Fotoausstellung "Ansichtssache"

Mönchengladbach, 11. April 2019

Entscheidung für das Leben

Die Ausstellung Ansichtssache organisiert vom Brustzentrum Niederrhein im Ev. Krankenhaus Bethesda zeigt Frauen, die mit dem Wissen um familiären Brust- und Eierstockkrebs leben.


Es sind Bilder, die bewegen. Fotos, die Stärke und Verletzlichkeit zeigen, das Ringen um eine Entscheidung und das Ergebnis der Entscheidung. Die Fotografin Tamara Pribaten hat 17 Frauen kennengelernt, begleitet und fotografiert, die eine Mutation in sich tragen, die das Risiko an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, erheblich erhöht. Wie lebt eine Frau mit dem Wissen, Trägerin der Mutation zu sein? Entscheidet sie sich für eine prophylaktische Operation? Oder schreckt sie vor der körperlichen Veränderung zurück?

Die Fotografin hat die Charaktere der Frauen in berührenden Schwarzweiß-Aufnahmen eingefangen. „Ich wollte die Frauen nicht wie Kunstobjekte behandeln, sondern ihre Geschichte und ihre Persönlichkeit in den Vordergrund stellen“, erklärt Pribaten. Die Fotos werden ergänzt mit Aussagen und Fragen der Betroffenen: „Wird die Liebe das aushalten?“ oder „Ich möchte sehr lange für meine Kinder da sein“.

Bis zu 20 Prozent der Frauen, die in Deutschland jährlich an Brust- oder Eierstockkrebs erkranken, sind Trägerin der BRCA- Mutation. In ihren Familien vererbt sich der Krebs. Schon die Frage, ob ein Test gemacht werden soll, stellt jede Frau vor eine unter Umständen lebenswichtige Entscheidung. Will sie überhaupt wissen, ob sie ein erhöhtes Krebsrisiko hat? Wenn der Test positiv und die Mutation bestätigt ist, sind prophylaktische Operationen möglich. Die Entfernung der Eierstöcke senkt in diesen Fällen das Risiko für Brustkrebs um etwa 50 Prozent, das für Eierstockkrebs natürlich auf null. Zu diesem Eingriff können sich Frauen, die ihre Familienplanung abgeschlossen haben, eher entscheiden, denn er verändert das Körperbild nicht. Eine Brust-OP wird als einschneidender erlebt, weil viel stärker in die äußere Erscheinung eingegriffen wird. Aber auch hier kann mit speziellen Techniken der Drüsenentfernung das Risiko minimiert werden ohne Schaden für das Körperbild. Dennoch ist die Entscheidung für jede Frau schwierig– das Risiko muss abgewogen, die eigenen Prioritäten geklärt werden.

Hilfe in dieser schwierigen Lebenssituation im Sinne von Beratung, Gentestung, intensivierter Früherkennung und letztendlich auch Umgang mit dem Ergebnis der Gentestung bzw. vorsorglichen operativen Maßnahmen bietet die seit 2016 angebotene Spezialsprechstunde am Brustzentrum Niederrhein. In Kooperation mit der Universität Köln und der Radiologie Krefeld wurden in den letzten Jahren bereits über 500 Ratsuchende vor Ort betreut.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. April 2019 im Foyer des Ev. Krankenhauses Bethesda der Johanniter zu sehen.
Der Eintritt ist frei.
Zur Wanderausstellung, die vom Selbsthilfeverband BRCA (BReast CAncer)-Netzwerk konzipiert wurde, gehört auch ein Bildband.