Manometrie gibt Aufschluss über die Ursachen von Schluckstörungen und Refluxkrankheiten

Duisburg - Rheinhausen, 21. Oktober 2019

Das Magen-Darm-Zentrum des Johanniter-Krankenhauses Rheinhausen hat in diesem Jahr rd. 70.000 Euro in die neueste Gerätegeneration der „High-Resolution Ösophagusmanometrie“ investiert. Das für den Laien auf den ersten Blick zunächst unscheinbar wirkende Gerät, hat es allerdings digital in sich. Menschen, die über Schluckstörungen klagen oder jahrelang an Refluxsymptomen leiden und konservativ, sprich mit Medikamenten oftmals nur wenig Linderung erfahren haben, können mit der Ösophagusmanometrie eine differenzierte Ursachenfindung feststellen lassen.
„Refluxkrankheiten beziehen sich nicht nur auf das bekannteste Symptom „Sodbrennen“, dass Magensäure durch die Speiseröhre (Ösophagus) bis in den Mund schießt. Auch die folgenden Beschwerden wie: Aufstoßen von unverdauter Nahrung, Chronischer Husten, Räusperzwang, Globusgefühl, immer mehr auftretende Heiserkeit, Oberbauchschmerzen, Schmerzen hinter dem Brustbein, gehäufte Lungenentzündungen bis hin zu gehäufte Mittelohrentzündungen und nicht zuletzt quälender Schluckauf, können alles Symptome einer Refluxkrankheit sein“, erklärt Stratos Chondros, der als Oberarzt in der Chirurgischen Klinik I des Johanniters tätig ist. Das interdisziplinäre Magen-Darm-Zentrum (MDZ) konzentriert sich seit vielen Jahren auch auf solche Symptomphänomene, die mit einer Magenspiegelung nicht alle erklärbar sind. Genau an dieser Schwelle ergibt sich die Schnittstelle zur Manometrie.
Die Speiseröhre ist wie der Darm ein muskuläres Hohlorgan und bei einem erwachsenen Menschen ca. 25 cm lang. Sie transportiert flüssige und feste Nahrung vom Mund bis in den Magen und kann zum besseren Verständnis in die drei Abschnitte: „Hals-, Brust- und Bauchteil“ eingeteilt werden. Das komplexe Organ verfügt über verschiedene Verschlussmechanismen zum Mund und zum Magenanschluss. Die Natur hat den Menschen damit ein ausgeklügeltes System in die Gene gelegt, das uns selbst das Schlucken im Kopfstand ermöglicht.
Zusätzlich zur Manometrie ermöglicht das neue Gerät auch die sogenannte Impedanz-ph-Metrie. Diese dient der Säuremessung in der Speiseröhre und der Messung der Volumenbelastung der Speiseröhre bei Reflux. “Mit diesem Verfahren können wir nicht nur saure, sondern jede Form von Flüssigkeit in der Speiseröhre erfassen und damit die Ursachen der Refluxbeschwerden ermitteln“ erklärt Oberarzt Chondros weiter, der sich auf das Verfahren spezialisiert hat. Der Patient wird in unserem MDZ von uns zwei Tage betreut. Für die pH-Metrie wird eine dünne Mess-Sonde mit feinsten Sensoren über die Nase im unteren Speiseröhrenabschnitt platziert. Dort verbleibt diese für 24 Stunden. Mit dem Patienten wird vereinbart, dass er während dieser Messzeit seine üblichen Refluxbeschwerden dokumentiert. Anhand der ausgewerteten Untersuchungsergebnisse können wir zuverlässig klären, ob Beschwerden tatsächlich auf einer vermehrten Säurebelastung der Speiseröhre zurückzuführen sind und folgend eine optimale Therapie entwickeln. An dieser Stelle möchte ich auch erklären, dass die Sonde sehr dünn und vergleichbar ist mit einer der dünnsten Spaghetti. Es gibt bis jetzt keine Probleme mit Übelkeit oder Aufstoßen durch dieses absolut schmerzfreie Diagnoseverfahren.

Weiter verfolgen wir die Ösophagusmanometrie, bei der wir die Druckverhältnisse, sprich die Druck- und Bewegungsmuster in der Speiseröhre exakt bestimmen. Die Muskeltätigkeit der Speiseröhre und die Funktionen der Schließmuskelmechanismen zwischen Speiseröhre und Magen können wir damit sehr exakt beurteilen. So können auch zum Beispiel Schluckstörungen, die nicht durch ein organisches Hindernis, sondern durch eine Fehlfunktion der Speiseröhrenmuskulatur ausgelöst werden, zuverlässig indentifiziert werden. Diese Erkenntnisse sind bei insbesondere sehr starken Refluxbeschwerden Voraussetzung für eine gezielte Therapieplanung“.
Die anorektale Manometrie dient der Abklärung von Darmproblemen bei Stuhlentleerungsstörungen. Sei es bei Verstopfung oder bei Inkontinenz, werden Druckmessungen im Mastdarm vorgenommen, die ebenfalls die Muskeltätigkeit im Endarmabschnitt innerhalb von ca. 20 Minuten beurteilen lassen.
Kontakt unter Ruf: 02065/97-1201.

Das MDZ ist ein fachübergreifendes Zentrum im Johanniter-Krankenhaus Rheinhausen bestehend u.a. aus den Fachbereichen der: Gastroenterologie, Viszeralchirurgie/Proktologie, Onkologie/Palliativmedizin, diversen sozialen Diensten und Kooperationspartnern wie beispielsweise der Hausärzte. Der kurze Weg in Form einer Rund-um-Versorgung innerhalb eines Hauses steht im Sinne des Patienten im Vordergrund. Kontakt MDZ: 02065/97-1530 und endoskopie@johanniter-rheinhausen.de

Die Manometrie gibt Aufschluss über die Ursachen von Sodbrennen, Schluckstörungen und Stuhlentleerungsstörungen. Die Mediziner des Magen-Darm-Zentrums Rheinhausen sind spezialisiert auf Erkrankungen des gesamten Verdauungstraktes.
v.l.n.r: Stratos Chondros (Oberarzt der Chirurgischen Klinik I), Hamod Al-Tayar (Sektionsleiter Internistische Endoskopie/Gastroenterologie) und Dr. Alexander Meyer (Chefarzt der Chirurgischen Klinik I sowie MDZ-Leiter).
Bild: S. Kalkmann