Kleiner Schnitt – große Wirkung: Erfolgreich Abnehmen mit „Gastric banding“ (Magenband)

Geesthacht, 17. November 2007

„Übergewicht ist häufig kein chirurgisch zu lösendes Problem. Gerade aber bei erheblichem Übergewicht haben sich die modernen Operationstechniken als Mittel der Wahl erwiesen.

 

Mindestens 300 Millionen Menschen leiden weltweit unter extremem Übergewicht (Adipositas). Prognostiziert wird eine Verdoppelung dieser Erkrankung bis 2030. Diesem auch in Deutschland zu beobachtenden Trend setzt die Geesthachter Klinik ein ganzheitliches Konzept entgegen. Eine Überweisung durch den Hausarzt genügt, um die Adipositassprechstunde besuchen zu können. Nach einem Check-up wird durch die hausinterne Diätberatung sowie Ärzte der Abteilungen für Innere Medizin, Psychosomatik und Chirurgie eine individuell auf den einzelnen Patienten abgestimmte Strategie vorgeschlagen. Ein fachübergreifendes Vorgehen ist erforderlich, da sowohl innere Erkrankungen als auch psychische Faktoren zur Entstehung schweren Übergewichts beitragen können.

 

Hierzu Dr. Frank Templin, Ärztlicher Direktor und Chef der chirurgischen Abteilung des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht: „Ein angemessener Gewichtsverlust kann die Gesundheit der Patienten erheblich verbessern und das Risiko von Erkrankungen, die mit extremen Übergewicht einhergehen, deutlich reduzieren. Auch die häufig eingeschränkte Lebensfreude und fehlendes Selbstvertrauen kehren mit der stetigen Gewichtsreduktion zurück. Begonnen wird zunächst mit niedrigkalorischer Kost sowie einer Bewegungssteigerung. Sollte eine Ernährungstherapie unter qualifizierter Anleitung über mindestens sechs Monate nicht zum gewünschten Erfolg führen, kann ein chirurgischer Eingriff helfen, das Gewicht deutlich zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern. So werden im Durchschnitt innerhalb von zwei Jahren 50-70% des Übergewichtes abgebaut. Eine positive Beeinflussung der Nebenerkrankungen, insbesondere Diabetes und Bluthochdrucke statistisch nachgewiesen. Die Krankenkassen stehen einer chirurgischen Behandlung von Adipositas nicht generell ablehnend gegenüber. Als Faustregel gilt, dass eine Operation ab einem Body-Mass-Index von 40 in Betracht zu ziehen ist. Den Besuch der Adipositassprechstunde würde ich ab einem Indexwert von 30 empfehlen.“

 

Die chirurgische Behandlung der Adipositas mit dem Magenband (Gastric banding) ist ein wichtiger Baustein der Adipositastherapie im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht. Durch die „Knopflochchirugie“ werden nur vier bis fünf kleine Hautschnitte am Oberbauch benötigt. Sodann kann das Magenband um den oberen Teil des Magens herumgeführt werden. Das Band wird ähnlich wie ein Gürtel geschlossen. Nun wird das Band per Schlauch mit einer Kapsel (Port) verbunden, die unter der Haut platziert wird. Über diesen Port lässt sich später die Enge des Bandes bei Bedarf nachstellen. Das Magenband teilt den Magen in zwei Hälften. In der oberen kleinen Magentasche ist nur Platz für kleine Nahrungsmengen. Dadurch hält das Sättigungsgefühl länger an und Hungergefühle bleiben aus.

 

Die Adipositassprechstunde findet jeweils Montag und Donnerstag von 17-18 Uhr statt (Tel.-Nr.: 04152 / 179 101).