Johanniter bekräftigen Forderung der Krankenhausgesellschaften nach einem Rettungsschirm für Krankenhäuser

Stendal, 22. März 2020

Dr. med. Thomas Krössin
Geschäftsführer
Johanniter-Krankenhäuser Deutschland

Gleichwertige Gesundheitsversorgung in allen Bundesländern sichern!
 

In einem Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn unterstützt Dr. med. Thomas Krössin, Geschäftsführer der Johanniter-Krankenhäuser Deutschland, die Forderung der Krankenhausgesellshaften nach einem Rettungsschirm für Krankenhäuser. Er weist gleichzeitig darauf hin, dass es auch um gleichwertige Gesundheitsleistungen in allen Bundesländern geht.

 

Der Brief im Wortlaut:


Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Spahn,

 

als einer der größten Träger für Gesundheits- und Sozialleistungen in Deutschland befinden sich unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie alle in der Gesundheitswirtschaft Tätigen in einer einmaligen Krisensituation.

Wir brauchen jetzt - mehr als jemals zuvor - Vertrauen und Verbindlichkeit in den Aussagen der politisch Verantwortlichen.

Menschen in Not zu helfen und in Krankheit Beistand zu leisten, ist der universelle Auftrag für alle Werke des Johanniter-Ordens in Deutschland. Die Johanniter sind mit ihren Fachkrankenhäusern, Krankenhäusern der Grund- und Regelversorgung, Rehabilitationskliniken, weiteren medizinischen Angeboten sowie Einrichtungen der Altenpflege seit über 100 Jahren ein verlässlicher Partner. Gleiche Lebensverhältnisse in Ost und West, in Süd und Nord erfordern gleichwertige Gesundheitsleistungen für alle Menschen. Dafür stehen die Akutkliniken und Gesundheitseinrichtungen der Johanniter insbesondere in strukturschwachen Regionen.

 

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Spahn,

 

lassen Sie nicht zu, dass die von zahlreichen Expertenkommissionen geforderte Strukturbereinigung in der deutschen Krankenhauslandschaft indirekt durch eine Unterfinanzierung der Krankenhäuser herbeigeführt wird.

Die Akutkrankenhäuser der Johanniter sind sowohl den Empfehlungen der Bundeskanzlerin als auch Ihren Empfehlungen weitestgehend gefolgt - , elektive Patientenversorgung wurde weitestgehend heruntergefahren. Die Krankenhäuser haben ihre Kapazitäten der Intensivmedizin maximal hochgefahren und ihre elektiven Operationen zurückgefahren, um sich voll und ganz der Corona-Krise zu widmen. Dies muss finanziell honoriert werden und zwar vollumfänglich. Etwas anderes ist den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Krankenhäusern nicht zu vermitteln, die täglich an der Front stehen.

Verspielen Sie nicht das Vertrauen der Menschen in ihre politischen Mandatsträger, sonst ist die Mitte unserer freiheitlichen Gesellschaft weiter gefährdet.

Wir schließen uns den Forderungen der Krankenhausgesellschaften an:

Schaffen Sie einen unbürokratischen finanziellen Rettungsschirm, der unsere Existenz sichert!

 

Wir wünschen Ihnen Kraft und Mut für notwendige Entscheidungen.

 

Die Johanniter-Akutkliniken stehen an Ihrer Seite!

 

Ihr

 

Dr. med. Thomas Krössin

Geschäftsführer

Johanniter-Krankenhäuser Deutschland