Infektionsstation im Johanniter-Krankenhaus eingerichtet

Stendal, 27. März 2020

Kurz vor Inbetriebnahme der Infektionsstation: Teambesprechung mit Dr. Sebastian Klemstein (Mitte). Foto: Claudia Klupsch

„Für die schwer Erkrankten vorgesehen“

Im Johanniter-Krankenhaus Stendal ist die Einrichtung einer Infektionsstation für an Corona erkrankte Patienten abgeschlossen. „Wir haben in kurzer Zeit einen großen Kraftakt im Team geschafft“, so Dr. Sebastian Klemstein, der gemeinsam mit PD Dr. Martin Mohren die Station leitet. Er dankte Pflegenden und Medizinern, Hygienefachleuten, Technikern und der Wirtschaftsabteilung für ihr großes Engagement.

„Das Johanniter-Krankenhaus ist in der Region und darüber hinaus das Kompetenzzentrum für die stationäre Behandlung von Corona-Patienten“, so Dr. Kai-Stephan Friedrichs, Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes im Landkreis. Es werde seiner Verantwortung als Schwerpunkt-Krankenhaus gerecht. „Wir sind Ansprechpartner für umliegende Krankenhäuser für Beratung und Hilfe.“

Intensivmediziner Dr. Klemstein betont: „Für die Aufnahme und stationäre Betreuung möglicher Covid-19-Patienten muss ein begründeter Verdacht oder eine bestätigte Infektion bestehen. Wir behandeln die schwer Erkrankten“, erläutert der Arzt. Meist verlaufe die Erkrankung leicht und könne unter häuslicher Quarantäne überstanden werden. Erste Anlaufstelle für einen Corona-Verdacht ist nach wie vor die Fieberambulanz im Roland-Ärztehaus. „Nur Patienten mit schwerem Krankheitsverlauf werden im Krankenhaus behandelt und werden zum Beispiel ins Krankenhaus überwiesen oder vom Notarzt gebracht“, bekräftigt Dr. Klemstein.

Die Zimmer der Infektionsstation sind u.a. mit Überwachungs- und Beatmungstechnik ausgestattet. Fach- und geschultes Personal bilden die Behandlungsteams. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Station sind mit Vollschutz ausgestattet – mit FFP 3-Maske (mit höchstem Atemschutz), Schutzvisier, Schutzhaube, Schutzkittel und dicken Nitrilhandschuhen. Nach Angaben von Dr. Klemstein befinden sich zur Zeit (Stand 27.3.20, 12 Uhr) drei an Corona erkrankte Patienten auf der Infektionsstation. „Keiner von ihnen muss beatmet werden“, so Dr. Klemstein. Insgesamt verfügt die Station über 26 Beatmungsgeräte.