Krankenhaus trickst Sommerhitze aus

Treuenbrietzen, 15. Juli 2019

Bewerbung für den Agenda21-Preis für Nachhaltigkeit des Landkreises Potsdam-Mittelmark

Am zeitigen Morgen beginnt der Kampf gegen die Sommerhitze. Dann werden Treuenbrietzener Klinikgebäude mit einem Trick und technischer Hilfe ordentlich durchgelüftet. Wenn die Außentemperaturen noch erträglicher sind, drücken die Gebäudemanager die eigentlich für Feueralarme vorgesehenen Knöpfe zur Druckbelüftung sowie für den Rauchgasabzug auf Fluren und Rettungswegen. Mit dem Trick blasen die Techniker warme Luft aus den Gebäuden und ersetzen sie durch frischere. Eine Stunde lang werden für das Prozedere zudem Fenster und Türen weit aufgerissen. Dann heißt es besser Schotten dicht und Jalousien runter für den Rest des Tages. Nur Schatten bringt Abkühlung in den Gebäuden. Seit drei Jahren setzt das Haus auf den Trick mit der Zwangsbelüftung. Um die fünf Grad Abkühlung bringt diese Methode.

Im Neubau von 2019 wird ein moderneres Verfahren angewendet: die Grundbelüftung mit Kühlung beim Luftaustausch. „Dabei wird abgesaugte Luft mit Wasser heruntergekühlt und kühlt im Gegenzug die Luft, die wir in das Haus pumpen“, erklärt der Techniker. „Das klingt paradox, muss aber aufgrund hygienischer Vorschriften so sein, weil frische Luft nicht direkt mit Wasser gekühlt werden darf“, sagt Andreas Ruhle, Leiter der Technikabteilung des Krankenhauses.

Diese Tricks sind so simpel und wirkungsvoll, dass sich das Krankenhaus damit beim Agenda21-Preis für Nachhaltigkeit des Landkreises Potsdam-Mittelmark 2019 beworben hat und auf eine Würdigung hofft. Am 14.09.2019 werden die Gewinner des Wettbewerbes bekannt gegeben.

Hintergrund: Das Krankenhaus Treuenbrietzen verfügt insgesamt über eine Brutto-Geschossfläche von rund 45 000 Quadratmetern. An die 1000 Räume hat das Technikerteam um Andreas Ruhle im Blick. 

Echte Klimaanlagen gibt es in dem historischen und dem neuen Klinikkomplex nur in speziellen Abteilungen und einzelnen Bereichen. So in den OP-Trakten, der Intensivstation, der Apotheke oder dem Laborbereich und speziellen Diagnostik-Abteilungen. Dort nämlich sorgen Geräte und große Computer-Anlagen zuweilen noch für zusätzliche Hitze in den Räumen.

Eine komplette Klimatisierung aller Klinikbereiche sei jedoch technisch und finanziell zu aufwendig angesichts von durchschnittlich 20 wirklichen Hitzetagen pro Jahr.