Über Essstörungen

Was ist eine Essstörung?

Gemeinsam ist den Essstörungen die ständige gedankliche und emotionale Beschäftigung mit dem Essen. Dieses kann sich in der Verweigerung der Nahrungsaufnahme zeigen (Magersucht) in der übermäßigen Nahrungsaufnahme (Adipositas) oder im Auftreten von Essanfällen wie bei der Bulimie und beim Binge Eating (BED).
Bei der Diagnose von Essstörungen finden wir auch mehr oder weniger häufig Maßnahmen zur Kontrolle des Essens (Diäten, Kalorienzählen, Essplan u.ä.) oder gegenregulatorische Maßnahmen (Erbrechen, Abführmittel, Sport u.ä.). Aber nicht jeder, der Sport betreibt oder einmal erbricht, hat auch eine Essstörung.
Neben diesen Kriterien liegt bei Essstörungen meistens auch eine extrem negative Einstellung zum eigenen Körper vor, die bis zur verzerrten Selbstwahrnehmung des eigenen Körperschemas gehen kann; besonders ausgeprägt ist dies bei der Magersucht zu finden.
Weiterhin findet sich bei fast allen PatientInnen mit Essstörungen auch eine Beeinträchtigung der sozialen Kontakt durch die Essgewohnheiten.
Nachfolgend haben wir einige Fragen aufgestellt deren Beantwortung ihnen einen Hinweis darauf geben kann ob bei Ihnen möglicherweise eine Essstörung vorliegt

Essstörung: eine Frauenkrankheit?

Essstörungen werden häufig als reine Frauenkrankheit gesehen und lediglich bei der Adipositas finden wir diesem Vorurteil zu folge auch Männer mit Essstörungen. Richtig ist, dass die überwiegende Mehrheit der an Magersucht und Bulimie Erkrankten Frauen sind. Dennoch gibt es auch einen ganze Reihe von Männern, die an diesen Essstörungen leiden. Ob sich - wie häufig in den Medien berichtet - die Anzahl der Männer mit Essstörungen in den letzten Jahren vergrößert hat, lässt sich nach dem derzeitigen Forschungsstand nicht mit Sicherheit sagen. Je nach Studie sind zwei bis 15 Prozent der Betroffenen Männer. Bei den Übergewichtigen ist der Männeranteil allerdings größer.

Behandlung von Essstörungen

Essstörungen sind wie fast alle psychischen und psychosomatischen Erkrankungen einem Stigma ausgesetzt; dies bedeutet, dass Betroffene sich oft Unverständnis oder sogar Ablehnung ausgesetzt sehen. Für die Gesundung ist dies nicht hilfreich. Auch aus diesem Grunde verfolgen wir unser Konzept, ausschließlich Patienten mit Essstörungen aufzunehmen. Dieses hat den Vorteil, dass Betroffene sich nicht lange erklären müssen und mit einem grundsätzlichen Verständnis und Angenommensein für ihre Essstörung rechnen können. So können sie in einer Gemeinschaft ohne Stigmatisierung lernen, die Essstörung loszulassen und alternative Lösungen für die zugrunde liegenden Probleme zu finden.
Des weiteren können Sie feststellen das es auch bei Essstörungen ein Kontinuum vom normalen bis zum extrem essgestörtem Verhalten gibt, das auch eine Verbesserung schon ein Erfolg sein kann und das die Essstörung in der Regel einer längeren Behandlung bedarf