Johanniter-Krankenhaus verabschiedete Prof. Ulrich Nellessen

Stendal, 19. September 2019

Festakt würdigte die Verdienste des langjährigen Ärztlichen Direktors

Foto: Professor Ulrich Nellessen bei seiner feierlichen Verabschiedung. Foto: Claudia Klupsch

Mit einem Festakt im Theater der Altmark wurde am Mittwoch Professor Ulrich Nellessen als Ärztlicher Direktor des Johanniter-Krankenhauses verabschiedet. „Unser Dank gilt einem Mediziner aus Berufung, der über ein knappes Vierteljahrhundert Führungsverantwortung für das Haus getragen hat, es in dieser Zeit geprägt und entscheidend zu seiner erfolgreichen Entwicklung beigetragen hat“, so der ehemalige Kurator Curt von Goßler. Rund 140 Wegbegleiter, Kollegen und Freunde waren gekommen, um auf den Weg und die Verdienste von Professor Nellessen zurückzublicken. „Er kam aus der Welt in die Altmark. Und die Altmark wurde für ihn zur Welt“, eröffnete Geschäftsführer Dr. Thomas Krössin. 

Professor Nellessen blickt auf eine lange Zeit im Johanniter-Krankenhaus zurück. Er war Chefarzt der Kardiologie (1996 bis 2016) und Ärztlicher Direktor (seit 2016 hauptamtlich). Berufliche Stationen: Medizinstudium in Kiel, Doktorarbeit über ein Herzmedikament, Anstellung am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf in der Biochemie und anschließend zwei Jahre an einer Hamburger Schwerpunktklinik, später an der Medizinischen Hochschule Hannover. Nach verschiedenen Forschungsarbeiten führte ihn sein Weg an die Stanford Universität in Kalifornien. Beinahe wäre er dort geblieben, doch die Familie - Professor Nellessen ist Vater von vier Kindern - entschied sich, nach Deutschland zurückzukehren. Hier arbeitete er zunächst an der Uniklinik Kiel, wechselte nach seiner Habilitation als Professor nach Würzburg. Hier hätte er bis ins Rentenalter bleiben können, doch es reizte ihn, nach Ostdeutschland zu gehen. In Stendal wurde er von Geschäftsführung und Stadt mit offenen Armen empfangen. Heute sagt er: „Ich bin hier zu Hause.“

Mit seinem Wirken am Johanniter-Krankenhaus und seinen Ehrenämtern bei Lok Stendal und beim Theaterförderverein habe Professor Ulrich Nellessen einen Platz in der Geschichte der Stadt bekommen, sagte Oberbürgermeister Klaus Schmotz. „Er hat großen Anteil daran, dass das Krankenhaus Anker der medizinischen Versorgung in der Region ist und zu einem Leuchtturm der Medizin wurde. Für Professor Gerhard Inselmann war Professor Nellessen Lehrer und Mentor. Der Chefmediziner aus Ludwigshafen hielt den Akademischen Festvortrag mit dem Thema „Zur Herzschädigung durch das Gehirn.“

Professor Nellessen bezeichnet sich als „süchtig nach intellektueller Betätigung“, weshalb er wieder studieren wird. Die Neurobiologie hat es ihm angetan. „Ich habe es geschafft, eher den Studenten- als den Rentnerausweis in der Hand zu haben“, freut er sich. Der Stadt bleibt er weiter verbunden. Im Klinikum hängt fortan ein Porträt von ihm, gemalt vom in Berlin lebenden Leipziger Künstler Albrecht Gehse, der u.a. Helmut Kohl für das Bundeskanzleramt porträtiert hat.