Aufklärungskampagne zur Vorbeugung eines Schlaganfalls am 11. Juni 2015, 10-15 Uhr, Rathausvorplatz in Geesthacht

Geesthacht, 29. Mai 2015

Mobile Aufklärungskampagne zur Vorbeugung eines Schlaganfalls
Der signalrote Schlaganfall-Infobus macht wieder Station in Geesthacht

Der signalrote Doppeldeckerbus war schon im letzten Jahr ein Publikumsmagnet in Geesthacht. Am 11. Juni 2015 macht der Schlaganfall-Infobus in der Zeit von 10 bis 15 Uhr wieder vor dem Rathaus der Stadt Geesthacht Station. Es wird von Ärztinnen und Ärzten des Johanniter-Krankenhauses und Dr. Thomas Gätke vom Medizinischen Versorgungszentrum Bergedorfer Straße eine Ausmessung der Halsschlagader mittels Ultraschall und eine Beratung angeboten. Die von der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, Boehringer Ingelheim und der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft initiierte Aufklärungskampagne „Herzenssache Schlaganfall“ hat das Ziel, bundesweit darüber zu informieren, wie man einem Schlaganfall wirksam vorbeugen kann und im Notfall handeln sollte. In Geesthacht wird die Initiative von im Johanniter-Krankenhaus tätigen Internisten und dem Gefäßspezialisten Dr. Thomas Gätke aus dem Medizinischen Versorgungszentrum Bergedorfer Straße unterstützt. "Das Motto der Veranstaltung stellt zu Recht eine Verbindung zwischen Schlaganfall und Herzerkrankung her. Auch wenn ein Schlaganfall ganz überwiegend im Gehirn stattfindet und deshalb auch als Hirninfarkt bezeichnet wird, ist seine Ursache doch vielfach in einem Vorhofflimmern, einer häufig zu spät diagnostizierte Herzrhythmusstörung, zu finden und damit tatsächlich eine ‚Herzenssache’. Ein Vorhofflimmern erhöht das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um das bis zu 5-fache. Nur wer sein Risiko kennt, kann auch gezielt vorbeugen", sagt der Kardiologe Prof. Dr. Ralf Köster, Chefarzt der internistischen Abteilung der Klinik.

 

Das Vorhofflimmern ist die am häufigsten auftretende Herzrhythmusstörung. In vielen Fällen sind sich die Betroffenen nicht bewusst, dass bei ihnen eine solche Herzerkrankung vorliegt. "Die Symptome sind häufig unspezifisch. Man fühlt sich schlapp, ist müde und leidet etwa unter Schlafstörungen. Das kann natürlich viele Ursachen haben. Ein deutliches Indiz stellen allein ein ‚Herzklopfen’ oder ein ‚Herzrasen’ dar", so Köster. Von einem Vorhofflimmern spricht man, wenn die Herzvorhöfe vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr im gleichen Rhythmus wie die Herzkammern schlagen, sondern eben nur noch arrhythmisch mit einer hohen Frequenz von 350 bis 600 Bewegungen pro Minute ‚flimmern’. Damit wird der Blutfluss durch das Herz gestört. Blut kann sich in den Vorhöfen stauen, verklumpen und schließlich Gerinnsel bilden. Problematisch wird es, wenn sich eines dieser Gerinnsel löst und über die Blutbahn ins Gehirn wandert. Hier droht der Verschluss von Gefäßen, was zum Schlaganfall führt – oft mit schweren Folgen. Dazu zählen Behinderungen wie Seh-, Sprech- oder Bewegungsstörungen, Lähmungen, aber auch Veränderungen der Persönlichkeit. Wichtigstes Ziel bei der Behandlung von Patienten mit Vorhofflimmern ist es daher durch Medikamente die Wahrscheinlichkeit einer Blutgerinnung im Herz zu senken.

 

Der Schlaganfall ist nach Krebs- und Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Jährlich erleiden hierzulande rund 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Dabei könnten sich 50 bis 70 Prozent aller Schlaganfall-Erkrankungen durch gezielte Vorsorgemaßnahmen und die Förderung einer gesunden Lebensweise verhindern lassen. Einer von vier über 40-Jährigen erkrankt im Laufe seines Lebens an Vorhofflimmern.