Palliativbereich offiziell vorgestellt

Rheinhausen, 27. November 2018

Kürzlich ist der neue Palliativbereich im Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen in Betrieb gegangen. Dieser wurde nun offiziell vorgestellt: v.l.nr.: Pastorin Uta Bülbring, Susanne van gen Hassend (Pflegedirektorin), Klemens Kemper (Geschäftsführer), Dr. Jan Sebastian Balleisen (Chefarzt), Dr. Meliha Cakir-Dere (Leitende Oberärztin), Dr. Karl-Heinz Lüdtke (Ärztl. Direktor), Maria Puzzonia (Stationsleitung), Katharina Gottschling (Stellv. Bezirksbürgermeisterin), Hanskarl von Unger (Vertreter des Fördervereins), Pastor Ulrich Koch, Feruze Yakar (Funktionsoberärztin), Hans-Henning von Bassewitz (Vertreter des Kuratoriums), Ulrike Hermans (Ausbildungs- u. IBF-Beauftragte)

(Foto: S. Kalkmann)

Für die stationäre palliative Versorgung wurde im Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen ein eigener Stationsbereich umfangreich saniert und kürzlich in Betrieb genommen. Ein weiterer Schritt für die Versorgung schwerstkranker Menschen in Duisburg/Niederrhein.
Die Palliativmedizin hat in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung zugesprochen bekommen. Palliative Netzwerke für die ambulante Versorgung zuhause wurden gegründet. Stationäre Einrichtungen wie Krankenhäuser rücken mit den Hausärzten und Netzwerken für die häusliche Versorgung der Patienten noch enger zusammen. Es ist eine gute Entwicklung, die den Patienten ermöglichen soll, so selbständig und symptomarm wie möglich zu Hause leben zu können. Eine Entwicklung, die aus einer heutigen Gesamtversorgung nicht mehr wegzudenken ist.
Das Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen hat sich als traditioneller onkologischer Schwerpunkt in Duisburg und am Niederrhein schon vor vielen Jahren die Palliativmedizin auf die Fahne geschrieben. Neben der fachlichen Expertise zählt aber auch die Umgebung und Atmosphäre für betroffene Patienten und Angehörige. In diesem Zusammenhang hat die Klinik in den letzten zwei Jahren rund 900.000 Euro in einen kompletten Umbau eines Stationsbereiches investiert. Eigens für Palliativpatienten und ihren Angehörigen. Dieser neue Palliativbereich ist vor wenigen Wochen in Betrieb gegangen. Die Gestaltung und Ausstattung spricht dafür, dass der Träger den kranken Menschen und ihren Angehörigen und Freunden etwas Gutes tun und den Aufenthalt in der schweren Lebenssituation so angenehm wie möglich machen möchte.
Die Patienten bewohnen während ihres Aufenthaltes Einzelzimmer mit modernster Ausstattung. Die Angehörigen können auf Wunsch mit einziehen, optional auch in einem Nebenzimmer. Es gibt gemütliche Gemeinschaftsräume mit Küche und Fernseher. Für Angehörige kann es auch wichtig sein, sich mit anderen Angehörigen auszutauschen. Alles ist optisch und funktional aufeinander abgestimmt. Die einzelnen Bedürfnisse werden im Gespräch individuell geklärt und soweit es geht, auch möglich gemacht. Die Atmosphäre ist angenehm und die Mitarbeiter auf palliative Medizin spezialisiert. Das Projekt war vielen, auch Spendern, eine große Herzensangelegenheit.
Die Palliativmedizin ist aus der Betreuung von unheilbar kranken Menschen aus meiner Sicht nicht mehr wegzudenken. Hier hat in den letzten Jahren erfreulicherweise aufgrund des hohen Nutzens für die Patienten und Angehörigen ein Umdenken stattgefunden.  Sie sollte ein fester Bestandteil eines Gesamtbehandlungs-Konzeptes sein“, erklärt Dr. Jan Sebastian Balleisen. „Das Ziel der Palliativmedizin ist Lebensqualität! Die klassische Medizin verfolgt das Ziel, den Patienten von seinen Krankheiten zu heilen. Die Palliativmedizin kommt ins Spiel, wenn die Mittel dieser klassischen Medizin nicht ausreichen. Eben nicht unbedingt am Ende des Lebensweges, sondern dies kann oft schon am Anfang der Erkrankung sinnvoll sein. Sie legt den Fokus weg von der Behandlung. Stattdessen will sie unheilbar Kranke dabei unterstützen ihre verbleibende Zeit mit einer möglichst hohen Lebensqualität zu erleben, selbstbestimmt und ohne unnötiges Leid. Eben den Tagen mehr Leben geben. Ziel ist die Entlassung des Patienten in gebessertem Allgemeinzustand nach Hause und die Koordinierung der weiteren palliativen Betreuung im ambulanten Bereich. Aber auch eine symptomkontrollierte Sterbebegleitung ist ein Aspekt der Palliativmedizin“, ergänzt der Chefarzt der Klinik für Hämatologie und Internistische Onkologie weiter.
Das palliative Konzept der Johanniter beinhaltet die ganzheitliche Betreuung der Patienten und Angehörigen im multiprofessionalem Team aus Palliativmedizinern, palliative Fachpflegekräfte, Physiotherapie, Psychoonkologie, Seelsorge, Schmerztherapie, Sozialdienst, Ergotherapie und Kunsttherapie.
Für Fragen steht das Sekretariat der Abteilung zur Verfügung unter Ruf 02065/971501 oder per email onkologie@johanniter-rheinhausen.de