Es geht auch anders - Gebärmutterentfernung bei starken Blutungen häufig nicht erforderlich

Geesthacht, 06. Januar 2017

Starke, lange oder unregelmäßige Monatsblutungen sind belastend. Häufig trifft es Frauen ab Mitte Dreißig. Unzureichend behandelt, können solche Regelbeschwerden etwa bis zum 50. Lebensjahr andauern. „Der Einstieg in die Behandlung erfolgt normalerweise in Form einer medikamentösen Therapie durch den niedergelassenen Frauenarzt. Medikamente können das Problem durchaus beheben. Wenn das aber nicht der Fall ist, dann wird es schwieriger. Eine Ausschabung der Gebärmutter dient in erster Linie dazu, die Ursache für die Blutung zu finden. Bleibt diese aber unklar, wird die Ausschabung selbst nur zu einer kurzfristigen Linderung der Symptome beitragen können“, sagt Dr. Klaus von Oertzen, Chefarzt der Frauenklinik im Johanniter-Krankenhaus Geesthacht. Dann gab es früher meist nur noch die Gebärmutterentfernung als erfolgversprechende operative Maßnahme. Diese Operation war und ist aber durchaus mit ernst zu nehmenden Risiken behaftet. „Nach der VALUE-Studie, die rund 37.000 Fälle in Großbritannien ausgewertet hat, ist es bei drei von hundert Frauen während der Operation und bei einer von hundert Frauen nach der Operation zu einer schweren Komplikation gekommen. Deshalb sind wir froh, dass wir unseren Patientinnen – obwohl der weltgrößte Hersteller der erforderlichen Apparatur seine Geräte vom Markt genommen hat – weiterhin zunächst eine sogenannte Endometriumablation der 2. Generation anbieten können. Auch hierbei handelt es sich um eine Operation. Bei diesem Eingriff wird aber nur die Schleimhaut der Gebärmutterinnenwand, welche die monatlichen Blutungen auslöst, wenn sich keine Schwangerschaft einstellt, entfernt“, so von Oertzen. 

Für die Endometriumablation der 2. Generation verfügt das Johanniter-Krankenhaus Geesthacht über ein Gerät eines mitteleuropäischen Herstellers neuester Bauart. Hiermit ist eine dauerhafte Reduzierung oder sogar gänzliche Beseitigung der Monatsblutung möglich. Voraussetzung für die Behandlung ist, dass eine zuvor erfolgte Ausschabung zu keinem auffälligem Befund geführt hat.  

Selbst wenn die Endometriumablation im Einzelfall nicht den gewünschten Erfolg bringen sollte, empfiehlt von Oertzen nicht ohne weiteres die vollständige Entfernung der Gebärmutter: „Eine teilweise Entfernung kann bereits ausreichen. Sie ist nicht so belastend und führt auch zu weniger Verwachsungen im Bauchraum. Eine solche Operation kann unter Umständen sogar bei fortbestehendem Kinderwunsch erfolgen. Es bietet sich eine Beratung durch den Frauenarzt, und wenn er eine entsprechende Indikation annimmt, auch bei uns im Hause oder einer anderen, auf entsprechende Eingriffe spezialisierten Klinik an“.