Patientenforum im Adipositaszentrum „Risiko Übergewicht“

Krankenhaus Geesthacht, 21. Januar 2009

Adipositas - mehr als dick sein

„Risiko Übergewicht“ lautet das Thema des Patientenforums, das am Mittwoch, dem 21. Januar 2009 um 18:00 Uhr im Vortragssaal des Johanniter-Krankenhauses Geesthacht stattfindet.

Jeder dritte erwachsene Bundesbürger ist deutlich übergewichtig und sollte aus medizinischen Gründen abnehmen. Starkes Übergewicht, in der Medizin als Adipositas bezeichnet, ist deshalb als Krankheit anerkannt. Insbesondere Diabetes, Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall können Folge des deutlich erhöhten Körpergewichts sein. Sogar die Entstehung bestimmter Krebsarten wird durch das Übergewicht gefördert.

Verschiedenste Diäten versprechen einen raschen Gewichtsverlust. In der Praxis ist jedoch vielfach ein Jo-Jo-Effekt zu beobachten: Die in einem langwierigen Prozess erreichte Gewichtsreduktion schlägt nach einiger Zeit in eine erneute Gewichtszunahme um. Häufig wird das Ausgangsgewicht nicht nur erreicht, sondern sogar überschritten. Hier kann das am Johanniter-Krankenhaus Geesthacht gegründete Adipositaszentrum wirksame Hilfe bieten: Internisten, Psychologen, Diätassistenten, Ergotherapeuten und Chirurgen arbeiten in enger Kooperation zusammen. So ist eine umfassende Diagnostik und Indikationsstellung möglich. Ziel ist dabei eine dauerhafte Gewichtsreduktion und damit die spürbare Verbesserung der Lebensqualität. Dr. Frank Templin, Ärztlicher Direktor des Johanniter-Krankenhauses fasst zusammen: „Die meisten Patienten mit einem krankhaften Übergewicht haben schwere Begleiterkrankungen, die sich nach einer Gewichtsabnahme deutlich bessern. Erst wenn alle konservativen Behandlungsmethoden versagen, kann die Adipositaschirurgie in Betracht kommen. Ab einem bestimmten Bodymass-Index reicht häufig zur Gewichtsreduktion eine Ernährungsumstellung allein nicht mehr aus. Gute Erfolge erzielt man dann etwa mit einem Magenband oder einem Magen-Bypass. Dabei handelt es sich um eine chirurgische Technik, bei der durch Nahrungseinschränkung und geringer Verkürzung der Darmpassage das Gewicht dauerhaft im erheblichen Umfang reduziert werden kann. Um es aber ganz deutlich zu sagen: Vorrang haben im Adipositaszentrum die nicht-invasiven Verfahren. Mit professioneller Unterstützung schaffen die meisten Patienten durch Veränderung des Essverhaltens allein eine Gewichtsabnahme von 10-30%. “

Vera Cordes, bekannt als Moderatorin der NDR Fernsehsendung „Visite“, wird die Veranstaltung moderieren.

Für den Ärztlichen Direktor Dr. Frank Templin ist es ein Routineeingriff: Jens-Uwe Brodersen (51) hat im August 2008 einen Magen-Bypass erhalten und konnte sein Gewicht bereits um 35 Kilogramm reduzieren. Bei dem Patientenforum wird er über seine Erfahrungen während der letzten Monate berichten