Ein ehrenamtlicher Dienst, der Freude macht - Johanniter-Krankenhaus Geesthacht ehrt Grüne Damen

Geesthacht, 04. April 2006

Die Grünen Damen sind im Johanniter-Krankenhaus Geestacht bereits seit 1989 eine feste Größe. Die ungewöhnliche Bezeichnung für die gegenwärtig acht Krankenhaushelferinnen spielt auf die – keinesfalls zufällig gewählte – Farbe ihrer Kittel an. Grün steht für Hoffnung und Zuversicht; beides trägt zur Genesung der Patienten bei.

Grüne Damen sind Laien, die ehrenamtlich, unabhängig und in eigener Verantwortung den Kontakt zu Patienten aufnehmen, um ihnen den Aufenthalt im Krankenhaus zu erleichtern. Menschen erfahren ihr Kranksein häufig als etwas, das sie aus dem normalen Leben ausschließt. In besonderer Weise gilt dies bei einer stationären Behandlung im Krankenhaus. Die räumliche Distanz zur Familie und die fehlenden Kontakte in Beruf und Alltag kommen zur Krankheit hinzu und müssen bewältigt werden. Besucher können eine Brücke schlagen zwischen Patienten und den ihnen vertrauten Bereichen des täglichen Lebens. Doch wie ergeht es Patienten zwischen den Besuchen oder wenn überhaupt niemand zu ihnen kommt? Die Grünen Damen nehmen sich Zeit für Gespräche. Sie lesen auf Wunsch aus Büchern vor oder schreiben Briefe. Auch Spaziergänge mit Patienten stehen auf dem Programm. Ebenso erzählen sie vom Leben in der Umgebung oder hören einfach nur aufmerksam zu.

 

Sie tun also Dinge, zu denen die hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht immer die nötige Ruhe haben. Zum „Prinzip der Ablenkung“ gehört es dabei, dass die Grünen Damen die Patienten regelmäßig nicht nach ihrer Krankheit fragen. Ebenso tabu sind jegliche Pflegetätigkeiten und die Anwendung von medizinischen Geräten. Auch die Grünen Damen unterliegen der Schweigepflicht.

Zusammengefasst unter dem Dachverband der Evangelischen Krankenhaushilfe (EKH) arbeiten über 11.000 Helferinnen und Helfer im Rahmen der als gemeinnützig anerkannten Arbeitsgemeinschaft. Die Idee der Krankenhaushilfe kommt ursprünglich aus den USA, wo ein „Volunteer Service“, bestehend aus „Pink Ladies“ aktiv war. Im Jahre 1969 „importierte“ Brigitte Schröder, Ehefrau des früheren Bundesaußenministers Dr. Gerhard Schröder, die Idee nach Deutschland. „Durch mitmenschliche Nähe und besondere Aufmerksamkeit für die Sorgen und Nöte kranker und älterer Menschen wollen wir auf ganz persönliche Bedürfnisse der Patienten eingehen und damit zu ihrem Wohlbefinden beitragen“, fasst die Einsatzleiterin der Grüne Damen, Ingrid Marquardt, zusammen. „Wir sind froh, dass sich hier so ein tolles Team zusammengefunden hat, auf dessen Unterstützung man sich uneingeschränkt verlassen kann.

 

Die engagierte Tätigkeit der Grünen Damen ist über die Jahre zu einem echten Qualitätsmerkmal des Hauses geworden“, so die Oberin des Johanniter-Krankenhauses Carmen Schönberg. Zusammen mit der Geschäftsführung, Christian Madsen, zeichnete sie jetzt die Krankenhaushelferinnen Ingrid Marquardt (zehn Jahre dabei - goldene Nadel) sowie Monika Bauer und Gisela Arndt (jeweils fünf Jahre dabei – silberne Nadel) aus. Wer an der ehrenamtlichen Tätigkeit interessiert ist, sollte sich mit Carmen Schönberg in Verbindung setzen (Tel. 04152 / 179 907). Auch „Grüne Herren“, die über Erfahrung und Einfühlungsvermögen im Umgang mit Kranken verfügen, sind willkommen.