Neuer Oberarzt in der Inneren Medizin

Elke Tafel - Gronau, 01. März 2018

Neuer Oberarzt in der Inneren Medizin

Seit Frühjahr dieses Jahres hat das Krankenhaus einen neuen Oberarzt. Im März hat Herr Mustafa Shehadeh seine Facharztprüfung in der Inneren Medizin bestanden. Wir gratulieren unserem neuen Oberarzt zu dieser Leistung!

Der Syrer Mustafa Shehadeh stammt aus Aleppo, wo er nach dem Abitur auch sein Medizinstudium absolvierte und 2008 mit der Weiterbildung in der Inneren Medizin begann. Nach dem Kriegsbeginn in Syrien 2011 begann Herr Shehadeh über die Vermittlung und Unterstützung von Studienfreunden, die zu der Zeit schon in Deutschland arbeiteten, seinen Umzug nach Deutschland vorzubereiten. Nach der Absolvierung von Deutsch-Kursen mit abschließender Fachsprachprüfung und der Organisation von Visum, vorgeschriebenen Papieren und Geldrücklage kam er im Januar 2014 für eine Hospitation nach Nordrhein-Westfalen. Im August 2014 trat er im Johanniter-Krankenhaus eine Stelle als Assistenzarzt in der Inneren Medizin an.

Nach drei Jahren erwarb er hier die Zusatzbezeichnung für die Notfallmedizin. Da von seinen vier Jahren der Weiterbildung in Syrien und der anschließenden Facharztprüfung in Deutschland nur zwei Jahre anerkannt werden, hat Herr Shehadeh hier nach dem Einsatz als Funktionsoberarzt im März 2018 dann die Prüfung zum Facharzt für Innere Medizin vor der niedersächsischen Ärztekammer ablegen können.

Herr Shehadeh lebt zurzeit in Nordstemmen. Auf die Frage, wie er sich hier fühlt, sagte er, dass er es „manchmal als schwierig“ empfindet“, hier zu leben. Das liegt nicht an der für ihn fremden westlichen Kultur, sondern an dem Problem, die Familie so selten zu sehen. Kontakt zu seiner Familie in Syrien hat er regelmäßig, es gibt trotz der Kriegssituation dafür kaum eine Einschränkung. Aber für seine Mutter ist es zum Beispiel auch mit einer Verpflichtungserklärung seinerseits nicht möglich, ein Visum für einen Besuch in Deutschland zu bekommen. Inzwischen gibt es in Syrien sogenannte „sichere Bereiche“, aber die ökonomischen Folgen des Krieges sind überall und alltäglich präsent. Herr Shehadeh kann von hier aus seine Familie wenigstens finanziell unterstützen. Inzwischen hat er  seinen zweiten Bruder in Nordstemmen aufgenommen. Beide Brüder sind ausgebildete Ingenieure und der zweite möchte -wie der erste Bruder schon- nach Absolvierung von Sprachkursen hier eine Anstellung finden.

In den Jahren hier in Deutschland hat er erst einmal einen Aufenthalt in seiner Heimat umsetzen können, der nächste Besuch in Syrien ist für dieses Jahr im Juni geplant.