Johanniter-Krankenhaus Geesthacht wird rauchfrei - Rauchern stehen zwei Pavillons auf dem Gelände zur Verfügung

Geesthacht, 31. Mai 2007

Aschenbecher im Eingangsbereich sowie in den Fluren und Aufenthaltsräumen des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht werden abgebaut. Der Vertrag über den Zigarettenautomaten ist bereits gekündigt. Zum 31. Mai 2007 – dem Weltnichtrauchertag – wird das Rauchen im Johanniter-Krankenhaus für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter untersagt. Die Regelung gilt im gesamten Krankenhaus einschließlich Balkons und Dachterrassen sowie auf dem Klinikgelände. Hierzu der Ärztliche Direktor Dr. Frank Templin: „Für seine Gesundheit ist natürlich in erster Linie jeder selbst verantwortlich. Aktiver Gesundheitsschutz ist aber gerade für eine Klinik ein wichtiger Bestandteil fortschrittlicher Unternehmenskultur. Auch wenn es in der Vergangenheit anders gehandhabt wurde: Mit dem Leitbild eines Krankenhauses, die Genesung und Heilung der Patienten zu fördern, ist Rauchen schlichtweg nicht vereinbar. Jeder Mitarbeiter hat zudem ein Recht auf ein Arbeitsumfeld, das seine Gesundheit nicht gefährdet.“ Das Johanniter-Krankenhaus Geesthacht geht nach den Erfahrungen, die in anderen Einrichtungen des Gesundheitswesens gemacht wurden, von einer positiven Resonanz auf das Rauchverbot aus. Dr. Templin: „Die Menschen wissen, dass die Schaffung eines rauchfreien Krankenhauses keine Diskriminierung für rauchende Patienten oder Mitarbeiter darstellt.

 

Viele meiner Patienten haben sich ausdrücklich für eine entsprechende Maßnahme ausgesprochen. Auch die Mitarbeitervertretung unterstützt das Projekt. Auf Vorschlag der von der Krankenhausleitung eingesetzten Arbeitsgruppe ´Rauchfreies Krankenhaus´ wurden zwei Pavillons auf dem Krankenhausgelände errichtet, in denen weiterhin geraucht werden darf.“ Der Leiter der Arbeitsgruppe, Internist und Kardiologe Dr. Per Martius, erläutert weiter den Standpunkt des Krankenhauses: „Die auf den Zigarettenschachteln seit 2002 angebrachten Warnhinweise lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Welchen gesundheitlichen Schaden das Rauchen tatsächlich anrichtet, wird jedoch auf den Stationen eines Krankenhauses überaus deutlich. Der Tabakkonsum stellt neben Übergewicht und Bewegungsmangel eine zentrale Ursache für die Krankheiten dar, die einem Mediziner im Klinikalltag schwerpunktmäßig begegnen: Gefäßleiden wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder auch das im Volksmund bekannte „Raucherbein“ seien als Beispiel genannt. Neben Lungenkrebs diagnostiziert man bei Rauchern nicht selten auch Brust- oder Blasenkrebs als Folge des Nikotinmissbrauchs. Es ist, um es mit Deutlichkeit zu sagen, für den Einzelnen und das Gesundheitssystem gleichermaßen eine Tragödie. Dem Patienten werden häufig die Auswirkungen des Blauen Dunstes leider erst richtig bewusst, wenn er bereits ernsthaft erkrankt ist.“ Ein Rauch-Stopp lohnt sich dabei in jedem Alter. Raucher, die im Alter von 30 Jahren aufhören zu rauchen, gewinnen nach Aussage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) etwa 10 Lebensjahre und erreichen fast die Lebenserwartung von Nichtrauchern. Wer im Alter von 40 Jahren das Rauchen stoppt, gewinnt im Vergleich zu denen, die weiter rauchen, neun wertvolle Jahre an Lebenszeit. Selbst wer im Alter von 60 Jahren auf den Zigarettenkonsum verzichtet, verlängert sein Leben noch um durchschnittlich drei Jahre.