1901 bis 2000

1905 

wurde eine steinerne Frauenbaracke (ehemalige Station "Äußere Frauen") mit 42 Betten errichtet und zugleich eine Einfriedungsmauer um das Krankenhausgrundstück herum hergestellt
   
04.11.1911 

wurde im Ständischen Johanniter-Krankenhaus das 50jährige Bestehen des Hauses unter zahlreicher Beteiligung durch eine kirchliche Feier festlich begangen, und zwar in folgender Weise:

Chorgesang: Jauchzet dem Herrn alle Welt,
Gemeinsamer Gesang: Bis hierher hat mich Gott gebracht,
Festrede.
Gesang: Selig, ja selig ist der zu nennen,
Bericht.
Gesang: Weil denn weder Ziel noch Ende,
Schlussgebet.

Die Festrede hielt Pastor Thiel aus dem Central-Diakonissen-Mutterhaus
Bethanien, während der Anstaltsgeistliche, Pastor Immelmann, den Krankenhausbericht erstattete.
Aus Anlass dieser Feier gingen dem Krankenhaus viele Geschenke zu und zwar:

vom Johanniter-Orden der Provinz Brandenburg  
1 Kruzifix
von den Handwerksmeistern und Lieferanten     
1 Standuhr
von den Anstaltsärzten
2 Bilder
von den Diakonissinnen der Stadt Stendal
1 Bibel
von den Schwerstern Berta und Margarete 

1 Kelch
von einer Kranken  
1 Bild.
 
   
1913/14
sind erbaut: 1 massives Gebäude für Männer (jetzige ITS, Chirurgische Ambulanz) für 73 Betten. Bau eines Wirtschaftsgebäudes mit Desinfektionsraum, Umbau der Küche im Hauptgebäude zur Hausmannswohnung. Bau der Kapelle mit Einrichtung. Die Kapelle soll vorher zuerst dort gestanden haben, wo jetzt die Station "Äußere Frauen" steht und später dort, wo sich jetzt die Hauptküche befindet.

Die Gesamtbettenzahl bis zum 31.12.1932 betrug:
60 Betten im Hauptgebäude (neues Haus von 1880)
25 Betten Infektionsbaracke (früher steinerne Männerbaracke)
42 Betten Frauenbaracke (jetzige "Äußere Frauenstation")
73 Betten chirurgischer Neubau (Männer I und II)
200 Betten
   
von 1861 bis 1924  waren Schwestern vom Diakonissen-Mutterhaus Bethanien in Berlin hier tätig. Von 1924 ab stehen Schwestern aus dem Cecilienstift Diakonissen Mutterhaus in Halberstadt hier in Beschäftigung.
   
1925 
Neubau eines Pförtnerhauses (Eingang Wendstraße)
   
27.10.1926 
zwischen dem Kommunallandtag der Altmark in Stendal für die Stände der Altmark und der Sächsischen Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens wurde ein Vertrag geschlossen, dessen § 1 lautet:

“Die Stände der Altmark übereignen der Sächsischen Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens das im Grundbuche des Amtsgerichtes zu Stendal von Stendal Band 52 Blatt Nr. 2631 auf ihren Namen verzeichnete Grundstück mit den von ihm errichteten Gebäuden des Johanniter-Krankenhauses nebst den vorhandenen Vorräten, den Einrichtungen und dem Inventar des Johanniter-Krankenhauses.

§ 2: Die Sächsische Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens übernimmt als Gegenleistung die Verpflichtung, das Johanniter-Krankenhaus als solches zu erhalten und seinen Betrieb in der bisherigen Weise, und wie es seiner Bedeutung und den Zeitverhältnissen entspricht, fortzuführen.

§ 6: Die Sächsische Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens kann die Verwaltung und die Fortführung des Betriebes des Johanniter-Krankenhauses in Stendal zum Schluss eines Kalenderjahres einstellen, nachdem sie diese Absicht dem Magistrat der Stadt Stendal mindestens 6 Monate vorher mitgeteilt hat. In diesem Falle ist die Stadtgemeinde Stendal berechtigt, die Übergabe des im § 1 bezeichneten Grundstückes nebst allen auf ihn befindlichen Gebäuden, der gesamten Einrichtung und dem Inventar zu verlangen. Die Stadtgemeinde Stendal übernimmt in diesem Falle das Grundstück mit allen auf ihm befindlichen Gebäuden, der gesamten Einrichtung und dem Inventar mit allen Rechten und Verpflichtungen.

Die Sächsische Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens verpflichtet sich in diesem Falle, das Grundstück nebst Gebäuden, Einrichtungen und Inventar der Stadtgemeinde Stendal für 120.000,-- GM bar zu überlassen.
Die Sächsische Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens verpflichtet sich, nach der Übergabe des Grundstückes den Land-kreisen in Stendal, Osterburg, Gardelegen und Salzwedel je 30.000,-- GM zu zahlen. Diese Verpflichtung wird durch die auf dem Grundstück für die Stadtgemeinde Stendal und die Sächsische Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens eingetragenen Hypotheken nicht berührt.”

Vor der Übereignung des Krankenhauses, die infolge der Auflösung des Kommunallandtages durch den Staatsrat geschah, waren umfangreiche Verhandlungen notwendig, die erst nach langem Hin und Herberaten zum Abschluss gebracht werden konnten.
 
21.01.1927
fand im Krankenhaus in Anwesenheit vieler geladener Gäste die feierliche
Übergabe des Ständischen Johanniter-Krankenhauses an die Sächsische Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens statt. Die Festrede hielt der damalige, am 20. Juli 1930 verstorbene Vorsitzende des Verwaltungsausschusses Freiherr von Cramm, Nahrstedt. Als Vertreter des verhinderten Kommendators der Sächsischen Provinzial-genossenschaft des Johanniter-Ordens, Grafen Schulenburg-Vitzeburg, war der Werkmeister des provinzial-sächsischen Ordens, Freiherr von Bülow - Beyer - Naumburg, erschienen und nahm mit Worten des Dankes das Krankenhaus in Besitz und gab seiner Freude über die Erwerbung dieser neuen Anstalt Ausdruck und wünschte, dass reicher Segen von ihm ausgehe.

Das Krankenhaus trägt seit diesem Tage den Namen:

“Johanniter-Krankenhaus der Altmark in Stendal”.

1929 
Frühjahrsumbau, bestehend in Umbau der Klosettanlagen, Warmwasserheizung im Hauptgebäude und Errichtung einer Trennungsmauer zwischen Wirtschaftshof und Garten, die den chirurgischen Neubau und die Infektionsbaracke miteinander verbindet.
   
1930
Errichtung eines hölzernen Verbindungsganges, der als Verbindung der chirurgischen Männerstation und des alten Hauptgebäudes diente, aber schon Anfang 1933 wegen einer größeren Erweiterung des Krankenhauses wieder abgerissen werden musste.

Ebenfalls 1930 wurde das Verwaltungsgebäude (jetzt Patientenaufnahme) errichtet, in dem sich auch das Sitzungszimmer und zugleich der Gefolgschaftsraum, das Ärztekasino und eine med. Praktikantenwohnung befinden.


1931
bauliche Veränderungen in der Infektionsbaracke (Schaffung von 3 Klosetten, 1 Badezimmer und Aufstellung einer Warmwasserheizungsanlage).
   
1933 
wurde ein größerer Erweiterungsbau ausgeführt, der das alte Hauptgebäude und das chirurgische Männerstationsgebäude verbindet, und in dem die Stationen Neubau I und II untergebracht sind. [jetzt Station 3 und 4]
Die Einweihung dieses Baues fand am 17. Dezember 1933 um 15 Uhr in
Anwesenheit des Herrenmeisters des Johanniter-Ordens, Seiner Königlichen Hoheit des Prinzen Oskar von Preußen, und des Kommendators der Sächsischen Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens, Grafen von der Asseburg-Falkenstein, statt. Ferner nahmen an der Feier viele Mitglieder des Johanniter-Ordens, Vertreter der Behörden, der Reichswehr sowie Angehörige aller Stände teil.

Superintendent D. Alberts hielt die kirchliche Weihe unter Zugrundelegung des Bibelwortes Matth. 11, 3-6. Dann gab der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses, Major von Rundstedt - Schönfeld, den Bericht über den Bau und dankte allen denen, die an der Ausführung des Baues mitgeholfen haben. Alsdann sprachen noch der Kommendator, Graf von der Asseburg, und Seine Königliche Hoheit Prinz Oskar von Preußen. Zum Schluss danke Direktor Dr. Warstat für den erneuten Beweis des Vertrauens und erklärte, dass er bestrebt sein werde, das Johanniter-Krankenhaus weiterhin gemäß den Wünschen des Ordens zu leiten.

Im Anschluss fand eine Besichtigung des Erweiterungsbaues statt.
Da das Krankenhaus auf andauerndes Drängen der Regierung eine Erweiterung der Infektionsabteilung vornehmen muss, ist im Monat Oktober 1936 mit einem Erweiterungsbau für diese Abteilung, der an die Nordseite der chirurgischen Männerstation angebaut wird, begonnen worden. Das hierzu notwendige Gelände in Größe von rd. 5.000 qm nördlich des Krankenhausgrundstückes einschließlich der Johannisstraße hat das Krankenhaus zum Preise von 17.000,-- GM von der Stadt Stendal gekauft. Dieser Bau wurde im Juni des Jahres 1937 fertiggestellt.
   
Juni 1937
 
konnte ein weiterer Neubau, und zwar die jetzigen Infektionsabteilungen Iso II und III in Betrieb genommen werden, womit sich die Kapazität auf 302 Betten erhöhte. (Gebäude wurde zugunsten des Krankenhausneubaues abgerissen.)
   
Nach Kriegsende 1945 war das gesamte Krankenhaus für 6 Wochen nach Storkau evakuiert. Durch Inbetriebnahme einer Krankenbaracke für interne Patienten und Einrichtungen der Arztwohnung über Iso II als Säuglings-Station wurde eine Kapazität von 397 Betten erreicht.
   
Nach Rückkehr aus dem Kriege übernahm Dr. Steffen als Chefarzt die Leitung des Krankenhauses. Seit Mai 1961 hat Dr. Bernstein als Chefchirurg die chirurgische Abteilung übernommen.
   
1946 

wurde dem Adelberdt-Diakonissen-Mutterhaus Kraschnitz, aus Schlesien die Krankenpflege im Johanniter-Krankenhaus übertragen. Als Hauptvorstand des Diakonissen-Mutterhauses nehmen Oberin Wilhelmine Meyerrose (seit 29. November 1963 im Amt) und Pastor Johannes Garz (seit 01. Januar 1962 im Amt) zugleich leitende Verantwortung für das Johanniter-Krankenhaus wahr.
Die Bevollmächtigung für das Johanniter-Krankenhaus ist Propst Schaper im August 1962 durch Bischof Dr. Jänicke übertragen worden; er führt zugleich den Vorsitz im Vorstand des Adelberdt-Diakonissen-Mutterhauses
   
1962 

wurde mit der Projektierung eines OP- und Röntgentrakt-Anbaues begonnen. Die Grundsteinlegung für dieses neue Funktionshaus erfolgte in einer schlichten Feier am 01.06.1964. Der Kostenaufwand für den OP-Trakt einschließlich Nebengebäude und Trafostation beläuft sich voraussichtlich auf rd. 900.000,-- DM
 
Auf dem im Jahre 1956 durch Tausch erworbenen Erweiterungsgelände steht ein Schwestern-Wohnheim mit 10 Räumen, Küche, Bad und einem Versammlungsraum für Krankenhaus und Diakonissen-Mutterhaus vor der rohbaumäßigen Fertigstellung. Die Errichtung dieses Gebäudes konnte in Verbindung mit der Erstellung des OP- und Röntgentraktes in Angriff genommen werden.
  
21.02.1965
stirbt Propst Schaper. Den Vorsitz im Vorstand übernimmt Superintendent Müncker - Gardelegen
   
05.01.1966 
übernimmt Dr. Bernstein die ärztliche Leitung des Hauses
   
30.11.1966
wird der Operations- und Röntgentrakt eingeweiht
   
04.10.1967 
beruft Bischof Dr. Jänicke - Magdeburg Superintendent Haymo Alberts in Stendal zum Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses
   
14.11.1967 
erlässt Bischof Dr. Jänicke als Generalbevollmächtigter der Sächsischen Provinzialgenossenschaft des Johanniter-Ordens eine “Ordnung für die Verwaltung des Johanniter-Krankenhauses in Stendal”
   
1969
wird das Pförtnerhaus ausgebaut und damit eine Wohnung für den leitenden Chefarzt des Hauses geschaffen
   
1970 
wird nach Abriss der alten Liegehalle ein Bau mit 4 Garagen errichtet
   
12.04.1971 
stellt der Rat der Evangelischen Kirchenleitung in Magdeburg das Vermögen des Johanniter-Ordens als Vermögen der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen (Sondervermögen Innere Mission/Hilfswerk) fest
   
17.04.1971
beschließt die Kirchenleitung der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen, dass die Interessen der im Bereich der Kirchenprovinz Sachsen befindlichen Einrichtungen des Johanniter-Ordens künftig nach innen und außen durch die Kirchenleitung wahrgenommen werden. Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Johanniter-Krankenhauses wird damit künftig durch die Kirchenleitung oder den Rat der Kirchenleitung berufen
   
Herbst 1972  
beginnt der langgeplante Erweiterungsbau: Ausschachtungsarbeiten bis Frühjahr 1973, Fertigstellung der Montage des Hauses am 20.09.1973, im Dezember 1974 Fertigstellung des Eingangsbaues. Im Zusammenhang mit den Bauarbeiten wurde die Interne Baracke abgerissen
   
01.05.1975 
beruft der Rat der Kirchenleitung Propst Eichenberg zum Vorsitzenden des Verwaltungsausschusses an Stelle von Superintendent Alberts, der mit dem 31.05.1975 aus dem Amt des Superintendenten ausscheiden muss
   
Nov. 1977 
Einweihung des Erweiterungsbaues für die Innere Medizin (Internes Bettenhaus)
   
1987 
Beginn der Umbauarbeiten zur Errichtung einer Urologischen Abteilung im
ältesten Gebäudeabschnitt von 1880
   
01.03.1991 
Rückübertragung des Krankenhauses an den Johanniter-Orden und Gründung einer gemeinnützigen GmbH
   
01.01.1992 
Aufnahme des Johanniter-Krankenhauses in den Krankenhausstruktur-plan des Landes Sachsen-Anhalt
   
01.01.1994 
Der Krankenhausstrukturplan 1994 sieht für das Johanniter-Krankenhaus der Altmark in Stendal 323 Betten vor
   
01.03.1994 
Erster Spatenstich für einen Funktionsneubau mit einem Investitionsvolumen in Höhe von 77 Mio. DM aus Landesmitteln
   
01.07.1994 
Die beiden Kommunalen Krankenhäuser Frauen- und Kinderklinik Stendal und das Kreiskrankenhaus Tangermünde werden laut Kreistagsbeschluss an die Provinzial-Sächsischen-Genossenschaft des Johanniter-Ordens übertragen. Im Krankenhausstrukturplan ist das Krankenhaus mit 565 Betten verzeichnet.
   
01.10.1996 
Richtfest für den Funktionsneubau (1.BA)
   
25.05.1998 
Richtfest für den Neubau der Strahlentherapie
   
01.07.1998 

Feierliche Inbetriebnahme des Funktionsneubaus in Anwesenheit des Herrenmeisters des Johanniterordens, S.K.H. Wilhelm-Karl Prinz von Preußen
   
16.04.1999 

Feierliche Inbetriebnahme der Radioonkologie (Strahlentherapie)
   
23.12.1999 

Eingang des Bewilligungsbescheides des Landes Sachsen-Anhalt über die Einzelfördermaßnahme „Bettenhaus, 2. BA“ in Höhe von 41.475.000 DM (= 21.205.831 EUR).

Im Rahmen des 2. BA entstehen folgende Bereiche neu:

  • Liegendkrankenvorfahrt mit Reanimationsraum
  • Radiologische Abteilung mit CT und MRT (incl. PACS)
  • Untersuchungsbereiche für Urologie und Endoskopie
  • 2 Pflegestationen a 36 Betten
  • Tagesklinik für Geriatrie


Mit der Inbetriebnahme des 2. BA verlangt das Land Sachsen-Anhalt die Auflassung des Standortes Tangermünde für die stationäre Patientenversorgung.