Am Lebensende ist Vorsorge wichtig

Krankenhaus Geesthacht, 26. Juni 2008

Die Würde des Menschen am Ende seines Lebens zu achten und zu wahren, gehört zu den wichtigen Aufgaben im Gesundheitswesen. Im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht wurde jetzt ein Ethikkomitee gegründet, das sich ausschließlich mit der Verwirklichung des Patientenwillens befasst. Dr. Thomas Gaetke, Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin und Mitglied des Komitees, erläutert: „Entscheidungen des Patienten und dessen Wertvorstellungen sind auch dann zu respektieren, wenn er über die weitere Behandlung aktuell nicht mehr entscheiden kann. Im Klinikalltag ergeben sich aber Probleme, die es in jedem Einzelfall zu lösen gilt.“  Ist der Patient durch Unfall oder Krankheit unvermittelt in eine Lage geraten, die ein eigenverantwortliches Handeln und Entscheiden ausschließt, kann häufig der wahre Wille des Betroffenen nur schwer ermittelt werden. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung sind Ehepartner und nahe Verwandte jedoch nicht automatisch berechtigt, als Stellvertreter tätig zu werden. In solchen Fällen ordnet das Vormundschaftsgericht die Einrichtung einer Betreuung an. Wer dies vermeiden oder jedenfalls Einfluss auf die gerichtliche Entscheidung und das weitere Vorgehen nehmen möchte, kann durch Patienten- oder Betreuungsverfügung Vorsorge treffen. „Durch solche Verfügungen werden zwar einerseits Probleme gelöst, andererseits aber auch neue Fragen aufgeworfen. Kann und wollte der Patient etwa für die konkrete Situation, in der er sich befindet, tatsächlich die künstliche Ernährung mittels einer Magensonde ausschließen? In solchen Situationen soll künftig das Ethikkomitee beratend helfen“, sagt Dr. Gaetke. Bei schwierigen Rechtsfragen kann auf die Hilfe eines Rechtsanwalts zurückgegriffen werden.

Dem Komitee gehören neben Ärzten auch Vertreter des Pflegepersonals sowie die Krankenhausseelsorgerin, Pastorin Birgit Penning, an. Die Mitglieder treffen monatlich zu Sitzungen zusammen. Durch die Förderung der fachübergreifenden Kommunikation soll dem Patientenwillen bestmöglich Rechnung getragen werden.

Speziell zur Patientenverfügung wird Rechtsanwältin Petra Vetter, Fachanwältin für Medizinrecht, anlässlich einer Informationsveranstaltung des Ethikkomitees am Donnerstag, den 26. Juni 2008 um 14:30 Uhr, im Vortragssaal des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht einen Überblick geben und Lösungsansätze darstellen.

Mitglieder des Ethikkomitees (v.l. vordere Reihe) Heike Schmidt (Fachkrankenschwester Anästhesie / Intensivmedizin), Michaela Kuhrke (Krankenschwester, Frauenklinik), Pastorin Birgit Penning (Krankenhausseelsorgerin),
Hintere Reihe: Karin Möller (Krankenschwester, Intensivstation), Dr. Thomas Gaetke (Oberarzt der Abteilung für Innere Medizin) Foto: Dr. Henning Krämer