Myome und Endometriose - Informationsveranstaltung

Mönchengladbach, 28. November 2018

Starke Schmerzen oder eine sehr starke Blutung während der monatlichen Regelblutung?
Myome oder eine Endometriose könnten die Ursache sein


Jeden Monat leiden viele Frauen während ihrer Menstruation unter sehr starken Blutungen, meist verbunden mit starken Schmerzen. Ursache für die Beschwerden kann eine der beiden häufigsten gynäkologischen Erkrankungen sein – Endometriose oder Myome. Die Symptome können die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit und die Lebensqualität der betroffenen Frauen teilweise erheblich einschränken. Beide Erkrankungen betreffen Frauen im gebährfähigen Alter und sind hormonabhängig. Während unter einer Endometriose schätzungsweise 1,2 bis 1,5 Millionen Frauen, also 10-15 Prozent der Frauen im Alter zwischen 15 und 50 Jahren in Deutschland leiden, kommen Myome weitaus häufiger vor. Experten gehen davon aus, dass zwischen 20 bis 40 Prozent der Frauen im gebährfähigen Alter mit zunehmendem Vorkommen bis zu den Wechseljahren von Myomen betroffen sind.

Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Evangelischen Krankenhaus Bethesda Mönchengladbach hat gemeinsam mit der Europäischen Endometriose Liga e.V. zu einer Informationsveranstaltung über Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten eingeladen, der viele Betroffene folgten.

Beiden Erkrankungen gemeinsam ist, dass die Ursachen trotz intensiver Forschung nach wie vor unbekannt sind. „Wenn eine Frau vor und während der Regelblutung beim Wasserlassen, Stuhlgang aber auch beispielsweise beim Geschlechtsverkehr starke Schmerzen oder eine sehr starke Regelblutung hat, können Myome oder Endometriose die Ursache der Beschwerden sein“, so Priv.-Doz. Dr. Darius Salehin, Chefarzt der Frauenklinik am Evangelischen Krankenhaus Bethesda Mönchengladbach. Endometriose – schmerzhaft, aber behandelbar Endometriose gilt als östrogenabhängige Erkrankung. „Versprengtes“ Gebärmutterschleimhautgewebe baut sich wie in der Gebärmutter selbst im Zyklus auf und wieder ab. Blutungen und chronische Reizustände, teilweise verbunden mit starken Schmerzen, können die Folge sein. Daneben kann es zu (blutgefüllten) Eierstockzysten kommen, die oft die Ursache für ungewollte Kinderlosigkeit sind. „Ein unerfüllter Kinderwunsch kann auch auf eine Endometriose hinweisen und sollte in jedem Fall gynäkologisch abgeklärt werden, so Dr. Georg Döhmen, Kinderwunschzentrum Niederrhein pro-Kindwunsch. Obwohl Endometriose eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen ist, dauert es bis zur Diagnose in Deutschland durchschnittlich immer noch sechs Jahre. Daher ist Aufklärung wichtig. Je eher die Diagnose erfolgt, umso schneller kann eine geeignete Therapie beginnen.

Myome – bei Auftreten von Symptomen behandlungsbedürftig Myome in der Gebärmutter (uterine Myome) sind gutartige hormonabhängige Muskelwucherungen der Gebärmutter. Frauen mit uterinen Myomen können unter Symptomen wie starken oder langen Blutungen während der monatlichen Regel, Schmerzen bzw. ein Druckgefühl im Unterbauch oder bspw. Probleme beim Geschlechtsverkehr, beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang leiden. Da die Größe, die Anzahl und die Lage von Myomknoten so variabel sind, sind viele Frauen beschwerdefrei. „Eine Therapie erfolgt in der Regel erst dann, wenn Myome Beschwerden verursachen “, so Priv.-Doz. Dr. Darius Salehin. Die gute Nachricht - Endometriose und Myome sind behandelbar. Nach einer gründlichen gynäkologischen Untersuchung wird gemeinsam mit der Patientin die Wahl der Therapie getroffen. Dies können je nach Ausprägung des Krankheitsbildes und der Lebensumstände der Patientin der Einsatz von Medikamenten, teilweise auch kombiniert mit einer Operation bzw. bei Myomen zusätzlich eine interventionelle Therapie sein. Bei der Informationsveranstaltung am 28. November 2018 standen Fragen rund um Symptomatik, Diagnose und Therapie im Mittelpunkt. Zu den Referenten zählten neben Priv.-Doz. Dr. Darius Salehin auch Dr. med. Georg Döhmen, Kinderwunschzentrum Niederrhein pro-Kindwunsch und Nora Giese, Heilpraktikerin, Praxis für Chinesische Medizin, Bonn. Betroffene Frauen berichteten zudem über ihre Erfahrungen.