Es ist rosa, über 20 m lang und begehbar: Das Darmmodell im Foyer des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht

Geesthacht, 17. April 2009

Was auf den ersten Blick wie ein Tunnel aussieht, ist in Wirklichkeit das größte begehbare Darmmodell Europas. Es ist am Freitag, den 17. April, von 10 bis 18 Uhr im Foyer des Johanniter-Krankenhauses in Geesthacht zu besichtigen. Die Felix Burda Stiftung hat dieses über 20 Meter lange Unikat, das den Titel Faszination Darm trägt, entwickelt. In vier Abschnitten lassen sich gesunder Darm, die Entwicklung von harmlosen Polypen zu Darmkrebs und chronisch entzündliche Darmerkrankungen abschreiten. Dabei schlüpfen die Besucher in die Rolle eines Endoskops und begeben sich auf die Reise durch den menschlichen Darm. Informationstafeln, Grafiken und Symbole leiten durch die Ausstellung. Der Darm zum Anfassen wurde erst Ende 2008 eingeweiht. Der Sprecher des Darmzentrums und Ärztliche Direktor des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht, Dr. Frank Templin: „Wir freuen uns, dass wir Faszination Darm so schnell nach Geesthacht holen konnten. Das begehbare Modell ist einzigartig, macht neugierig und vermittelt den Besuchern anschaulich fundiertes Wissen.“

 

Die Beschriftung im Inneren des Modells macht den Weg durch Faszination Darm zu einer selbsterklärenden Reise. Beleuchtung schafft eine gleichermaßen realistische, wie spannende Atmosphäre. Templin erläutert: „Das Ganze hat natürlich einen ernsten Hintergrund. 73.000 Menschen erkranken jedes Jahr in Deutschland an Darmkrebs. Statistisch bedeutet das für unsere Region: 26 jährliche Neuerkrankungen in Geesthacht, 13 in Schwarzenbek und 10 in Lauenburg.“ Sorana Vintila-Beyer, Internistin in der gastroenterologischen Gemeinschaftspraxis am Runden Berg, ergänzt: „Dabei ist Darmkrebs die einzige Krebserkrankung, die sich durch Vorsorge nahezu vollständig verhindern oder in einem so frühen Stadium entdecken lässt, dass der Krebs fast zu 100% heilbar ist. Bei keiner anderen Krebsart bietet die Früherkennung derart große Chancen. Fast immer entwickelt sich der Krebs aus gutartigen Darmpolypen, die sich erst im Laufe mehrerer Jahre zum bösartigen Darmtumor entwickeln. Darmpolypen lassen sich jedoch leicht während einer Darmspiegelung entfernen. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind die einzige Möglichkeit, Darmkrebs im Frühstadium zu erkennen und zu behandeln. Im Kampf gegen den Krebs ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit einschließlich Tumorkonferenz, in der bei festgestelltem Krebs für jeden Patienten individuell eine Behandlungsstrategie entwickelt wird, optimal. Deshalb gehört unsere Gemeinschaftspraxis zu den Gründungsmitgliedern des Darmzentrums“. Am Veranstaltungstag stehen Ärztinnen und Ärzte des Darmzentrums für Fragen und nähere Auskünfte zur Verfügung. Der Eintritt ist frei.

 

Darmkrebs ist in Deutschland bei Männern und Frauen das zweithäufigste Krebsleiden, an der mehr als sechs Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens erkranken. Werden die entarteten Darmpolypen mangels Vorsorgeuntersuchung nicht rechtzeitig erkannt und damit Operation und Chemotherapie erforderlich, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate in Abhängig vom Stadium, in dem der Tumor entdeckt wurde, 40 bis 60 %. Nach Ablauf von 5 Jahren lebt also nur noch etwa die Hälfte der Erkrankten. Deshalb ist die Aufklärungskampagne der Felix Burda Stiftung  mit Faszination Darm so wichtig. Die Stiftung trägt den Namen des 2003 an Darmkrebs verstorbenen Sohnes von Dr. Christa Maar und Verleger Prof. Dr. Hubert Burda.

Innenansicht und Außenansicht des Drammodells