Knochenschutz

Knochenbrüchigkeit (Osteoporose) ist Thema für jede Frau, da Östrogene maßgeblich an der Regulation des Knochenstoffwechsels beteiligt sind. Alleine das Älter-Werden führt zu einem Knochenverlust (bei Frauen in der Menopause 1% pro Jahr). Eine Brustkrebs-Therapie führt durch eine notwendige Chemotherapie oder durch den Einsatz von Antihormonen in jedem Fall zu einer weiteren negativen Beeinflussung mit einem  Abbau der Knochensubstanz. Dies führt zur Osteopenie („dünner Knochen“) oder zur tatsächlichen Osteoporose („Knochenbrüchigkeit“). Zusätzlich gibt es die Situation der Absiedlung von Tumorzellen im Knochen als Tochtergeschwulst (ossäre Fernmetastase).

Durch Knochendichtemessung lässt sich der Knochen darstellen (Standardverfahren sind DXA oder auch Osteo-Ct). Ein spezielles Screening wird in besonderen Situationen von Dachverband der Osteologen empfohlen (www.dv-osteologie.org). Bei Patientinnen, die vor den Wechseljahren eine Chemotherapie und/oder eine Unterdrückung der Eierstockfunktion hatten (GnRH) oder Patientinnen in der Postmenopause, die Aromataseinhibitoren oder eine Chemotherapie erhalten haben, sollten über eine Knochendichtemessung nachdenken, da es zahlreiche Medikamente gibt, die den Knochen stützen und wieder aufbauen. Als Basismaßnahmen dienen dabei immer die Ernährung (natürliche Zufuhr von Calcium durch Milchprodukte und Vitamin D und Obst bzw. Gemüse oder Salat) und viel körperliche Bewegung. Wenn Sie nicht genügend Ca++ oder Vitamin D aufnehmen können ist durchaus die Einnahme eines Ca++/D3-Präparats ratsam (v.a. in den Wintermonaten, da Sonne für die Aufnahme von Vitamin D3 extrem wichtig ist).

Im Falle einer Knochenmetastase (Tumorbefall im Knochen) werden diese Substanzen (Bisphosphonate bzw. Rank-Liganden) in jedem Fall eingesetzt, da sie den Knochendefekt tatsächlich wieder reparieren können. Dies führt zu einem langfristigen Erhalt einer guten Lebensqualität und körperlichen Leistungsfähigkeit, Schutz vor Knochenbrüchen, Linderung von Knochenschmerzen und sogar zu einer deutlichen Lebensverlängerung.

Im Falle einer frühen Brustkrebserkrankung ohne Nachweis von Tochtergeschülsten waren die Aussagen lange widersprüchlich, ob Patientinnen von einer unterstützenden Knochentherapie (z.B. durch Tabletten wie Clodronat 1600mg/d, Ibandronat 50mg/d oder i.v. Zoledronat 4mg alle 6 Monate) profitieren. Vor den Wechseljahren ist dies nicht der Fall. Bei den älteren Frauen wird aber heute eine vorübergehende Therapie unabhängig von der Knochendichte empfohlen. Wir werden Sie entsprechend beraten.

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