend in den unterschiedlichen Funktionsräumen der Einrichtung durchgeführt. So etwa der Besuch im Zirkus: In der Fantasia-Gruppe verkleideten sich die Kinder dabei als Clowns und Seiltänzerinnen, im Bauraum wurde eine Manage mit Tieren gebaut, im Bewegungsraum wurden Kunststücke geübt, …

Spielend lernen

Im Spiel finden zahlreiche Anpassungsreaktionen statt, die die Verarbeitung der sinnlichen Reize ermöglichen. Das Kind lernt, sein Spiel zu organisieren und baut neben der Motorik und Sprache seine kognitive Entwicklung aus (Ayres 2002, 10).

Im Laufe der Kindergartenzeit sollen die Kinder ein hohes Maß an Selbstwertgefühl und Selbstständigkeit erlangen, woraus ein positives Selbstkonzept entwickelt wird. Mit dem positiven Selbstkonzept können sich die Kinder neuen und schwierigeren Herausforderungen stellen und diese erfolgreich bewältigen, so dass sie im Alltag wie Familienleben und in der Schule gut zurechtkommen.

Religionspädagogik

Wir leben christliche Werte und entdecken religiöse Feste gemeinsam. Damit bieten wir den Kindern eine Orientierungshilfe bei Fragen zum Leben. Das bedeutet, dass wir ihnen Begriffe wie Vertrauen, Nächstenliebe, Toleranz und Wertschätzung näherbringen und diese Werte als lebendige Gestaltung religiöser Werte sehen und vorleben.