Herzinfarkt: Bestmögliche Versorgung von Notfällen

Stendal, 07. November 2018

Johanniter-Rettungsdienst und Johanniter-Krankenhaus Stendal optimieren Rettungskette

Arbeiten gemeinsam mit dem EKG-Übertragungsmodul: Chefarzt PD Dr. Michael Gross (von links), Notfallsanitäter Marcel Mack, Notarzt Kai-Stephan Friedrichs und Alexander Mikulla, Technischer Leiter der Unfallhilfe. Foto: Claudia Klupsch

Der Johanniter-Rettungsdienst und das Johanniter-Krankenhaus optimieren ihr Zusammenwirken zur Versorgung von Herzinfarkt-Patienten. „Unsere Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeuge sind jetzt mit einem EKG-Übertragungsmodul ausgestattet“, so Alexander Mikulla, Technischer Leiter vom Regionalverband Altmark der Johanniter-Unfall-Hilfe. „Dieses Kommunikationssystem ermöglicht, dass bei der Verdachtsdiagnose Herzinfarkt relevante Daten wie EKG und Blutdruck in Echtzeit ins Johanniter-Krankenhaus gesendet werden und wertvolle Zeit zur Vorbereitung der Versorgung in der Klinik gespart wird.“ Damit werde die Akutversorgung von Infarktpatienten optimiert.  

Zeit ist ein entscheidender Faktor bei Herzinfarkt. „Jede Minute zählt“, erklärt Kai-Stephan Friedrichs, Ärztlicher Leiter Rettungsdienst. „In einer Region wie der Altmark mit durchaus langen Anfahrtswegen ins Krankenhaus verging bisher zu viel Zeit, bis sich bei Patienten mit Herzinfarkt die Diagnose durch ein EKG in der Klinik bestätigte und die Rettungskette in Gang gesetzt werden konnte. Mit dem hochmodernen Patientenmonitorsystem „Corpuls C 3“ schreibt das Rettungsteam am Einsatzort bei Verdachtsdiagnose Herzinfarkt ein EKG und sendet es ins Johanniter-Krankenhaus. Der diensthabende Kardiologe in der Klinik bekommt die Daten aufs Handy und trifft, noch bevor der Patient im Krankenhaus ankommt, notwendige Vorbereitungen etwa im Herzkatheterlabor oder auf der Intensivstation.“  

Das System ist seit vier Wochen in Betrieb. Im Landkreis Stendal sind 21, im Altmarkkreis Salzwedel sechs Fahrzeuge mit dem Gerät ausgestattet worden. 50.000 Euro hat die Johanniter-Unfall-Hilfe laut Mikulla investiert. Das Krankenhaus stellt das dazugehörige Empfängergerät. „Mit dem Modul gewinnen wir für den Patienten bis zu anderthalb Stunden Zeit“, sagt Notfallsanitäter Marcel Mack. „Es rettet Leben“. Dazu erläutert PD Dr. Michael Gross, Chefarzt der Klinik für Kardiologie: „Noch immer sterben in Sachsen-Anhalt im Ländervergleich die meisten Menschen an Herzkrankheiten. Doch durch eine frühzeitige Reaktion, durch intensivere Kommunikation zwischen Notfallsanitätern, Notärzten und Kardiologen und schließlich mit dem direkten Transport des Patienten ins Herzkatheterlabor erhöhen sich grundlegend die Überlebenschancen bei Herzinfarkt.“